Ein Feuer lodert in einem Kamin.
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Klima Wie sauber sind moderne Holzheizungen?

Wer an einen holzbefeuerten Kamin denkt, der bekommt in der Regel ein Gefühl von Wärme, Gemütlichkeit und Wohlbefinden. Doch wie steht es um die Klima- und Umweltfreundlichkeit der Öfen? MDR AKTUELL Hörer Renè Möller möchte deshalb wissen, welche Luftverschmutzungen die neuartigen Holzheizungen verursachen und ob Gefahrenstoffe oder Giftstoffe, die mit verbrannt werden, nachgewiesen werden können.

von Mark Michel, MDR AKTUELL

Ein Feuer lodert in einem Kamin.
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Knisterndes Holz und sanft lodernde Flammen. Kamin- und Kachelöfen sind hierzulande äußerst beliebt, vor allem in ländlichen Regionen. 15 Millionen Holzöfen sind in Deutschland registriert. Doch nicht alles was brennt, darf auch in den Ofen, erklärt Dietrich Leonhard, Schornsteinfegermeister aus Annaberg-Buchholz. "Natürlich komme es vor, dass manche denken, sie dürfen in ihren Feuerstätten alles was thermisch zersetzbar ist, heizen. Das geht also los bei der Verpackung aus gepresstem Holz, geht weiter über Papier, Pappe und wenn es ganz schlimm wird, wird es dann auch noch Kunststoff. Das kommt vor, ist aber im Allgemeinen nicht so oft wie man meint."

Unzweifelhafte Rückstände

Ungefähr alle dreieinhalb Jahre kontrolliert er die Feuerstätten und stößt mitunter auch auf schwarze Schafe. "Ich mach das dann teilweise so, wenn der Müll schon im Ofen liegt dann wird der ausgeräumt und dann muss der unter meinen Augen entsorgt werden und wenn es ganz schlimm kommt, dann gibt es eine Mitteilung an das zuständige Umweltamt." Denn die Zweckentfremdung hinterlässt in den Kaminen unzweifelhafte Spuren, wie zum Beispiel Rückstände von Plastik oder Farben. Die Umweltämter können dann Bußgelder verhängen und Feuerstätten stilllegen.

Ruß und Feinstaub

Lange Zeit galten die Holzöfen als umweltfreundlich. Denn Holz ist beim Verbrennen klimaneutral. Doch bei der Verbrennung entsteht jede Menge Ruß und Feinstaub, erklärt Professor Hartmut Herrmann vom Leibniz Institut für Troposphärenforschung: "Man kann ganz grob sagen, dass die nicht weiter gereinigten Abgase, Rauchgas aus Hausverbrennung, wenigstens soviel Feinstaub produziert wie der Verkehr. Beim Holzverbrennen entstehen stark gesundheitsschädliche Stoffe, manche davon stark krebserregend."

Seit 2015 gelten deshalb auch neue Grenzwerte für Schadstoffe, die in der Bundesimmissionsschutzordnung geregelt sind. Alte Öfen, die die Grenzwerte nicht einhalten, müssen nach und nach fit gemacht werden oder sie müssen auf den Schrott. So läuft am Jahresende 2020 die Schonfrist für Modelle der Baujahre 1985 bis 1994 ab.

Filter generell notwendig

Zwar sind die neueren Holzöfen umweltfreundlicher, doch müssten sie generell über Filter verfügen und außerdem über Ventilatoren, erklärt Ingo Hartmann vom Deutschen Biomasseforschungszentrum in Leipzig. Dort tüftelt er an neuen technischen Lösungen für nahezu Staub- und Rußfreie Holzfeuerungsanlagen. Doch dafür brauche man Sensoren. "Wenn man die Sensoren einbaut, kann man direkt darauf einwirken, indem man beispielsweise die Luftmengen an den einzelnen Stellen, dort wo sie benötigt werden, verändert, so dass man eine hohe Temperatur hat, aber auch eine gute Durchmischung." Zusätzlich würden die Forscher weitere Techniken einsetzen. Das können Katalysatoren sein oder auch Abscheider, die speziell die Partikel reduzieren.

