In der KOMSA Kommunikation Sachsen AG Hartmannsdorf werden 2010 im Logistikzentrum Pakete versendet.
Jeden Monat werden bis zu 50.000 Handys zur Reparatur bei KOMSA eingeschickt. Dafür hat die Firma ein ausgeklügeltes Logistik-System. Bildrechte: dpa

Sächsisches Unternehmen KOMSA hat sich zu einer der größten Handy-Werkstätten gemausert

Mehr als 80 Prozent aller Deutschen besitzen ein Smartphone. Und vielen ist es auch schon mal kaputtgegangen. Bei hohen Kaufpreisen lohnt es sich, das Smartphone zur Reparatur einzuschicken. Dann landet es womöglich bei KOMSA in Hartmannsdorf bei Chemnitz. Das Unternehmen hat sich zu einem der größten Anbieter von Handy-Reparaturen gemausert.

von Ralf Geißler, MDR AKTUELL

In der KOMSA Kommunikation Sachsen AG Hartmannsdorf werden 2010 im Logistikzentrum Pakete versendet.
Jeden Monat werden bis zu 50.000 Handys zur Reparatur bei KOMSA eingeschickt. Dafür hat die Firma ein ausgeklügeltes Logistik-System. Bildrechte: dpa

Ein Handy zu öffnen, ist gar nicht so leicht: Bianca Dietz legt ein kaputtes Smartphone auf eine Heizplatte. Bei rund 60 Grad wird der Kleber zähflüssig, der das Gerät zusammenhält. Dann setzt Dietz einen Saugnapf an und muss nur noch kräftig daran ziehen, um den Akkudeckel zu lösen.  

Viele Smartphones zum reparieren

Sven Mohaupt ist Vorstandsmitglied der Handy-Werkstatt KOMSA.
Sven Mohaupt, Geschäftsführer des Handy-Dienstleisters KOMSA. Bildrechte: MDR / Ralf Geißler

Bianca Dietz ist Angestellte bei KOMSA im sächsischen Hartmannsdorf. Wie Sven Mohaupt erklärt, kann die Firma nahezu jedes Smartphone reparieren. Und die Kunden nehmen das Angebot wahr: Ein Förderband transportiert unablässig eingesendete Geräte ins Innere der großen Werkhalle.

Je nach Saison kommen laut Mohaupt pro Monat zwischen 30.000 und 50.000 Geräte an. Nach der Urlaubszeit erreichten das Unternehmen beispielsweise sehr viele Telefone. Geräte, "die im Urlaub in den Sand gefallen sind, die Wasser gesehen haben oder ähnliche Dinge".

Gegründet auf einem alten Bauernhof

Das neue Hochregallager der Komsa Kommunikation Sachsen AG in Hartmannsdorf (Sachsen).
Das Firmengelände in Hartmannsdorf liegt in unmittelbarer Nähe zu dem Bauernhof der Vorfahren des Firmengründers. Bildrechte: dpa

Mohaupt führt durch die Werkstatt, die sich in einem hellen Glasbau befindet. Durch das Fenster zeigt er auf einen alten Hartmannsdorfer Bauernhof. Dort hat die Firma ihre Wurzeln: Ein Schwede gründete das Unternehmen Anfang der 1990er Jahre auf dem Hof seiner Vorfahren.

Gestartet sei die Firma als Großhändler für die Mobilkommunikation, erzählt Mohaupt. Von Anfang an sei aber schon klar gewesen, dass man mehr machen müsste als nur liefern – und so sei die Firma Mitte der 90er ins Handy-Reparatur-Gewerbe gestartet.

Anforderungen an Reparaturen steigen

Inzwischen beschäftigt KOMSA in Sachsen 1.300 Mitarbeiter – davon 300 in der Werkstatt. Doch die Konkurrenz wird härter. Man kann Smartphones inzwischen auch im Mediamarkt reparieren lassen, in kleinen Werkstätten oder bei einem Schlüsseldienst.

In der Komsa Kommunikation Sachsen AG in Hartmannsdorf bei Chemnitz sitzen Mitarbeiter an Stereomikroskop-Arbeitsplätzen in der Abteilung für industrielle Instandsetzungen von digitalen Kommunikationsendgeräten, wie Mobiltelefonen- und Faxgeräten, vorn im Bild Christine Görner.
Die Reparaturen der kaputten Smartphones werden immer aufwendiger. Bildrechte: dpa

Trotzdem steigen die Reparaturpreise seit Jahren an, sagt Holger Zelder von der Zeitschrift "Mac&I". Das liege daran, dass die Geräte immer aufwendigere Reparaturen erfordern. Die Geräte würden "immer dünner, die Auflösungen steigen, die Displaytechnik ändert sich. Und die Geräte werden auch zum Teil gegen Wasserschäden vorbereitet", erklärt der Hardware-Experte

Früher waren Garantiefälle Hauptgeschäft

Deshalb gehen die Geräte auch seltener kaputt. Früher hat KOMSA in Hartmannsdorf als Vertragswerkstatt der Hersteller vor allem Garantiefälle übernommen. Doch die Zahl dieser Aufträge sinkt. Deshalb umwirbt KOMSA-Vorstand Mohaupt vermehrt Kunden, die ihr Gerät außerhalb der Garantie reparieren lassen wollen.

Dazu wurde das Tochterunternehmen repamo.com gegründet. Dort würde man mit dem Wissen aus den Herstellerreparaturen arbeiten, erklärt Mohaupt. Dabei greife man auf einfachere Methoden zurück und benutze zum Beispiel nicht immer Originalteile. "Und dann kann man eine Reparatur, die klassischerweise 220 Euro kostet für 150 oder 160 Euro realisieren."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. März 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. März 2019, 05:00 Uhr

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