Winnenden: Schülerinnen und Schüler stehen während der Gedenkfeier zum 10. Jahrestag des Amoklaufs von Winnenden in einer Menschenkette. Ein ehemaliger Schüler hatte am 11. März 2009 in der Albertville-Realschule sowie auf der anschließenden Flucht 15 Menschen erschossen.
Schüler in Winnenden bildeten in Gedenken an die Opfer des Amoklaufs eine Menschenkette. Bildrechte: dpa

10 Jahre danach Winnenden erinnert an Opfer von Amoklauf

Vor zehn Jahren hat ein 17-Jähriger aus Winnenden 15 Menschen und sich selbst erschossen. In der Stadt ist nun der Opfer gedacht worden. Aus der Politik und von der Polizei gibt es Rufe nach einer Verschärfung des Waffenrechts.

Winnenden: Schülerinnen und Schüler stehen während der Gedenkfeier zum 10. Jahrestag des Amoklaufs von Winnenden in einer Menschenkette. Ein ehemaliger Schüler hatte am 11. März 2009 in der Albertville-Realschule sowie auf der anschließenden Flucht 15 Menschen erschossen.
Schüler in Winnenden bildeten in Gedenken an die Opfer des Amoklaufs eine Menschenkette. Bildrechte: dpa

In Winnenden in Baden-Württemberg ist an den Amoklauf eines Schülers vor zehn Jahren erinnert worden. In der Stadt läuteten am Montagmorgen um 9.33 Uhr alle Kirchenglocken. Zu dem Zeitpunkt war am 11. März 2009 der erste Notruf aus der Albertville-Realschule eingegangen.

In der Realschule gedachten Schüler, Lehrer und Angehörige der Opfer der Toten und Verletzten des Amoklaufs. Anschließend bildeten die Teilnehmer der nicht-öffentlichen Veranstaltung eine Menschenkette zur nahegelegenen Gedenkstätte im Stadtgarten.

Dort fand die öffentliche Gedenkfeier statt. Nach Angaben der Stadt wurde sie bewusst schlicht und still gehalten. Unter anderem gab es ein Gebet. Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth sagte, man stehe zusammen und spende gemeinsam Trost. Zugleich betonte er, jede Gewalttat auf der Erde mache den Menschen in Winnenden besonders zu schaffen. Nach seiner Rede lasen Jugendliche die Namen der Opfer vor.

Tatwaffe war unverschlossen

Winnenden - zehn Jahre dannach. Der Amoklauf in der Albertville-Realschule jährt sich am 11. März 2019 zum zehnten Mal. Bei der Bluttat starben 15 Menschen. - Die Gedenkstätte GEBROCHENER RING von Bildhauer Martin Schöneich nahe der Schule erinnert an die Tat und an die Opfer, deren Namen in der Skulptur verewigt sind.
In der Nähe der Realschule erinnert ein gebrochener Ring als Denkmal an die Toten. Bildrechte: IMAGO

Am 11. März 2009 hatte der damals 17 Jahre alte Tim K. während des Unterrichts neun Schüler und drei Lehrerinnen an der Albertville-Realschule erschossen. Auf seiner Flucht tötete der ehemalige Schüler der Schule drei weitere Menschen, mehrere wurden verletzt. Als Tim K. von der Polizei gestellt wurde, tötete er sich selbst. Später stellte sich heraus, dass sein Vater, ein Sportschütze, die Tatwaffe unverschlossen aufbewahrt hatte.

Ruf nach schärferem Waffenrecht

Anlässlich des Gedenkens an den Amoklauf von Winnenden fordern die Grünen und die Gewerkschaft der Polizei eine weitere Verschärfung des Waffenrechts. Die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, der private Besitz von Schusswaffen müsse stärker eingeschränkt werden.

Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, erklärte, man brauche ein rigides Waffenrecht, damit Waffen nicht in die falschen Hände gerieten. Gewalt und Waffen seien keine Problemlösungen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. März 2019 | 09:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. März 2019, 11:49 Uhr