Noch ist das System zwar nicht marktreif, soll aber in naher Zukunft flächendeckend erhältlich sein. In circa fünf Jahren könnte man dann mit Holzöfen ähnlich sauber heizen, wie mit Gas- oder Ölheizungen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. Januar 2019 | 06:24 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Januar 2019, 12:16 Uhr

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37 Kommentare

04.01.2019 09:21 Ekkehard Kohfeld 37

@ Pinoccio 33@31: Tja mein Lieber, wenn man ernsthaft diskutieren will, sollte man den Unterschied zwischen NOX und CO2 kennen.##Und wo kommen die an dem Tag her wenn kein Auto gefahren,warum gibt es dann Fahrverbote deswegen.Eigentor.

04.01.2019 08:45 Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, ... 36

@Peter 35

tja Peter, sie sehen eben den Kausalen Zusammenhang nicht.

Wieder nur Geschwätz!

03.01.2019 22:31 Peter 35

@32: Es steht Ihnen frei, den Ton zu wählen, den Sie für richtig halten.
Nur sollten Sie zumindest bei den Dingen, über die Sie schreiben, die Fakten (man könnte auch sagen, die Wahrheiten) kennen.

03.01.2019 21:58 Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, ... 34

@Peter 33

meine Rede,

danke das sie mir Recht geben.

03.01.2019 21:42 Peter 33

@31: Tja mein Lieber, wenn man ernsthaft diskutieren will, sollte man den Unterschied zwischen NOX und CO2 kennen.
Aber ich helfe gern: NOX schädigt in Oldenburg die Gesundheit der Bewohner der Anliegerstraßen, CO2 schädigt das Klima. Dies spielt bei den Fahrverboten in Oldenburg keine Rolle.
Fakten, mein Lieber, Fakten.

03.01.2019 21:27 Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, ... 32

@Peter 30

"Kann es sein, dass Ihre Wortwahl "unterirdisch" ist."

das wäre es, wenn ich es dummes Geschwätz nennen würde.

Es hilft aber auch nichts wenn ich hier falsche Höflichkeit an der Tag lege,
deshalb habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen,
die Dinge klar auszusprechen, hier in dem Fall schreiben natürlich.

03.01.2019 21:07 Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, ... 31

@Peter 30

"Kann es sein, dass mein "Geschwätz" die Meinung der überwältigenden Mehrheit der Deutschen repräsentiert."

noch mehr Geschwätz, nehmen sie Tor 1, 2 oder Tor 3?

"Nur 3 Prozent halten das Engagement der Regierung in der Klimafrage für übertrieben"

das sind wohl dann die Oldenburger, die jetzt Fahrverbote bekommen, wegen Überschreitung der Zulässigen Werte, an einem Tag wo kein Auto gefahren ist.

Das alles entbehrt jeden gesunden Menschenverstandes!

03.01.2019 20:47 Peter 30

@29: Die ARD hat die Deutschen im Oktober 2018 zu ihrer Meinung zum Klimawandel gefragt: "74 Prozent sind der Meinung, die Regierung sollte in diesem Feld mehr tun. 22 Prozent sind der Auffassung, dass sich die Regierung angemessen um den Klimaschutz kümmert. Nur 3 Prozent halten das Engagement der Regierung in der Klimafrage für übertrieben."
Kann es sein, dass mein "Geschwätz" die Meinung der überwältigenden Mehrheit der Deutschen repräsentiert.
Kann es sein, dass Ihre Wortwahl "unterirdisch" ist.

03.01.2019 20:15 Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, ... 29

@Peter 26

"Und dann griff der Mensch in dieses Gleichgewicht ein und erzeugte durch die Industrialisierung ..."

die Industrialisierung ist so schlimm, das sich die Lebenserwartung der Menschen verdoppelt hat.

ihr übliches Geschwätz eben.

03.01.2019 20:14 Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, ... 28

@Eilenna 15

"es gibt verschiedene Verfahren den Co2 Austoß sowie die Konzentration in der Luft zu messen."

und das ist sogar so effektiv, das in Oldenburg zu hohe Werte gemessen wurden, obwohl an dem Tag gar keine Autos gefahren sind, da war ein Marathon!

Und trotzdem drohen jetzt in Oldenburg Fahrverbote.

Sollte man da nicht eher Sportveranstaltungen verbieten?

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