Burt Reynolds lächelt für die Presse beim Filmfestival 2018 in Palm Beach.
Burt Reynolds 2018 beim Filmfestival in Palm Beach. Bildrechte: imago/ZUMA Press

Hollywood-Star der 70er-Jahre US-Schauspieler Burt Reynolds gestorben

Der US-Schauspieler Burt Reynolds ist tot. Er starb nach Angaben seines Managers im Alter von 82 Jahren in einem Krankenhaus in Florida. Erfolgsstreifen wie "Beim Sterben ist jeder der Erste", "Ein ausgekochtes Schlitzohr" und "Auf dem Highway ist die Hölle los" machten Reynolds in den 70ern und 80ern zu einem der bestbezahlten Filmstars in Hollywood.

Burt Reynolds lächelt für die Presse beim Filmfestival 2018 in Palm Beach.
Burt Reynolds 2018 beim Filmfestival in Palm Beach. Bildrechte: imago/ZUMA Press

Burt Reynolds wurde am 11. Februar 1936 in Lansing, im US-Staat Michigan geboren. In den 50er-Jahren wurde er als Football-Spieler bekannt und erhielt ein College-Sport-Stipendium an der Florida States University. Nach einer Knieverletzung wechselte er zur Schauspielerei und erhielt ein Stipendium in New York.

Zunächst arbeitete Reynolds als Stuntman für das Fernsehen, bevor er einen TV-Vertrag als Schauspieler bekam. Er spielte aber auch Theater am Broadway und arbeitete immer wieder als Regisseur.

Burt Reynolds in dem Film ''Ein ausgekochtes Schlitzohr''.
Burt Reynolds im Hollywood-Streifen''Ein ausgekochtes Schlitzohr''. Bildrechte: imago/United Archives

Seinen ersten Fernsehauftritt hatte Reynolds in der TV-Serie "Riverboat", seine erste Filmrolle 1961 in "Angel Baby". Bis in die frühen 1970er Jahre war Reynolds in zahlreichen TV-Rollen zu sehen, dann gelang ihm 1972 mit dem Actiondrama "Beim Sterben ist jeder der Erste" der Durchbruch als Filmdarsteller. In 1970er Jahren war er auch für die Rolle des James Bond im Gespräch.

Für Schlagzeilen sorgte der Modell-Athlet Reynolds, als er 1972 für die Aprilausgabe des Cosmopolitan nackt posierte. Reynolds lag auf einem Bärenfell, den Intimbereich knapp vom Arm verdeckt.

Als charmanter Talkshow-Gast im amerikanischen TV avancierte Reynolds in den 70ern zum Sexsymbol und Top-Star. Ab 1976 folgten einige Spielfilme. Für großen Erfolg sorgten vor allem künstlerisch wenig anspruchsvolle Actionkomödien wie "Ein ausgekochtes Schlitzohr" (1977) oder "Auf dem Highway ist die Hölle los" (1981).

Mit diesen Filmen, in denen der schnauzbärtige Darsteller das Image des selbstironischen Abenteurers und Outlaws kulitivierte, etablierte sich Reynolds als einer der zugkräftigsten und – mit vier bis fünf Millionen Dollar pro Film – bestbezahlten Stars seiner Zeit.

Sprung ins Charakterfach verpasst

Speers (Clint Eastwood,r) und Murphy (Burt Reynolds) starten gemeinsam eine grosse Aktion und räumen gnadenlos in der Unterwelt auf.
Murphy (Burt Reynolds, l) und Speers (Clint Eastwood) als Ermittler-Duo in "City Heat" Bildrechte: imago/United Archives

1984 spielte Reynolds mit einem der anderen großen Kassenmagneten Hollywoods seiner Zeit – mit Clint Eastwood in "City Heat – Der Bulle und der Schnüffler". Dabei erlitt er einen komplizierten Kieferbruch und wurde von Schmerztabletten abhängig.

Seine Hollywood-Karriere kam ins Stocken. Reynolds konnte nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen und spielte vor allem in B-Movies. Anders als zum Beispiel Clint Eastwood oder Sean Connery gelang ihm nicht der Übergang in altersgemäße Charakterrollen.

Während der ersten Hälfte der 1990er Jahre war Reynolds Star der CBS-Serie "Daddy schafft uns alle", für die er 1991 einen Emmy als Hauptdarsteller im Bereich Comedy und einen Golden Globe gewann. Im Film feierte er noch einen großen Erfolg – in der Rolle als Pornofilmproduzent im Streifen Boogie Nights (1997), die ihm eine Oscar-Nominierung einbrachte.

Frauenschwarm Reynolds

Reynolds war von 1963 bis 1965 mit der Schauspielerin Judy Carne und nach längerer Single-Zeit von 1988 bis 1993 mit der Schauspielerin Loni Anderson verheiratet. Weitere Beziehungen hatte er mit Sally Field, Tennisstar Chris Evert und Dinah Shore. Seine Scheidung von Loni Anderson wurde zu einer Schlammschlacht. Die Trennung ging durch die Medien und schadete seiner Karriere.

Seine Autobiografie mit dem Titel "My Life" wurde 1994 veröffentlicht. Zwei Jahre später musste Reynolds Konkurs anmelden. Im Jahr 2000 ging er mit seiner Burt Reynolds’ One-Man Show auf Tournee, doch 2011 war er wieder pleite, nachdem er die Hypotheken für sein Haus in Florida nicht mehr bezahlen konnte.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. September 2018 | 22:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. September 2018, 22:48 Uhr

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1 Kommentar

07.09.2018 11:49 Thore 1

Sein erster großer Film "Beim Sterben ist jeder der Erste" (auch Flussfahrt) von 1972, im Artikel auch erwähnt, war für mich auch sein Bester !
Läuft bei mir als DVD öfters über die Mattscheibe, da das Fernsehprogramm, ÖR wie auch Private, größtenteils für mich unerträglich ist !
Burt Reynolds, Ruhe in Frieden !