Die Temperaturanzeige auf einem Apothekenschild zeigt 44 Grad Celsius.
Mit 44 Grad war in Frankreich noch nicht der Höchstwert erreicht. Bildrechte: dpa

Rekordtemperaturen Hitzewelle in Europa

Erstmals ist in Frankreich die 45-Grad-Marke geknackt worden. Das Land veranlasste für vier Provinzen die Alarmstufe "rot". In ganz Europa kam es durch die Hitze zu mehreren Todesfällen.

Die Temperaturanzeige auf einem Apothekenschild zeigt 44 Grad Celsius.
Mit 44 Grad war in Frankreich noch nicht der Höchstwert erreicht. Bildrechte: dpa

Der Südwesten Europas leidet unter enormer Hitze. In Frankreich wurde erstmals die 45-Grad-Marke überschritten. Tausende Schulen blieben geschlossen. In Spanien kämpfen Rettungskräfte gegen Waldbrände.

Menschenleere Straßen und Schulausfall

Der höchste Wert wurde im Ort Gallargues-le-Montueux bei Montpellier mit 45,9 Grad gemessen. Doch auch in der naheliegendem Gemeinde Villevielle stiegen die Temperaturen auf über 45,1 Grad. Selbst im Hitzesommer 2003 war es in Frankreich nicht so heiß gewesen. Seit dem Mittag vermieden es die Einwohner ihre Häuser zu verlassen.

Als Konsequenz auf die rund 15.000 Hitzetoten 2003 hatte Frankreich ein Warnsystem mit drei Alarmstufen eingeführt. Die höchste Alarmstufe "rot" ist nun für vier Départements im Süden des Landes ausgerufen. Unter anderem sind hier Schulausflüge und Sportveranstaltungen in Schulen abgesagt wurden. Insgesamt 4.000 Schulen blieben geschlossen.

Hühnerkot entzündet Wald

Den dritten Tag in Folge kämpfen in der südkatalanischen Provinz Tarragona hunderte Feuerwehrleute gegen Waldbrände. Durch starken Wind angefacht, haben die Flamme bislang 6.500 Hektar zerstört. Die Forstbehörde vermutet, dass der Brand durch gegorenen Hühnerkot, der sich in der Hitze entzündet hat, ausgelöst wurde.

In ganz Europa starben durch die Hitzewelle fünf Menschen. Im südspanischen Andalusien starb ein 17-jähriger Erntehelfer und ein 93-jähriger an einem Hitzschlag. In Rennes erlitt ein 33-jähriger Dachdecker einen Schwächeanfall, als er auf einem Dach bei 35 Grad im Schatten arbeitete. In Italien starb ein Gerüstbauer, der bereits am Vortag bei der Arbeit zusammengebrochen war. Ebenfalls am Vortag war ein Obdachloser in Mailand gestorben.

In Deutschland ist es zu warm

Für Deutschland war der diesjährige Juni der wärmste und sonnigste seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnung. Mit 19,8 Grad Celsius lag der Temperaturdurchschnitt den Angaben zufolge um 0,4 Grad über dem bisherigen Temperaturrekord aus dem Jahr 2003.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. Juni 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Juni 2019, 20:32 Uhr