Hundesitterin mit acht Hunden
Hundesitterin mit acht Hunden. Bildrechte: dpa

Nach tödlichen Attacken Kinderhilfe fordert Führerschein für alle Hunde

Nach den jüngsten Hundeattacken hat der Verein Deutsche Kinderhilfe die Einführung eines bundesweit verbindlichen Hundeführerscheins für alle Vierbeiner gefordert. Kleinkinder seien bei Hundeangriffen besonders gefährdet.

Hundesitterin mit acht Hunden
Hundesitterin mit acht Hunden. Bildrechte: dpa

Die Deutsche Kinderhilfe hat die Einführung eines bundesweit verbindlichen Hundeführerscheins gefordert. Dieser sogenannte Sachkundenachweis zum Halten eines Hundes solle demnach ausnahmslos für alle Halter gelten.

Der Vorstandsvorsitzende der Kinderhilfe, Rainer Becker, sagte dazu am Freitag: Eine Abwägung zwischen dem Interesse der Hundehalter und dem Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit müsse "ausnahmslos und unzweifelhaft zugunsten des Kindes entschieden werden". Gerade bei Kleinkindern sei die Gefahr, durch Hunde verletzt zu werden, sehr groß.

Grund für den Vorstoß sind jüngste Vorfälle

Hundeführerschein in Niedersachsen

In Niedersachsen gibt es bereits einen Hundeführerschein. Allerdings: Wer vor 2013 zwei Jahre lang ohne Beanstandung einen Hund gehalten hat, ist davon ausgenommen. Laut Statista liegt die Zahl der Hundebesitzer in Deutschland bei über 10,4 Millionen.

Deutsche Kinderhilfe e.V.

Der im Jahr 2000 gegründete Verein Deutsche Kinderhilfe versteht sich als unabhängige Kinderschutzorganisation. Er setzt sich nach eigenen Angaben aktiv und überparteilich für den Schutz und die Rechte aller Kinder in Deutschland ein. Ziele sind ein kinderfreundlicheres, gerechteres und sozialeres Deutschland.

Dieses Thema im Programm: MDR RADIO SACHSEN | 13. April 2018 | 13:28 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. April 2018, 21:02 Uhr

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9 Kommentare

14.04.2018 14:49 MuellerF 9

@6: Ich denke, es wäre so ähnlich wie beim KfZ-Führerschein: in der Prüfungssituation wird natürlich versucht, alles richtig zu machen, spätestens nach der Probezeit jedoch nach eigenem Gutdünken gehandelt.

14.04.2018 11:57 MuellerF 8

Ich frage mich, wie ein Sachkundenachweis die o.g. Fälle verhindert hätte?

14.04.2018 11:00 Brennabor 7

Für Radfahrer geht die größte Gefahr von Hunden
und deren Halter aus, denn 10 Meter lange Leinen
machen wirklich keinen Sinn. Und wer ist dann der
Dumme ??? Der Radfahrer der auf die Frisöse fliegt !!!

14.04.2018 10:06 Rumsdibums 6

Eine Wesens- und Wissensprüfung für Halter und Hund z.B. in Form eines Kurses mit Abschlussprüfung halte ich für Sinnvoll.
Das hilft absichtliche und unabsichtliche Tierquälerei zu reduzieren und kann im Vorfeld deutlich machen was es bedeutet ein Rudeltier halten zu wollen.

14.04.2018 09:30 Brennabor 5

Fast in jedem Fernsehfilm werden Hunde
verherrlicht. Die Hundefutter - Aktie ( Zooplus ) hat sich schon um das 7 fache erhöht.
Tretminen sind kaum noch zu umgehen.
Dafür sterben die Bienen ( Glyphosat ).

14.04.2018 08:19 Elxlebener 4

Was für ein Witz der der Kinderhilfe e.V, das für alle Hunderassen ein Hundeführerausweis benötigt wird. Diese Leute haben keine Ahnung von Hunderassen.

14.04.2018 07:39 Karl Heinz Torstmann 3

Mittlerweile gibt es in Deutschland mehr Hunde als Kinder, ... merkwürdig!

13.04.2018 23:17 part 2

In Bismarks- Zeiten wurde die Hundesteuer als Luxussteuer eingeführt um die Anzahl der Hunde in den Städten zu begrenzen, nicht um mehr Abgaben zu generieren. Heute hat die Hundesteuer nur noch einen Placeboeffekt und die Subkultur breitet sich immer weiter aus. Die Abschaffung der Rasselisten durch einzelne Bundesländer war hierbei ein zusätzliche Versagen der Politik. Wölfe sollen in D abgschossen werden aber Kampfhunde als Kuscheltiere erlaubt sein, die zudem noch die Gehwege und Wiesen vollsch... 90 % der GassigeherInnen sind weiblich, soziologische Studien zu diesem Phenomen sollten vorangetrieben werden um dem Einhalt zu gebieten. Hundeführerscheine können trotzden nie Sicherheit bieten, auch unter Menschen gibt es immer mal wieder Amokläufer.

13.04.2018 23:09 Markus 1

Danach bitte noch auch Führerschein für Katzenhalter: die Katzen können auch gefährlich werden. Und generell: jede Tätigkeit ohne Erlaubnis sollte strafbar werden. Z.B. um im Wald spazieren zu gehen, sollte man Wald-Zu-Fuß-Führerschein beantragen! Sonst ist das gar nicht in Ordnung, dass die Deutschen so viel ohne Erlaubnis, einfach so machen!
Aber ernst: es gibt genug Gesetze, um die Halter zu bestrafen, die ihre Hunde nachlässig halten. Wozu noch Führerschein?