Milch wird in ein Glas eingeschenkt.
Ist Milch gesund oder schädlich? Wissenschaftler sind sich nicht einig. Bildrechte: dpa

Ernährung Ist Milch krebserregend?

Milch macht stark, Milch macht gesund: Jahrzehntelang galt Milch als das Wundermittel schlechthin. Mittlerweile jedoch warnen einige Forscher vor übermäßigem Milchverzehr. So soll etwa das Risiko, an Prostata- oder Brustkrebs zu erkranken, steigen.

von Linda Schildbach, MDR AKTUELL

Milch wird in ein Glas eingeschenkt.
Ist Milch gesund oder schädlich? Wissenschaftler sind sich nicht einig. Bildrechte: dpa

Gerade für Erwachsene ist Milch nicht gesund, sondern schädlich, findet der Professor für Ernährungswissenschaft an der Universität Osnabrück, Bodo Melnik:

Wir haben hier schon einen Wachstumscocktail, der für den Dauerbetrieb von der Natur ja nicht gedacht ist.

Bodo Melnik, Universität Osnabrück

Dieser wachstumsbeschleunigende Effekt der Milch sollte eigentlich nur den Neugeborenen zu Gute kommen, sagt Melnik.

Studie sieht höheres Risiko für Prostatakrebs

Da die Menschen immer weiter Milch trinken, nehmen sie eine viel zu hohe Menge an Wachstumshormonen zu sich. Dies fördere das Krebsrisiko, so der Ernährungswissenschaftler: "Man weiß zum Beispiel, dass junge Männer, die bis zum 20. Lebensjahr täglich Milch konsumieren, im Vergleich zu Jugendlichen, die vielleicht nur mehrmals die Woche Milch trinken, ein dreifach höheres Risiko haben, im Alter an Prostatakrebs zu erkranken.“

Er sehe außerdem Parallelen zum Brustkrebsrisiko für Frauen. Das Konzept der sogenannten "Schulmilch" sollte laut Melnik also komplett überdacht werden.

Verweis auf Milch als nährstoffreiche Energiequelle

Einen ganz anderen Ansatz verfolgt die Ernährungs-Epidemiologin Katharina Nimptsch vom Max-Dellbrück-Institut Berlin. Sie findet:

Milch spielt insbesondere bei Jugendlichen eine Rolle hinsichtlich der Knochengesundheit.

Katharina Nimptsch, Max-Dellbrück-Institut Berlin

Milch sei eine nährstoffreiche Energiequelle, zum Beispiel für Kalzium und Proteine.

Zwar gebe es einen Zusammenhang von Milchkonsum und Prostatakrebs, allerdings sei das eine Ausnahme. Die Krebsstudienlage spreche dagegen, dass Wachstumshormone in der Milch das Krebsrisiko erhöhen.

Uneinheitliche Studienlage

Im Gegenteil: Eine Studie der Harvard Universität, an der sie beteiligt war, hatte zum Ergebnis, dass bei Erwachsenen und Jugendlichen, die viel Milch trinken, ein geringeres Risiko für Dickdarmkrebs besteht.

Wie soll man es also mit der Milch halten? Katharina Nimptsch verweist auf die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, täglich Milchprodukte zu sich zu nehmen. Bodo Melnik hingegen empfiehlt, so weit wie möglich darauf zu verzichten.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. September 2018 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. September 2018, 05:00 Uhr