Die gesperrte Tauentzienstraße nach einem illegalen Autorennen.
Ein neues Urteil rund drei Jahre nach einem tödlichen Rennen auf dem Kurfürstendamm. Bildrechte: dpa

Lebenslange Gefängnisstrafe Wieder Mordurteil gegen Berliner Raser

Gut drei Jahre nach einem tödlichen Autorennen in der Berliner Innenstadt hat das Landgericht zum zweiten Mal zwei Raser wegen gemeinschaftlichen Mordes verurteilt. Die erste Verurteilung hatte der BGH aufgehoben.

Die gesperrte Tauentzienstraße nach einem illegalen Autorennen.
Ein neues Urteil rund drei Jahre nach einem tödlichen Rennen auf dem Kurfürstendamm. Bildrechte: dpa

In Berlin sind zwei Raser zum zweiten Mal wegen gemeinschaftlichen Mordes verurteilt worden. Das Landgericht verhängte gegen die beiden Männer eine lebenslange Haftstrafe. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass sie den Tod eines Autofahrers in Kauf nahmen.

Mit dem Leben anderer Menschen gespielt

Der Vorsitzende Richter erklärte, die beiden Raser hätten aus nichtigem Anlass mit dem Leben anderer Menschen gespielt. "Was geschah, hatte mit Fahrlässigkeit nichts zu tun", so der Richter. Mit dem Urteil entsprach das Gericht weitgehend den Forderungen der Staatsanwaltschaft.

Die beiden Sportwagenfahrer waren im Februar 2016 mit bis zu 170 Stundenkilometern über den Kurfürstendamm gerast. Einer der Angeklagten hatte an einer roten Ampel einen Jeep gerammt. Dessen Fahrer starb noch am Unfallort.

Die erste Verurteilung war vom Bundesgerichtshof (BGH) unter anderem wegen einer unzureichenden Urteilsbegründung aufgehoben worden.

Neue Gesetzeslage

Seit Oktober 2017 können Teilnehmer an illegalen Autorennen härter bestraft werden. Im Strafgesetzbuch gibt es nun den Paragrafen 315d. Wird durch ein "verbotenes Kraftfahrzeugrennen" der Tod eines anderen Menschen verursacht, können bis zu zehn Jahre Haft verhängt werden. Rückwirkend konnte die neue Regelung auf den Berliner Raser-Fall aber nicht angewandt werden.

Der BGH hatte erst Anfang März in einem anderen Fall bestätigt, dass ein rücksichtsloser Raser als Mörder verurteilt werden kann.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. März 2019 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. März 2019, 17:05 Uhr