Angehörige und Menschen die ihr Mitleid bekunden vor einem Trauerflor aus Blumen in der Nähe des Tatorts in Christchurch
Angehörige und Menschen, die ihr Mitleid bekunden vor einem Trauerflor aus Blumen in der Nähe des Tatorts. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Neuseeland Zahl der Toten nach Terroranschlag steigt auf 50

Nach dem Anschlag auf Moscheen im neuseeländischen Christchurch ist ein weiteres Opfer entdeckt worden. Wie inzwischen bekannt wurde, stammte der mutmaßliche Täter aus Australien. Er wurde einem Gericht vorgeführt.

Angehörige und Menschen die ihr Mitleid bekunden vor einem Trauerflor aus Blumen in der Nähe des Tatorts in Christchurch
Angehörige und Menschen, die ihr Mitleid bekunden vor einem Trauerflor aus Blumen in der Nähe des Tatorts. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Polizei im neuseeländischen Christchurch hat bekannt gegeben, dass die Zahl der Toten nach dem Terroranschlag auf 50 gestiegen ist. Eine weitere Leiche sei jetzt erst in einer Moschee entdeckt worden, sagte ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen (Ortszeit).

Weitere 50 Menschen seien bei dem Attentat verletzt worden, sagte der Sprecher weiter. 36 von ihnen befänden sich in einem Krankenhaus. Der Zustand von zwei Menschen sei kritisch. Das jüngste Opfer ist den Angaben zufolge zwei Jahre alt.

Bei dem mutmaßlichen Attentäter handelt es sich um einen in Australien geborenen Mann. Die Behörden beschrieben ihn als "extremistischen, rechtsgerichteten, gewalttätigen Terroristen". Zwei weitere Verdächtige, die die Polizei zunächst festgenommen hatte, wurden wieder freigelassen, da sie nicht in den Anschlag verwickelt seien.

Attentäter wegen eines Mordes angeklagt

 Mit Blumen gedenken Passanten an einem provisorischen Denkmal in der Nähe der Al-Nur-Moschee den Opfern. Auf dem Schild steht "Das ist nicht Neuseeland".
Mit Blumen gedenken Passanten an einem provisorischen Denkmal den Opfern. Bildrechte: dpa

Der 28-Jährige hatte den bisherigen Erkenntnissen zufolge zunächst während des Freitagsgebets in der Al-Noor-Moschee im Zentrum von Christchurch auf muslimische Gläubige geschossen. Danach sei er in eine weitere, fünf Kilometer entfernte Moschee gefahren und habe dort weitere Menschen erschossen. Bei den Opfern handele es sich um Muslime aus verschiedenen Staaten der Welt.

Inzwischen wurde der mutmaßliche Attentäter barfuß und in Handschellen einem Richter vorgeführt. In der dreiminütigen Anhörung wurde der Mann zunächst wegen eines Mordes angeklagt. Weitere Mordanklagen sollen später folgen. Am 5. April soll der Hauptverdächtige des Terroranschlags von Christchurch wieder vor Gericht erscheinen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. März 2019 | 22:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. März 2019, 22:42 Uhr

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13 Kommentare

18.03.2019 18:26 Klaus 13

@ { 18.03.2019 12:58 ups }
Wenn jemand eine Dachschaden hat und glaubt andere Menschen wahllos ermorden zu müssen, dann hat das mit anderen Ereignissen nichts zu tun. Natürlich werden solche Leute immer eine Ausrede finden, warum sie solche Verbrechen begangen haben. Breivik hat seine Ausreden ja auch parat gehabt, er war ein Templer.
Wer sich solchen Ausreden anschließt, der muss sich nicht wundern, dass er nicht ernst genommen wird. :-)

18.03.2019 12:58 ups 12

@8 es gibt auch schlaue und weniger schlaue Leser.
Nennen Sie mir ein Ereignis, welches absolut unbeeinflußt von anderen Ereignissen stattfindet?
Mit Relativierung hat das überhaupt nichts zu tun.

18.03.2019 08:45 der_Silvio 11

@10 Klaus; "Wieso grenzen Sie das auf "religiöse Motive" ein?
Jeder Anschlag egal aus welchen Motiven ist einer zu viel!"
Da ha en sie Recht und ich Stimme Ihnen zu.

"Ich kann jetzt auch nicht erkennen, dass über Anschläge unterschiedlich berichtet wird, je nach dem welche Religion die Opfer haben."
Dazu vergleichen sie bitte Meldungen und Nachrichten zur Verfolgung und Tötung von Christen und Muslimen.

"Aber zur Erinnerung, der Terrorist in Christchurch war kein Islamist und die Opfer waren friedliche Menschen."
Das habe ich nicht in Zweifel gezogen.

