Eine Kursteilnehmerin ist in der Universität in Bamberg als Silhouette neben dem Logo der Online-Videoplattform ''Youtube'' zu sehen.
Bei Internetportalen wie YouTube findet man viele Filme und Musik, die ohne urheberrechtliche Klärung hochgeladen wurden. Bildrechte: dpa

Urheberrechte Muss YouTube Nutzerdaten herausgeben?

Bei Portalen wie YouTube findet man auch Musikstücke und Filme, die von Nutzern hochgeladen wurden. Die Rechteinhaber fordern die Nutzerdaten von den Portalen, doch die sperren sich. Ein Streitfall landete nun vor dem Europäischen Gerichtshof.

Eine Kursteilnehmerin ist in der Universität in Bamberg als Silhouette neben dem Logo der Online-Videoplattform ''Youtube'' zu sehen.
Bei Internetportalen wie YouTube findet man viele Filme und Musik, die ohne urheberrechtliche Klärung hochgeladen wurden. Bildrechte: dpa

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) soll klären, in welchem Umfang ein Videoportal wie YouTube bei Urheberrechtsverletzungen die Daten von Nutzern herausgeben muss. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe legte dem EuGH mehrere Fragen zur Auslegung der maßgeblichen EU-Richtlinie vor. (Az. I ZR 153/17)

E-Mail-Adresse bringt wenig

Im konkreten Fall geht es um von privaten Nutzern ohne Einwilligung der Rechteinhaber hochgelade Filme, die bis zu ihrer Sperrung tausendfach abgerufen wurden. Die Filmverwertungsgesellschaft Constantin verlangte von YouTube E-Mail-Adressen und Telefonnummern der Nutzer sowie die beim Hochladen gespeicherten IP-Adressen.

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main entschied im Berufungsverfahren, dass YouTube nur die E-Mail-Adressen herausgeben muss. Damit lassen sich jedoch die Verantwortlichen für das illegale Hochladen von geschützten Inhalten nur schwer ermitteln. Das Videoportal strebt vor dem BGH eine komplette Abweisung der Klage an.

Konkreter Fall auf Eis gelegt 

Bis zu einer Entscheidung dürften nun noch mehrere Monate vergehen. Denn die Bundesrichter wollen zunächst vom EuGH wissen, ob sich die maßgebliche EU-Richtlinie zur Auskunftspflicht auch auf E-Mail-Adressen, Telefonnummern und IP-Adressen erstreckt. Das Verfahren Constantin gegen YouTube wurde bis dahin ausgesetzt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Februar 2019 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2019, 17:01 Uhr

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