Polizeiabsperrung
Vermummte haben in Magdeburg eine S-Bahn überfallen. Die Polizei nahm vier der Angreifer fest. Bildrechte: imago/Hubert Jelinek

Reizgas versprüht Vermummte Angreifer überfallen Zug in Magdeburg

Vermummte haben in Magdeburg eine S-Bahn an der Weiterfahrt gehindert und anschließend gestürmt. Sie verletzten drei Menschen mit Reizgas und beschädigten den Zug. Die Polizei nahm vier Angreifer fest.

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Vermummte haben in Magdeburg eine S-Bahn überfallen. Die Polizei nahm vier der Angreifer fest. Bildrechte: imago/Hubert Jelinek

Eine Gruppe Vermummter hat am Samstagabend in Magdeburg einen Zug überfallen. Wie die Bundespolizei mitteilte, hatten die Angreifer zunächst Reifen ins Gleisbett geworfen und so die S-Bahn am Haltepunkt Barleber See an der Weiterfahrt gehindert.

Drei Verletzte durch Reizgas

Danach stürmten die etwa zehn Vermummten in den Zug, zogen die Notbremse und versprühten Reizgas. Drei Menschen wurden verletzt. Nach Angaben der Polizei in Magdeburg handelt es sich dabei um zwei Reisende und den Zugbegleiter. Die anderen 40 Fahrgäste seien unverletzt geblieben.

Vier Angreifer festgenommen

Ein DB-Regio-Mitarbeiter steht in einem von Fußballfans verwüstetem Abteil eines Regionalzuges der Deutschen Bahn
Aggressionen frustrierter Fußballfans entladen sich immer wieder in und an Zügen. Wie hier vor rund drei Jahren in einer S-Bahn in Braunschweig. Bildrechte: dpa

Anschließend blockierten die Hooligans die Türen des Zuges von außen und besprühten ihn großflächig mit Graffiti. Beim Eintreffen der Polizei, die auch einen Hubschrauber einsetzte, flüchteten die Vermummten in ein Waldstück. Vier der Angreifer im Alter von 22, 32, 34 und 37 Jahren konnten die Beamten festnehmen.

Die Polizei erklärte, die im Zug eingesperrten Fahrgäste und Sicherheitsbedienstete hätten Handyaufnahmen von dem Blitzüberfall gemacht. Die Strecke musste drei Stunden gesperrt werden.

Spekulationen über FCM-Fans als Täter

Warum gerade dieser Zug ins Visier der Hooligans geraten war, ist unklar. Zunächst hatte dpa berichtet, dass ein Polizeisprecher bei den Angreifern von Anhängern des 1. FC Magdeburg ausgehe. Darauf hätten die Motive der Graffitis schließen lassen.

Später nahm eine Polizeisprecherin von der eindeutigen Zuordnung der Täter zum FCM-Umfeld Abstand. Es könne gesichert nur von vermummten Angreifern gesprochen werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. August 2018 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. August 2018, 10:00 Uhr