Drei Führerscheine verschiedener Generationen
Nicht nur in Deutschland, auch EU-weit soll der Führerschein bis 2033 standardisiert werden. Bildrechte: dpa

EU-Führerschein kommt Wie läuft der Führerschein-Umtausch ab?

Grauer Lappen, rosa Lappen oder kleines Plastikkärtchen - der Führerschein in Deutschland hat nicht nur wegen der Passbilder viele Gesichter. Jetzt soll die Fahrerlaubnis europaweit ein einheitliches Äußeres bekommen. Davon sind allein in Deutschland 43 Millionen Führerscheine betroffen. Wie soll der Umtausch ablaufen?

Drei Führerscheine verschiedener Generationen
Nicht nur in Deutschland, auch EU-weit soll der Führerschein bis 2033 standardisiert werden. Bildrechte: dpa

Bis 2033 will die EU eine einheitliche Fahrerlaubnis für alle Bürger einführen. In Deutschland müssen deshalb rund 43 Millionen Führerscheine umgetauscht werden. In der vergangenen Woche hat der Bundesrat dazu einen Stufenplan beschlossen, der einen schrittweisen Umtausch vorsieht.

Umtausch nach Staffelplan

Der Bundesrat hat sich auf einen zweigeteilten Staffelplan für den frühzeitigen Umtausch der Führerscheine geeinigt. Den Anfang machen die Besitzer der rund 15 Millionen Führerscheine, die vor dem 31. Dezember 1998 ausgestellt wurden. Die einzelnen Zeiträume für den Umtausch hängen vom Geburtsjahr des Fahrers ab. Führerscheininhaber, die vor 1953 geboren wurden, sollen von der Pflicht zum vorgezogenen Umtausch befreit werden:

Geburtsjahr Stichtag für Führerscheinumtausch  
1953 bis 1958 19. Januar 2022  
1959 bis 1964 19. Januar 2023  
1965 bis 1970 19. Januar 2024  
1971 oder später 19. Januar 2025  

Quelle: Bundesrat- "Dreizehnte Verordnung zur Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung und anderer straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften"

Alte Führerscheine liegen 2016 auf einem Tisch.
Führerscheine, die vor 1999 ausgestellt wurden, sollen bis 2025 umgetauscht werden. Bildrechte: dpa

Beim Kartenführerschein zählt das Ausstellungsdatum

Die zweite Umtauschgruppe betrifft die 28 Millionen Fahrer, die einen Kartenführerschein besitzen. Diese Fahrausweise wurden ab dem 1. Januar 1999 ausgestellt. Die Umtausch-Reihenfolge dieser Dokumente erfolgt nicht mehr nach Geburtsjahr der Führerscheinbesitzer, sondern nach Ausstellungsdatum der Fahrerlaubnis:

Ausstellungsjahr Stichtag für Führerscheinumtausch  
1999 bis 2001 19. Januar 2026  
2002 bis 2004 19. Januar 2027  
2005 bis 2007 19. Januar 2028  
2008 19. Januar 2029  
2009 19. Januar 2030  
2010 19. Januar 2031  
2011 19. Januar 2032  
2012 bis 18.01. 2013 19. Januar 2033  

Quelle: Bundesrat, "13. Verordnung zur Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung und anderer straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften"

EU-Führerschein im Scheckkartenformat, 1998
Führerscheine im Kartenformat wurden ab 1999 ausgegeben. Aber auch sie müssen bis 2033 umgetauscht werden. Bildrechte: dpa

Führerscheine, die seit dem 19. Januar 2013 ausgestellt werden, entsprechen bereits den neuen EU-Vorgaben. Die Bundesregierung muss den Plan noch in eine Verordnung gießen und in Kraft treten lassen. Bislang ist noch ungeklärt, wann und wie genau Führerscheinbesitzer zum Umtausch aufgefordert werden sollen.

Fahrer zahlen für neuen "Lappen"

Für den neuen Führerschein wird kein Fahrer eine neue Prüfung ablegen müssen. Allerdings müssen Führerscheinbesitzer für das Dokument zahlen. Laut ADAC soll eine Gebühr von ca. 25 Euro auf jeden Fahrer zukommen. Außerdem wird ein aktuelles biometrisches Lichtbild benötigt.

Die Fahrerlaubnis kann bei der Führerscheinbehörde des aktuellen Wohnsitzes umgetauscht werden. Wer allerdings aus dem Ort weggezogen ist, in welchem die aktuelle Fahrerlaubnis ausgestellt wurde, braucht eine sogenannte Karteikartenabschrift der damals zuständigen Behörde.

Ähnlich wie der Personalausweise hat auch der neue EU-Führerschein ein Ablaufdatum. Er muss nun alle 15 Jahre erneuert werden. Wer nach 2033 weiter mit seiner alten Fahrerlaubnis fährt, muss mit einem Verwarnungsgeld von 10 Euro rechnen.

Das Aus für über 100 verschiedene Führerscheine

2006 hatte die EU beschlossen, das Nebeneinander unterschiedlicher nationaler Regelungen und der mehr als 110 verschiedenen Führerscheine in Europa zu beenden. Zudem sollen im Zuge der Vereinheitlichung alle Führerscheine in einer Datenbank gesammelt werden, um Missbrauch zu verhindern. Die neue EU-Fahrerlaubnis soll darüber hinaus besonders fälschungssicher sein.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Februar 2019 | 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Februar 2019, 05:00 Uhr