Eruption des Anak Krakatau, von einer Yacht aus gesehen.
Eruption des Anak Krakatau. Immer wieder bricht der Vulkan aus. Bildrechte: dpa

Pazifischer Feuerring Vulkane, Erdbeben, Tsunamis - Hotspot Indonesien

Mit 129 aktiven Vulkanen verzeichnet Indonesien die höchste vulkanische Aktivität auf der Welt. Der Anak Krakatau, der offenbar für den jüngsten Tsunami mitverantwortlich ist, hat einen berühmt-berüchtigten Vorfahren.

Eruption des Anak Krakatau, von einer Yacht aus gesehen.
Eruption des Anak Krakatau. Immer wieder bricht der Vulkan aus. Bildrechte: dpa

Der Vulkan, der für die jüngste Tsunami-Katastrophe in Indonesien verantwortlich sein könnte, hat einen berühmt-berüchtigten Vorfahren. Anak Krakatau entstand vor 90 Jahren aus der Caldera (Krater) der Ende des 19. Jahrhunderts in einer gewaltigen Explosion in die Luft geflogenen Vulkaninsel Krakatau.

Zweitschwerste Eruption der Neuzeit

Die Explosion des zwischen Java und Sumatra gelegenen Krakatau im August 1883 gilt bis heute als die zweitschwerste Eruptionen eines Vulkans in der Neuzeit. 36.000 Menschen verloren damals ihr Leben. Gestein, Asche und Rauch wurde 27 Kilometer in die Höhe geschleudert. Die Explosion war noch in 5.000 Kilometern Entfernung zu hören. Die Flutwelle des stellenweise bis zu 40 Meter hohen Tsunamis wurde sogar noch in Europa registriert.

Das "Kind" des Krakatau

Der Vulkan Krakatau auf der Insel Anak Krakatau ist ausgebrochen.
Ausbruch des Anak Krakatau im September von der ISS aus fotografiert. Bildrechte: dpa

Seit 1928 bildete sich dann aus der Caldera des weggesprengten Vulkans dessen "Kind" - der Anak Krakatau (Kind des Krakatau). Seitdem gab es alle zwei bis drei Jahre kleinere Ausbrüche, bei denen der Vulkan stetig weiter wuchs. Seine Spitze ragt inzwischen 300 Meter über den Meeresspiegel. Seit Juni ist der Anak Krakatau wieder besonders aktiv.

Die Eruption am 22. Dezember 2018 war nach Einschätzung des australischen Vulkanologen Ray Cas "relativ klein". Doch könnte sie nach Auffassung des Experten einen Unterwasser-Erdrutsch oder ein Seebeben und damit den tödlichen Tsunami ausgelöst haben.

129 aktive Vulkane

Und das kann in Indonesien immer wieder passieren. Das aus 17.000 Inseln bestehende südasiatische Land mit seinen 129 aktiven Vulkanen verzeichnet die stärkste vulkanische Aktivität weltweit. Das liegt daran, dass Indonesien auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring liegt. Der 40.000 Kilometer lange Vulkangürtel, der den Pazifischen Ozean von drei Seiten umgibt, verdankt seine Existenz den Verschiebungen tektonischer Platten. Sie sind für besonders viele Erdbeben und Vulkanausbrüche verantwortlich. Die Plattenverschiebungen verursachen Schwächezonen und Risse, durch die Magma an die Oberfläche gelangt.

Ausbrüche mit zehntausenden Toten

Zu den folgenschwersten Vulkanausbrüchen Indonesiens gehören außer der Krakatau-Katastrophe von 1883 die Ausbrüche der Vulkane Tambora und Kelud. 1815 brach der Tambora auf der Insel Sumbawa östlich von Bali aus. 12.000 Menschen wurden dabei sofort getötet. Durch eine anschließende Hungersnot starben weitere 80.000 Menschen. Der Ausbruch des Kelud auf Java forderte 1919 mehr als 5.000 Menschenleben. Seit dem 16. Jahrhundert gingen insgesamt rund 15.000 Tote auf das Konto des Kelud. Im Februar 2014 flohen wegen der Gefahr eines erneuten Ausbruchs 75.000 Menschen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Dezember 2018 | 15:00 Uhr