Dieses von der spanischen Guardia Civil zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt ein Rettungsteam, das sich auf den Abstieg des Brunnenschachts vorbereiten.
Die Rettungskräfte wurden in den Parallelschacht hinab gelassen und mussten sich dort mit den Händen zu Julen vorarbeiten. Bildrechte: dpa

In Bohrloch gefallen Zweijähriger Junge in Spanien nur tot geborgen

Das Drama um den zweijährigen Julen in Spanien hat kein glückliches Ende genommen. Rettungskräfte konnten den Jungen nur noch tot bergen. Er war vor fast zwei Wochen in ein 110 Meter tiefes Bohrloch gestürzt.

Dieses von der spanischen Guardia Civil zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt ein Rettungsteam, das sich auf den Abstieg des Brunnenschachts vorbereiten.
Die Rettungskräfte wurden in den Parallelschacht hinab gelassen und mussten sich dort mit den Händen zu Julen vorarbeiten. Bildrechte: dpa

Der zweijährige Julen, der vor fast zwei Wochen in ein Bohrloch in Südspanien gefallen war, ist tot. Rettungskräfte fanden den Leichnam des Jungen in der Nacht zu Samstag. Das schrieb der Präfekt von Andalusien, Alfonso Gómez de Celis, bei Twitter. Demnach drangen die Rettungskräfte um 1.25 Uhr zu dem leblosen Jungen vor.

Unklar ist bisher noch, wie lange Julen bereits tot war. Lokalen Medien zufolge ist er wohl schon beim Sturz in das Bohrloch gestorben. Dem Präfekten zufolge fiel Julen rund 71 Meter tief "im freien und schnellen Fall". Darauf deute die Stellung des Körpers hin. Noch am Samstag sollte die Leiche des Jungen obduziert werden.

Rettungsarbeiten immer wieder verzögert

Der Zweijährige war beim Spielen in den 110 Meter tiefen Schacht gefallen. Einsatzkräfte hatten ihn in einer Tiefe von rund 71 Metern vermutet und den Leichnam schließlich auch dort gefunden. Weil der Schacht nur einen Durchmesser von rund 25 Zentimetern hatte, konnten die Einsatzkräfte zunächst nicht zu Julen vordringen. Sie mussten erst noch einen Parallelschacht graben. Dessen Fertigstellung hatte sich vor allem wegen des harten Gesteins immer wieder verzögert.

Der Schacht in der Nähe der andalusischen Gemeinde Totalán war auf der Suche nach Wasser illegal gegraben worden. Er soll nicht abgedeckt gewesen sein. Die Justiz hat deshalb schon vor Tagen eine Untersuchung eingeleitet.

Bereits ein Kind verloren

Das Drama um den Zweijährigen hatte ganz Spanien in Atem gehalten. Das Königshaus sprach seinen "tiefsten Schmerz" und der Familie sein Beileid aus. Julens Eltern hatten 2017 bereits ihr erstes Kind verloren, das spanischen Medien zufolge mit drei Jahren an einem Herzfehler starb.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Januar 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Januar 2019, 09:15 Uhr