Seismograph
Laut GFZ Potsdam erreichte das Beben die Stärke 6,7. Bildrechte: IMAGO

Insel Zakynthos Schweres Seebeben erschüttert Griechenland

Griechenland ist am frühen Freitagmorgen von einem Erdbeben der Stärke 6,4 bis 6,8 erschüttert worden. Das Epizentrum lag vor der Insel Zakynthos im Ionischen Meer. Für die Insel selbst ging das Beben glimpflich aus.

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Laut GFZ Potsdam erreichte das Beben die Stärke 6,7. Bildrechte: IMAGO

Ein starkes Seebeben hat am frühen Freitagmorgen den Westen Griechenlands erschüttert. Das Zentrum des Bebens lag in der Region um die Insel Zakynthos. Opfer gab es auf der Insel aber keine. Der Bürgermeister der Insel, Pavlos Kolokotsas, sagte im Radio, "niemand wurde verletzt. Verschüttete haben wir nicht". Allerdings hinterließ das Beben Schäden unter anderem an der Hafenpromenade von Zakynthos-Stadt. Außerdem mussten Straßen wegen herabgefallener Steine und Felsen gesperrt werden. Augenzeugen auf der Insel berichteten, der Strom sei in weiten Teilen ausgefallen.

Tausende Menschen hatten auf der Insel die Nacht wegen des Bebens in Parks und in ihren Autos verbracht. Schulen und Behörden bleiben am Freitag geschlossen, weil zunächst die Statik geprüft werden muss. Das Beben war in ganz Griechenland zu spüren sowie auch auf Malta, in Albanien und Süditalien sowie an der Westküste der Türkei.

Zentrum rund zehn Kilometer unter dem Meeresboden

Messungen des geodynamischen Instituts von Athen zeigten eine Stärke 6,4, des GFZ Potsdam 6,7 und die US-Erdbebenwarte USGS registrierte die Stärke 6,8. "Es war ein starkes Beben im Ionischen Meer", sagte ein Seismologe im griechischen Rundfunk. Es habe auch mehrere Nachbeben gegeben. Nach Angaben des GFZ Potsdam erreichten diese Stärken von 4,5 bis 5,5. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgegeben.

Das Zentrum lag demnach rund 44 Kilometer westlich der Insel Zakynthos, laut GFZ Potsdam in einer Tiefe von etwa zehn Kilometern.

Ionisches Meer latent von Erdbeben bedroht

Westlich der Inselgruppe verläuft ein tiefer Graben am Meeresgrund, dort treffen die europäische und die afrikanische Kontinentalplatte aufeinander.

Durch die Reibungen der gewaltigen Platten werden immer wieder starke Beben ausgelöst. Im Jahr 1953 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,2 die Region. Fast 200 Menschen starben damals.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Oktober 2018 | 02:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2018, 13:44 Uhr