Ein Löschflugzeug kämpft gegen die Waldbrände im US-Bundesstaat Kalifornien.
Tausende Feuerwehrleute kämpfen gegen die Waldbrände in Kalifornien. Bildrechte: dpa/Kent Porter

Verheerende Waldbrände Zahl der Toten in Kalifornien auf mindestens 25 gestiegen

Bei Waldbränden im US-Bundesstaat Kalifornien hat es nach jüngsten Berichten mindestens 25 Tote gegeben, weitere Opfer werden befürchtet. Noch immer sind viele Häuser von dem Feuer bedroht. In Malibu bedrohen die Flammen die Häuser zahlreicher Stars. Das Haus des Entertainers Thomas Gottschalk wurde zerstört. Präsident Trump gab in einem Tweet den kalifornischen Behörden eine Mitschuld an den Bränden.

Ein Löschflugzeug kämpft gegen die Waldbrände im US-Bundesstaat Kalifornien.
Tausende Feuerwehrleute kämpfen gegen die Waldbrände in Kalifornien. Bildrechte: dpa/Kent Porter

Bei Waldbränden in Kalifornien sind mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Allein im Bezirk Butte, in dem auch die nahezu zerstörte Kleinstadt Paradise liegt, gab es laut örtlicher Polizei und Feuerwehr 23 Opfer. In den ausgebrannten Häuserruinen werden noch mehr Tote befürchtet.

Im Küstenort Malibu seien zwei weitere Menschen tot aufgefunden worden, teilte Polizeichef John Benedict vom Bezirk Los Angeles mit. Am Samstag war noch von mindestens elf Toten die Rede gewesen.

Tausende Häuser zerstört

Bei den Löscharbeiten im Bezirk Butte wurden drei Feuerwehrleute verletzt. Seit Donnerstag sind dort mehr als 6.450 Wohnhäuser zerstört worden, etwa 15.000 weitere Gebäude sind bedroht. 4.000 Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen. Damit zählt die Feuerkatastrophe zu den schlimmsten Flächenbränden in der Geschichte Kaliforniens.

Zwei weitere Brände wüten am Nordrand der Metropole Los Angeles. Dort wurde eine Fläche von 280 Quadratkilometer verwüstet. Mindestens 150 Häuser brannten ab, rund 50.000 Gebäude sind noch in Gefahr.

Auch Villen von Prominenten bedroht

Ein Hubschrauber lässt uber einem Wohnhaus Löschwasser ab.
Auch im Nobelort Malibu wüten die Flammen. Bildrechte: dpa

Die ebenfalls von den Waldbränden bedrohte Küstenstadt Malibu liegt rund 800 Kilometer südlich von Paradise. In dem Nobel-Badeort bedrohen die Flammen auch die Häuser von Prominenten. Für den Ort gab es einen Räumungsbefehl.

Stars wie die Sängerinnen und Schauspielerinen Cher und Lady Gaga, der Regisseur und Oscar-Preisträger Guillermo del Toro und die Prominenten Caitlyn Jenner und Kim Kardashian waren von den Evakuierungen betroffen. Der Schauspieler Martin Sheen hatte am Samstag in einem Interview gesagt, er sei vor den Flammen geflohen und müsse die Nacht vermutlich in seinem Auto verbringen.

Auch das Haus des Entertainers Thomas Gottschalk in Malibu ist von den Flammen zerstört worden. Das bestätigte Gottschalk der "Bild"-Zeitung. Er selbst habe sich zu diesem Zeitpunkt in Deutschland aufgehalten, seine Frau habe aber vor den Flammen fliehen müssen.

Notstand ausgerufen

Wegen der Waldbrände wurden in Kalifornien Schulen geschlossen und Sportveranstaltungen abgesagt. Der Pacific Highway, eine der wichtigsten Verkehrsadern des Bundesstaats wurde teilweise gesperrt.

Ein ausgebranntes Autowrack steht unter einem umgeknickten Baum.
Die Feuer haben bereits starke Schäden hinterlassen. Bildrechte: IMAGO

Der kalifornische Interimsgouverneur Gavin Newsom rief für die Brandgebiete den Notstand aus, um die Bereitstellung von Hilfen zu erleichtern. Der Leiter des Katastrophenschutzbüros der kalifornischen Regierung, Mark Ghilarducci, sagte, das Ausmaß der Zerstörungen sei "wirklich unglaublich und herzzerreißend".

Die heftigen Waldbrände sind für diese Jahreszeit in Kalifornien eher ungewöhnlich.

Trump greift kalifornische Behörden an

US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag schwere Vorwürfe gegen die kalifornischen Behörden erhoben. Trump schrieb auf Twitter, Grund für die "massiven, tödlichen und teuren" Feuer sei schlechtes Forst-Management. Milliarden Dollar würden jährlich ausgegeben und trotzdem würden Menschen sterben. Trump drohte in diesem Zusammenhang mit dem Entzug von Geldern des Bundes.

Der Verband der Feuerwehrleute in Kalifornien reagierte empört. Trump habe eine "uninformierte politische Drohung gegen die unschuldigen Opfer dieser verheerenden Feuer" ausgesprochen, sagte Verbandschef Brian Rice.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. November 2018 | 07:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. November 2018, 08:04 Uhr