Eine schwarze Limousine fährt vom Polizeipräsidium Frankfurt/Main weg
Schwarze Limousine vor Polizeipräsidium Frankfurt: Die wartenten Fotografen nehmen offenbar an, dass Ullrich in dem Auto das Gebäude verlässt. Die Agenturen hingegen melden, dass er mit dem Krankenwagen in die Psychiatrie gebracht wurde. Bildrechte: dpa

Vorfall auf Polizeipräsidium Jan Ullrich in Psychiatrie zwangseingewiesen

Nach einem Zwischenfall auf dem Polizeipräsidium Frankfurt ist Jan Ullrich in die Psychiatrie zwangseingewiesen worden. Zuvor war der Ex-Radprofi nach einem Angriff auf eine Escortdame in das Präsidium gebracht worden.

Eine schwarze Limousine fährt vom Polizeipräsidium Frankfurt/Main weg
Schwarze Limousine vor Polizeipräsidium Frankfurt: Die wartenten Fotografen nehmen offenbar an, dass Ullrich in dem Auto das Gebäude verlässt. Die Agenturen hingegen melden, dass er mit dem Krankenwagen in die Psychiatrie gebracht wurde. Bildrechte: dpa

Der ehemalige Radprofi Jan Ullrich ist in eine Psychiatrie zwangseingewiesen worden. Auf dem Polizeipräsidum in Frankfurt am Main, wo der 44-Jährige am Freitag mehrere Stunden in Gewahrsam verbrachte, habe es einen Zwischenfall gegeben. Dieser habe es nötig gemacht, Ullrich einzuweisen, sagte eine Polizeisprecherin. Den Beamten sei aufgrund des körperlichen Zustands von Ullrich nichts anderes übrig geblieben, als den Rettungswagen zu rufen. Laut der Sprecherin kam es zu dem Zwischenfall, als Ullrich gerade aus dem Präsidium entlassen werden sollte.

Festnahme nach Angriff aus Escortdame

Ullrich war am Freitag in einem Frankfurter Luxushotel festgenommen worden. Gegen den früheren Rad-Profi wird wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt. Ihm wird vorgeworfen, eine bestellte Escortdame nach einem Streit angegriffen und verletzt zu haben. Laut zuständiger Staatsanwaltschaft soll er die Frau in der Nacht zum Freitag gewürgt haben, bis ihr schwarz vor Augen wurde.

Nach Angaben der Polizei wird gegen Ullrich auch nach seiner Einweisung in die Psychiatrie weiter ermittelt. Dies gelte sowohl für den Verdacht des versuchten Totschlags als auch der gefährlichen Körperletzung, sagte die Frankfurter Polizeisprecherin.

Massiver Alkohol- und Drogeneinfluss

Jan Ullrich
Der frühere Rad-Profi Jan Ullrich im Juli 2017. Bildrechte: dpa

Oberstaatsanwältin Nadja Niesen hatte zuvor erklärt, der frühere Rad-Profi habe zur Tatzeit unter "massivem Alkohol- und Drogeneinfluss" gestanden. Der verletzten Frau sei es schließlich gelungen, die Polizei zu rufen. Bei der Festnahme soll Ullrich Widerstand geleistet haben.

Laut Polizei hatte Ullrich wegen seines Zustandes zunächst nicht vernommen werden können, später machte er von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Die Escortdame habe eine umfangreiche Zeugenaussage abgelegt.

Am Wochenende Festnahme auf Mallorca

Ullrich hatte erst am Wochenende für Schlagzeilen gesorgt, weil er auf Mallorca festgenommen worden war, wo er seinen Wohnsitz hat. Er soll unberechtigt auf das Grundstück seines Nachbarn Til Schweiger eingedrungen sein und dort Menschen bedroht haben. Ullrich räumte daraufhin ein, private Probleme zu haben. Zugleich hatte er angekündigt, eine Therapie zu machen. Dafür soll er am Donnerstagabend nach Deutschland gereist sein.

Jan Ullrich - ein großer Radrennfahrer 1997 gewann Ullrich als bislang einziger deutscher Radrennfahrer die Tour de France, 2000 wurde er in Sydney Olympiasieger. Später sah er sich mit Dopingvorwürfen konfrontiert und wurde 2006 von der Tour de France ausgeschlossen. 2007 beendete er seine Karriere. 2012 erklärte der Internationale Sportgerichtshof Ullrich für überführt. Kurz darauf räumte Ullrich den Dopingmissbrauch ein.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. August 2018 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. August 2018, 13:44 Uhr