Reisende eilen zu den Waggontüren eines ICE
"Holoplot" heißt die Audiotechnik, die Durchsagen auf Bahnhöfen für jeden verständlich machen soll. Bildrechte: imago/Reiner Zensen

Technik für verständlichere Durchsagen Nie mehr "nur Bahnhof" verstehen

Bei ohnehin lauter Geräuschkulisse sind die Durchsagen der Deutschen Bahn an ihren Bahnhöfen oft nur schwer verständlich. Mit einem neuen Audio-System sollen Fahrgäste künftig nun aber "nie mehr Bahnhof verstehen", verspricht die Deutsche Bahn. Am Mittwoch stellt sie die neue Technik vor.

Reisende eilen zu den Waggontüren eines ICE
"Holoplot" heißt die Audiotechnik, die Durchsagen auf Bahnhöfen für jeden verständlich machen soll. Bildrechte: imago/Reiner Zensen

Eine neue Audiotechnik soll Fahrgäste der Deutschen Bahn (DB) künftig mit verständlicheren Informationen versorgen. Am Mittwoch stellt das Unternehmen das System mit dem Namen "Holoplot" am Frankfurter Hauptbahnhof vor. Dort soll die Technik zunächst für sechs Monate an zwei S-Bahn-Gleisen getestet werden.

Durchsagen "präzise" und "kristallklar"

Die DB spricht von Durchsagen, die präzise "wie ein Lichtstrahl" auf bestimmte Bereiche des Bahnsteigs gerichtet werden können. Fahrgäste sollen so nur noch die Ansagen hören, die für sie relevant sind. Verspätet sich zum Beispiel der Zug auf dem Nachbargleis, bekämen dies die nicht betroffenen Kunden wenige Meter daneben nicht mehr zu hören. Die Geräuschkulisse sei dadurch insgesamt geringer und niemand müsse sich mehr sorgen, dass er eine Ansage zu seiner Verbindung nicht mitbekommt.

Abstimmung von Schall und Hall

"Holoplot" heißt sowohl die Technik als auch das Berliner Start-up, das sie entwickelt hat. Zum Erfolg führt nach Angaben des jungen Unternehmens "die individuelle Abstimmung von Direktschall, Reflektionen und Hall". Das System erzeuge "scharf getrennte Schallfelder".

Die gute Soundqualität ist allerdings mit erheblichen Investitionen verbunden. Allein für den Test am Frankfurter Hauptbahnhof wurden laut DB insgesamt 23 sogenannte Audio-Module an elf Standorten installiert. Die Kosten des Tests in Höhe von 150.000 Euro tragen zu zwei Dritteln die Bahn und einem Drittel der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Die Audio-Module kann man sich als große flache Wände mit zahlreichen einzelnen Lautsprechern vorstellen.

Vor der offiziellen Vorstellung erklärte die Bahn, das System könne "bei positiver Kundenresonanz" auch an weiteren Bahnhöfen zum Einsatz kommen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 23. Januar 2019 | 10:55 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2019, 21:47 Uhr