Das dänische U-Boot "Nautilus" beim Auslaufen
Das selbst gebaute U-Boot Madsens beim Auslaufen am 10. August. Bildrechte: dpa

U-Bootbauer vor Gericht Lebenslange Haftstrafe wegen Mordes an Journalistin

Der dänische U-Bootbauer Madsen muss wegen Mord an einer Journalistin voraussichtlich lebenslang hinter Gitter. In Dänemark bedeutet das eine Haftstrafe von rund 15 Jahren. Der 47-Jährige hatte im vergangenen Jahr eine Journalistin auf seinem U-Boot sexuell missbraucht, ermordet und dann zerstückelt, befanden die Richter. Madsen ging nach dem Urteil in Berufung.

Das dänische U-Boot "Nautilus" beim Auslaufen
Das selbst gebaute U-Boot Madsens beim Auslaufen am 10. August. Bildrechte: dpa

Der dänische U-Boot-Bauer Peter Madsen ist wegen der Ermordung der schwedischen Journalistin Kim Wall zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Mit seinem Urteil folgte das Gericht in Kopenhagen der Forderung der Staatsanwaltschaft. Es befand den 47-Jährigen für schuldig, die 30-jährige Wall im August 2017 auf seinem U-Boot sexuell missbraucht, ermordet und zerstückelt zu haben. Madsen ging unmittelbar nach Urteilsverkündung in Berufung.

Dem Gericht zufolge fällte die Richterjury ein einstimmiges Urteil. Lebenslänglich bedeuten in Dänemark eine Haftstrafe von etwa 15 Jahren. Nach zwölf Jahren können die Verurteilten um Begnadigung bitten.

Für Interview an Bord gegangen

Die Journalistin war mit Madsen am 10. August 2017 für ein Interview in seinem U-Boot auf Tauchfahrt gegangen. In der Nacht wurde sie von ihrem Freund als vermisst gemeldet. Tags darauf tauchte das U-Boot auf - sank aber wieder. Madsen gab technische Probleme an, Fischer retteten ihn. Später waren dann Körperteile der Journalistin in der Ostsee aufgetaucht. sie wiesen zahlreiche Stichwunden auf. Was genau den Tod der jungen Frau auslöste, konnte laut Staatsanwaltschaft nicht festgestellt werden.

Madsen verneint Tatvorsatz

Aufgrund der Verletzungen geht die Anklage aber davon aus, dass Madsen sexuelle Fantasien auslebte. Er selbst behauptete zunächst, er habe Wall nach einer Havarie sicher an Land gebracht. Als ihre Leichenteile gefunden worden waren, sagte er, die Journalistin sei bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen. Er habe ihre Leiche im Meer entsorgt. Später änderte er seine Version nochmals und sagte, Wall sei nach einem plötzlichen Druckabfall an Bord gestorben. Bis zuletzt erklärte er, er habe die Journalistin nicht vorsätzlich getötet.

Gutachter hatten Madsen als "pathologischen Lügner" bezeichnet, der "eine Gefahr für andere" darstelle und wahrscheinlich zum Wiederholungstäter werden könnte.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. April 2018 | 13:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. April 2018, 15:29 Uhr

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