17.03.2019 22:14 Klaus 10

@ { 17.03.2019 21:37 der_Silvio }
Wieso grenzen Sie das auf "religiöse Motive" ein?
Jeder Anschlag egal aus welchen Motiven ist einer zu viel!
Ich kann jetzt auch nicht erkennen, dass über Anschläge unterschiedlich berichtet wird, je nach dem welche Religion die Opfer haben.
Wenn der Terrorist in Christchurch ein Islamist gewesen wäre und er hätte 50 Menschen in einer christlichen Kirche ermordet, wäre wohl eher noch mehr berichtet worden.
Aber zur Erinnerung, der Terrorist in Christchurch war kein Islamist und die Opfer waren friedliche Menschen.

17.03.2019 21:37 der_Silvio 9

Jeder Anschlag aus religiösen Motiven ist einer zu viel!
Nur warum, frage ich mich, wird größtenteils dann in den Nachrichten berichtet, wenn Muslime Opfer sind?

"Die islamische Unterdrückung trifft weiterhin Millionen von Christen. In sieben der zehn Länder der World Watch List ist die Hauptursache für Verfolgung die islamische Unterdrückung."
(Quelle: Gatestone Institute vom 04.03.2019 'Bericht: "11 Christen pro Tag für ihren Glauben getötet"')

17.03.2019 17:07 Klaus 8

@ { 17.03.2019 15:17 ups }
Es gibt eben schlaue und weniger schlaue Fragen. Dass Ihre Frage nicht nur überflüssig, sondern auch nicht besonders schlau ist, das haben auch andere Mitschreiber gemerkt.
Für den Massenmörder von Christchurch gibt es keine Entschuldigung oder Relativierung. Er hat massenhaft arglose Zivilisten ermordet. Da verbietet sich jede Frage von selbst, die suggeriert, dass der Täter eventuell nicht zu 100 % verantwortlich sein könnte.

17.03.2019 15:17 ups 7

@6 Klaus Ihr Zitat: "Von daher ist Ihr Argument mehr als überflüssig."

Ein Argument dient immer zur Überzeugung einer Position. Ich habe lediglich eine Frage gestellt und nichts anderes. Was ist so schwer daran zu verstehen?
Ich verurteile diese Schandtat genauso wie jeder andere normale Mensch. Mir hier etwas zu unterstellen, zeigt mir aus welchen Holz Sie geschnitzt sind. Damit Ende der Konversation, denn ein Gedankenaustausch ist mit Ihnen unmöglich.
Lesen Sie besser das Manifest von Marx, da steht auch was vom Gesetz der Negation.

17.03.2019 13:05 Klaus 6

@ { 17.03.2019 12:02 ups }
Das haben die Terroristen vom 09/11 sinngemäß auch gesagt. Und wenn man noch weiter zurück geht, dann haben das auch die Nazis auch gesagt (Beim Überfall auf Polen). Von daher ist Ihr Argument mehr als überflüssig.
Die Wahrheit ist doch, dass hier, wie zuvor auch in Norwegen, ein Wahnsinniger am Werk war. Bei uns gibt es ja auch Wahnsinnige, die allerdings über Jahre Arbeitskollegen oder Patienten umbringen.
Man muss also keine Ausrede suchen. Auch in Zukunft wird es Wahnsinnige, die massenhaft Leute ohne vernünftigen Grund umbringen werden.
Ich gehe davon aus, dass der aktuelle Massenmörder in Neuseeland das Gefängnis nicht mehr lebend verlassen wird. Und das ist auch gut so.

17.03.2019 13:00 REXt 5

In der „freien Welt“ schreibt man sogar von einem Manifest „antiimperialistischer, grüner, nationaler Sozialismus", was der Massenmörder geschrieben hat, klingt wie alles durcheinander, krankhafte Vorstellungen, Breivik, anders kann man nicht sagen.
Da sieht man was fanatische Vorstellungen bewirken können.

17.03.2019 12:02 ups 4

@3Stefan (Der)
Was ist daran nicht zu verstehen? Der Terrorist hatte in seinen Video sinngemäß gesagt: Heute schlagen wir zurück!
Daher meine Frage, wenn es nie Anschläge wie 9/11 gegeben hätte, wäre dieses Attentat trotzdem zustande gekommen? Damit soll nichts bewertet, entschuldigt werden oder sonst was. Finden Sie die Frage so überflüssig oder unangebracht? Ich für meinen Teil denke immer über Ursache und Wirkung nach. Nur wer sich selbst im Denken Grenzen auferlegt, wird nie die richtigen Schlüsse ziehen können.