Polizisten suchen in der Nähe einer Moschee nach Spuren und Hinweisen.
Die neuseeländische Polizei hatte bereits kurz nach dem Anschlag dazu aufgerufen, das Video des Täters nicht weiterzuverbreiten. Bildrechte: dpa

Christchurch Facebook löscht 1,5 Millionen Videos vom Attentat

Bei dem Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland hat der Angreifer seine Tat gefilmt und die Bilder live ins Netz gestellt. Die Bilder verbreiteten sich wie Lauffeuer. Facebook versucht, die Videos von dem Attentat einzufangen.

Polizisten suchen in der Nähe einer Moschee nach Spuren und Hinweisen.
Die neuseeländische Polizei hatte bereits kurz nach dem Anschlag dazu aufgerufen, das Video des Täters nicht weiterzuverbreiten. Bildrechte: dpa

Facebook hat nach eigenen Angaben in den ersten 24 Stunden nach dem Attentat in Christchurch 1,5 Millionen Videos der Tat gelöscht. Der Angreifer hatte die Tat gefilmt und die Bilder live ins Netz gestellt. Durch soziale Medien verbreiteten sich Kopien des 17 Minuten langen Videos wie Lauffeuer. Noch Stunden nach der Tat waren die Bilder im Internet verfügbar.

Mia Garlick von Facebook Neuseeland twitterte am Sonntag, diese Bilder verstießen gegen die Facebook-Regeln. Die Mitarbeiter hätten rund um die Uhr zu tun, um sie zu entfernen.

Für das Löschen setzt Facebook nach eigenen Angaben technische Hilfsmittel ein. 1,2 Millionen der entfernten Videos seien schon beim Hochladen blockiert worden. In manchen Fällen müssten Mitarbeiter per Hand eingreifen. Es würden auch alle bearbeiteten Versionen des Videos entfernt – auch solche, die keine brutalen Szenen zeigten.

Sorge vor Nachahmern

Ein Mann hatte am Freitag in Christchurch in Neuseeland bei Angriffen auf zwei Moscheen mindestens 50 Menschen getötet. Er wurde gefasst. Die neuseeländische Justiz beschuldigt ihn des vielfachen Mordes. Vor der Tat hatte der 28 Jahre alte Australier ein Hass-Manifest veröffentlicht, das sich gegen Muslime richtet.

Nach der Tat wurden die Betreiber sozialer Medien dafür kritisiert, die Verbreitung des Videos nicht schneller gestoppt zu haben. Die neuseeländische Regierungschefin Jacinda Ardern rief Nutzer dazu auf, die Bilder nicht zu teilen. Sicherheitsbehörden befürchten, die Bilder könnten zu Nachahmertaten anstiften.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. März 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. März 2019, 14:50 Uhr