Ein Schaufelradbagger SRs 2000 der MIBRAG steht bei frostigen Temperaturen im Tagebau Vereinigtes Schleenhain bei Pödelwitz (Sachsen) vor den Kühltürmen des Kraftwerks Lippendorf.
Das Kraftwerk Lippendorf bei Leipzig. Bildrechte: dpa

Kommentar Leipzig macht Druck beim Braunkohleausstieg

Leipzig will weg von der Braunkohle. Löblich, findet MDR-AKTUELL-Wirtschaftsexperte Wolfgang Brinkschulte. Politisch gesehen steht die Großstadt damit sachsenweit allerdings alleine da - zumindest noch.

von Wolfgang Brinkschulte, MDR-AKTUELL-Wirtschaftsexperte

Ein Schaufelradbagger SRs 2000 der MIBRAG steht bei frostigen Temperaturen im Tagebau Vereinigtes Schleenhain bei Pödelwitz (Sachsen) vor den Kühltürmen des Kraftwerks Lippendorf.
Das Kraftwerk Lippendorf bei Leipzig. Bildrechte: dpa

Die Stadt Leipzig nimmt ihre Energiezukunft selbst in die Hand. Das hört sich ganz sachlich an. Um Unsicherheiten beim Braunkohleausstieg zu entgehen, schlägt Leipzig einen eigenen Weg ein.

Ausstieg ausgerechnet im Braunkohlenland Sachsen

Wolfgang Brinkschulte, MDR aktuell Wirtschaftsexperte
MDR-AKTUELL-Wirtschaftsexperte Wolfgang Brinkschulte Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Man will unabhängig von äußeren Einflüssen werden. Für die Wärmeversorgung der Stadt heißt das, in den nächsten Jahren, spätestens ab 2023, auf die Belieferung durch das Braunkohlekraftwerk Lippendorf zu verzichten. Stattdessen also Fernwärme aus eigenen Gaskraftwerken, Biomasse und Solar. Und Strom produziert Leipzig ohnehin schon zu einem großen Teil selbst.

Technisch geht das also offenbar unproblematisch und ohne höhere Kosten für Verbraucher und Unternehmen. Oberbürgermeister Jung forciert damit im Braunkohlenland Sachsen den Ausstieg aus dem CO2-Killer.

Politischer Alleingang

Das passt in das Klimabedrohungsszenario, das derzeit beim Gipfel im polnischen Katowice diskutiert wird. Klimapolitisch ergibt es Sinn, möglichst schnell auf die Braunkohle zu verzichten.

Doch politisch macht Leipzig damit einen Alleingang. Denn die sächsische Landesregierung in Dresden verfolgt noch einen anderen Weg. Die wartet auf die Empfehlungen der Braunkohlenkommission im Februar. Und gleichzeitig dringt sie massiv darauf, mit vielen Milliarden die Zukunft der Braunkohlenstandorte abzusichern.

Nun macht Leipzigs Oberbürgermeister Druck. Die größte Stadt mitten in der Braunkohlenlandschaft könnte weitere Bewegung in die Debatte bringen, nach dem Motto: Leipzig kohlefrei.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 05. Dezember 2018 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2018, 17:56 Uhr

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3 Kommentare

05.12.2018 20:35 Klaus 3

Fernwärme aus eigenen Gaskraftwerken, Biomasse und Solar

>>Ein GUTER Kommentator hätte spätestens hier Fragen aufgeworfen. Hat er nicht. Eigene Gaskraftwerke - toll! Und die Heizmasse, wo kommt die her, wenn das das bundesweite Modell sein soll, was Grünlinken vorschwebt? Biomasse - woher nehmen, wenn nicht anderen, jetzigen Anlagen stehlen? Beachte dabei, dass in Sachsen schon Anlageninstallationen hierzu abgelehnt wurden, auf Grund NICHT vorhandener Kapazitäten, die vergast werden soll. Beispiel kann ich gern nennen. Solar. Na gut, man kann die Dächer vollstopfen. Nur muß das auch wer bezahlen. Ich glaube kaum, dass private Besitzer das mal einfach so bezahlen werden. Bleiben städtische Gebäude und Flächen. Gibts genug Dächer der stadteigen? Flächen werdens wohl nicht sein, die sind in Leipzig rar. Also was soll der Spuk? Klar MUSS man irgendwann von Kohle weg. Aber DURCHDACHT,Schritt für Schritt, linksgrüne Aktionismus und Populismus ist Müll. Antworten hätte ich gern!

05.12.2018 19:52 Carolus Nappus 2

Man will unabhängig von äußeren Einflüssen werden. Das Gas wird also in den Amtsstuben produziert? Oder hat man irgendwo in Leipzig Erdgasfelder entdeckt?

05.12.2018 18:11 Blumenfreund 1

Möchte mal wissen mit was die Leipziger im Winter ihre Stuben heizen sollen.
Alles abschalten und dann auf ins Mittelalter !!