Der Leiter der Pneumologie (Lungenheilkunde) im Klinikum der Universität München zeigt auf ein Röntgenbild einer von Krebs befallenen Lunge.
Röntgenbild einer von Krebs befallenen Lunge. Bildrechte: dpa

Frankreich Krebs nach Transplantation einer Raucherlunge

Eine Französin mit einer Spenderlunge von einer Raucherin ist an Lungenkrebs gestorben. Forscher raten nun, die Transplantation von Organen langjähriger Raucher zu überdenken.

Der Leiter der Pneumologie (Lungenheilkunde) im Klinikum der Universität München zeigt auf ein Röntgenbild einer von Krebs befallenen Lunge.
Röntgenbild einer von Krebs befallenen Lunge. Bildrechte: dpa

In Frankreich ist eine Frau nach der Transplantation einer Spenderlunge einer langjährigen Raucherin an Lungenkrebs gestorben. Forscher warnten in der Fachzeitschrift "Lung Cancer" vor Risiken bei der Transplantation von Raucher-Organen.

Lunge von Raucherin transplantiert

Dem Bericht zufolge hatte die seit ihrer Kindheit an Mukoviszidose leidende Patientin im November 2015 die Lunge einer 57-Jährigen erhalten, die 30 Jahre lang eine Schachtel Zigaretten täglich rauchte. Anderthalb Jahre später wurde die Empfängerin auf die Krebsstation der Uni-Klinik Montpellier eingeliefert, wo sie im August 2017 an Lungenkrebs starb.

Krebszellen stammten von Spenderin

Der kurze Abstand zwischen Organtransplantation und ersten Unregelmäßigkeiten bei Röntgenaufnahmen deuteten laut den Autoren der Studie darauf hin, dass der Krebs bereits während des Lebens der Spenderin ausgelöst wurde. Medikamente zur Unterdrückung der Immunabwehr bei der Organempfängerin, um eine Abstoßung zu verhindern, hätten die Entwicklung der Krebserkrankung befördert.

Angesichts der langen Latenzzeit bei Lungenkrebs raten die Forscher, die Transplantation der Lungen von Rauchern zu überdenken. Das gelte auch für Spender, die erst kurz zuvor mit dem Rauchen aufgehört hätten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. November 2018 | 22:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. November 2018, 20:40 Uhr

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4 Kommentare

06.11.2018 06:50 RT 4

Multimedialer Dünnschiss!

04.11.2018 20:13 Sabrina 3

Das ist eigentlich alles nebensächlich.

Hier geht es nicht um die Gesundheit der Organ-Empfänger, sondern um das ganz große Geld.

Im übrigen hätte die Empfängerin der Lunge ohne Transplantat und ohne Immunsuppressiva höchstwahrscheinlich länger gelebt.

04.11.2018 17:19 Zeitgeist 2

Lungenkrebs bekommt man nicht nur vom Rauchen.
Schimmel in der Wohnung in Verbindung mit giftiger Bauchemie (PAK) geht auch in diese Richtung.
PAK steht für Polyzyklische arormatische Kohlwasserstoffe

04.11.2018 11:03 Fragender Rentner 1

Ja solche entnahmen von Organen ist dann wohl auch in Deutschland gewollt? :-(((