Tabak wird in Dosen gefüllt.
Tabak verursacht nach Berechnungen des Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg die häufigsten Krebserkrankungen. Bildrechte: dpa

Hochrechnungen Zwei von fünf Krebserkrankungen vermeidbar

Heidelberger Forscher haben errechnet, wie viele Krebserkrankungen sich vermutlich verhindern ließen, wenn der Tabak- und Alkoholkonsum drastisch zurückgefahren werden würde. Doch auch Übergewicht schlägt stark zu Buche.

Tabak wird in Dosen gefüllt.
Tabak verursacht nach Berechnungen des Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg die häufigsten Krebserkrankungen. Bildrechte: dpa

Rauchen, Alkohol, fettes Essen oder dreckige Luft  - darauf sind zehntausende Krebserkrankungen jährlich in Deutschland zurückzuführen. Das geht aus Analysen von Wissenschaftlern des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg hervor.

Tabak häufigster Krebserreger

Von den 440.000 in diesem Jahr zu erwarteten Krebserkrankungen sind nach Hochrechnungen der Wissenschaftler rund 37,4 Prozent diesen Risikofaktoren zuzuschreiben. Von jeweils fünf Krebserkrankungen könnten sich also rund zwei mit einem gesünderen Lebensstil verhindern lassen.

Tabakkonsum macht laut den Berechnungen der Wissenschaftler mit über 19 Prozent den Großteil der vermeidbaren Fälle aus. Die Forscher schätzen hier die Zahl der Betroffenen auf 85.000. Hoch zu Buche schlagen bei den Krebserkrankungen auch Übergewicht mit 30.600 Fällen und geringe körperliche Aktivitäten mit rund 27.00 Fällen.

Effekt auf Gesundheitspolitik erwünscht

Die Forscher schreiben im "Deutschen Ärzteblatt", sie lieferten Argumente für gewisse Prioritäten in der Gesundheitspolitik. So sei dringend ein komplettes Werbeverbot für Tabakprodukte nötig, auch weil Rauchen nicht nur Krebs, sondern auch andere Erkrankungen verursache.

Wie krebserregend ist Milch?

Ernährungswissenschaftler der Universität Osnabrück hatten zuletzt auch herausgefunden, dass übermäßiger Milchkonsum das Risiko erhöhe, an Prostata- oder Brustkrebs zu erkranken. Grund sei der wachstumsbeschleunigende Effekt der Milch. Zu einem anderen Schluss kommt hingegen eine Studie der Harvard-Universität. Hier kam heraus, dass bei Erwachsenen und Jugendlichen, die viel Milch trinken, ein geringeres Risiko für Dickdarmkrebs bestehe.

  

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. September 2018 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. September 2018, 11:07 Uhr