Schüler waehrend einer Unterrichtsstunde.
Obwohl Deutschland eines der wohlhabendsten Länder der Welt ist, hat nicht jeder gleich gute Chancen auf eine anständige Ausbildung, sagt Unicef. Bildrechte: imago/photothek

Studie Unicef: Deutschland bei Bildungsgerechtigkeit nur im Mittelfeld

Wie stehen die Chancen auf eine gerechte Bildung? In Deutschland offenbar nicht sehr gut. Zumindest ist das das Ergebnis einer Unicef-Studie Andere Industriestaaten schneiden demnach deutlich besser ab.

Schüler waehrend einer Unterrichtsstunde.
Obwohl Deutschland eines der wohlhabendsten Länder der Welt ist, hat nicht jeder gleich gute Chancen auf eine anständige Ausbildung, sagt Unicef. Bildrechte: imago/photothek

Deutschland schneidet beim Thema Bildungsgerechtigkeit im Vergleich zu anderen Industrieländern nur mittelmäßig ab. Das ergab eine Studie des UN-Kinderhilfswerks Unicef. Für die Studie untersuchten Experten die frühkindliche Förderung sowie die Grundschulen und weiterführende Schulen vor allem in Hinblick darauf, wie sehr beispielsweise der Beruf der Eltern, ein Migrationshintergrund, das Geschlecht oder die Schulformen die Bildungsgerechtigkeit beeinflussen.

Lettland ist Spitzenreiter

Kinder spielen in einer Kinderkrippe
Frühkindliche Bildung, sagt Unicef, ist die wichtigste Voraussetzung für späteren Lernerfolg. Bildrechte: dpa

Die größte Bildungsgerechtigkeit gibt es demnach in Lettland. Bulgarien und Malta stehen am Ende der Rangliste. Deutschland belege Platz 23 und liege damit im unteren Mittelfeld, hieß es. Das bedeute, dass auch Kinder in reichen Ländern nicht automatisch gleiche Chancen auf gute Bildung hätten.

Bei der frühkindlichen Förderung sieht die Studie Litauen, Island und Frankreich vorn. Die Türkei, die USA und Rumänien stehen ganz hinten und Deutschland auch dort im Mittelfeld. Bei Grundschulen gibt es demzufolge in den Niederlanden, Lettland und Finnland die größte Chancengleichheit, in Malta, Israel und Neuseeland die geringste. Deutschland liegt im unteren Drittel. Bei 15-Jährigen liegen Lettland, Irland und Spanien vorne, Malta, Bulgarien und Israel hinten. Deutschland liegt erneut im Mittelfeld.

Finanzielle Lage des Elternhauses entscheidend

Ein Kind schreibt das Wort 'Schule' in ein Übungsheft.
Wenn bereits die Eltern eine gute Ausbildung genossen haben, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch deren Kinder beste Chancen auf ein Studium haben. Bildrechte: dpa

Das Elternhaus erwies sich dabei in allen Ländern als wichtiger Faktor: In 16 der untersuchten europäischen Länder gehen Kinder aus den ärmsten Familien seltener in Kitas als Kinder aus wohlhabenderen Familien. Auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) war kürzlich zu dem Schluss gekommen, dass die soziale Herkunft weiterhin maßgeblich über den schulischen Erfolg von Kindern bestimmt. Laut Unicef-Studie kann sich jeder vierte Jugendliche aus einer bildungsnahen Familie in Deutschland vorstellen, eine weiterführende Schule zu besuchen, bei den bildungsferneren Elternhäusern ist es nur jeder siebte - und das bei gleichem Leistungsniveau.

Frühkindliche Förderung legt Grundlagen

Um mehr Bildungsgleichheit zu gewähren, forderte Unicef unter anderem die frühkindliche Förderung für jedes Kind zu gewährleisten. Das Unicef-Forschungszentrum verglich für die Studie 41 Industrieländer miteinander. Die Experten werteten vor allem Daten der Europäischen Union und OECD aus.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. Oktober 2018 | 05:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Oktober 2018, 04:54 Uhr