Studie in Restaurants Fast nur Ungesundes auf der Kinder-Speisekarte

Schnitzel, Pommes, Ketschup: Was Kinder in deutschen Restaurants auf die Teller bekommen, ist fast immer zu fett und zu kalorienreich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Universität Heidelberg.

Schnitzel und Pommes
Vier von fünf Kinderspeisen in Restaurants sind einer Studie zufolge ungesund. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Kindergerichte in deutschen Gaststätten sind Forschern zufolge überwiegend ungesund. Rund vier von fünf untersuchten Speisen seien schlecht für den Körper, sagte der Ernährungswissenschaftler Sven Schneider von der Universität Heidelberg der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Schneider hatte sich zusammen mit anderen Forschern Speisekarten in deutschen Restaurants angeschaut. Fastfood-Ketten wurden nicht unter die Lupe genommen. Das Resultat: Von den knapp 1.900 untersuchten Speisen enthielten demnach die meisten zu viel Fett und Kalorien, dafür aber zu wenig Nährstoffe und oft rotes Fleisch.

Pommes auf mehr als jedem zweiten Teller

Pommes Frites in einer Fritteuse
Pommes Frites - sehr oft dabei auf Kindertellern. Bildrechte: imago/Schöning

Meist wurde den Kindern Fleisch von Schwein und Rind serviert, sagte Schneider weiter. Dieses Fleisch gelte als besonders ungesund. Besser sei zum Beispiel Geflügel. Außerdem stellten die Wissenschaftler fest, dass 54 Prozent der untersuchten Essen Pommes enthielten. Vollkornprodukte fanden sich kein einziges Mal.

Jede vierte Speise erfüllte der Studie zufolge keine einzige Empfehlung, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung für Mittagessen in Kitas und Schulen macht. Zudem gebe es auf den Kindertellern zu wenig Abwechslung. 70 Prozent aller Gerichte enthielten Schnitzel mit Pommes, Chicken Nuggets, Würstchen mit Pommes, Burger, einfach nur Pommes mit Ketchup oder Mayonnaise oder Nudeln mit Soße.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) teilte auf Twitter mit, die Studienergebnisse seien ein Grund, sich mit Vertretern von Restaurants und Gaststätten zu treffen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Februar 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Februar 2019, 17:29 Uhr

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6 Kommentare

04.02.2019 05:14 optinator 6

Die Jugend von heute sollen mal die Rentner von morgen werden.

Da kein Geld übrig ist, jetzt auch noch die Wirtschaft schwächelt, kann man sich wenigstens diese "fetten Jahre" noch gönnen.

03.02.2019 21:06 NRW-18 5

Wie oft geht man für gewöhnlich in ein Restaurant? Jeden Tag? Wohl eher nicht.
Wenn ein Kind mal ein Stück Fleisch mit Pommes rot-weiß isst, wird es davon sicher nicht krank und dick.
Bekanntlich macht die Dosis das Gift.
Viel wichtiger finde ich, dass auch in der heimischen Küche regelmäßig vernünftige Gerichte zubereitet werden und Limonaden, Eistee oder Süßigkeiten eine Ausnahme darstellen.
Ach ja, Bewegung an der frischen Luft sollte hingegen keine Ausnahme sein.

03.02.2019 20:48 frank d 4

Also nach der Energie Euo und Verkehrswende muss nun unbedingt die Ernährungswende ganz dringend kommen, natürlich mit Sanktionen sonst hört ja keiner, aber anders als im Strafrecht wo höhere Strafen ja bekanntlich keinerlei Vorteile bringen, ist es bei der Ernährung wie im Verkehr anders beim Verkehr aber nur auf der Straße im sexuellen Bereich sollen Strafen gar nicht wirken, vermutlich haben die artikelschaffenden kognitive Benachteiligungen ansonsten hätten sie schon etwas von die Menge macht das Gift gehört. Schade das infantile die Welt erklären wollen, fängt doch mal bei euch an, Fernsehen und Medien machen du Kinder träge und fett schaltet doch mal ARD&ZDF ab dann gehen die Kids raus toben und verbrennen die Energie. Zuviel Logik? sapere aude

03.02.2019 20:14 Jakob 3

@1 - Hätte Gott gewollt, dass wir Fleisch fressen, hätte er uns Krallen und Reißzähne gegeben ;)

Das menschliche Verdauungssystem ist übrigens auf Körner optimiert. Und wenn Sie heute ungeniert Fleisch fressen, dann sterben Sie wahrscheinlich eines verfrühten Verfettungstodes - was natürlich absolut legal ist (siehe GEO WISSEN ERNÄHRUNG, "Menschen sind von Natur aus Fleischfresser - stimmt das wirklich?").

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03.02.2019 20:06 Jakob 2

Könnte ein Label initiieren, die Frau Klöckner. Wenn dann an einem Restaurant der Aufkleber mit dem GuloG-Gütesiegel pappt ("Gesund und lecker ohne Gequengel"), dann können Familien dort guten Gewissens Rast machen.

Ich hab ja als Kind auswärts auch nur Pommes gegessen, gerne mit Currywurst. Heute bin ich Vegetarier. Und trotz beidem gesund. Alles auch eine Sache der Verhältnismäßigkeit, wie viel man sich bewegt, etc.

Nachdem die Kinder die meisten Mahlzeiten allerdings in der Schulmensa vertilgen und das Schulessen auch als ungesund gilt, würde es wohl mehr nutzen, dort anzusetzen. In Japan haben die Schulen zum Beispiel eigene Ernährungsberater. Hier bei uns muss es dagegen hauptsächlich billig sein.

03.02.2019 18:34 Auf der Sonnenseite des Lebens 1

das sind die Leute die mir jetzt auch mit Zucker ein schlechtes Gewissen machen wollen.

Hätte Gott gewollt das wir Körner picken, hätte er und Schnäbel gegeben.

Fleisch und Kuchen, das ist gut für den Körper und die Seele ;-)