Verwarn- und Bußgelder Darauf müssen Sie achten, damit es am Männertag nicht teuer wird

Männertag: Die Stimmung ist ausgelassen, alle sind in Partylaune. Da passiert es leicht, dass man Dinge tut, die man vielleicht lieber hätte sein lassen. Wir haben Rechtsanwalt Swen Walentowski, Redaktionsleiter bei Anwaltsauskunft.de gefragt, welche Geldstrafen im Ernstfall drohen.

Was kostet es, wenn ich an einem Ort grille, an dem es nicht erlaubt ist?

Wo es in der freien Natur oder im Park erlaubt ist zu grillen, unterscheidet sich von Gemeinde zu Gemeinde. Übergreifend gilt: Gegrillt werden darf überall dort, wo die Erlaubnis sichtbar ist, zum Beispiel durch ein Schild. Wer ohne Erlaubnis in der freien Natur ein Feuer macht und grillt, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Das Bußgeld für Grillen im Wald beträgt in Thüringen bis zu 2.500 Euro, in Sachsen bis 10.000 Euro und in Brandenburg bis 100.000 Euro. Wie hoch das Bußgeld für Grillen in Naturschutzgebieten ausfällt, hängt ebenfalls vom Bundesland ab. In Sachsen werden mindestens 75 Euro fällig, in Thüringen mindestens 50 Euro.

Unterschied zwischen Verwarngeld und Bußgeld Eine Verwarnung wird bei geringfügigen Ordnungswidrigkeiten ausgesprochen. Sie kann ein Verwarnungsgeld beinhalten, muss aber nicht, ebenso besteht kein Zwang zur Schriftform. Die Strafen bei einem Verwarnungsgeld liegen zwischen 5 Euro und maximal 35 Euro.

Eine Verwarnung wird zum Bußgeld, wenn der Betroffene die Verwarnung nicht akzeptiert oder die Zahlung innerhalb der Fist versäumt. In diesem Fall wird ein Bußgeldverfahren eingeleitet, um über die Ordnungswidrigkeit zu entscheiden. Im Gegensatz zur Verwarnung gibt es einen Bußgeldbescheid immerschriftlich. Ein Bußgeld ist generell deutlich teurer als eine Verwarnung und beginnt ab 40 Euro.

Kann Wildpinkeln teuer werden?

In Erfurt und Halle kann das Wildpinkeln bis zu 5.000 Euro kosten. Allerdings meist nur in schwerwiegenden Fällen. Normalerweise beträgt das Verwarngeld rund 35 Euro. Berlin erhebt die geringsten Geldbußen deutscher Großstädte: Die Strafe für öffentliches Urinieren beträgt hier 20 Euro.

Karte zu Bußgeldhöhen für "Wildpinkeln" 2016
So teuer kann Wildpinkler ihr Vergehen zu Stehen kommen. Bildrechte: Maximilian Schörm/MDR SACHSEN-ANHALT

Was passiert, wenn ich meinen Müll zurücklasse?

Die Höhe der Geldstrafe hängt vom Bundesland ab. Lässt man Müll wie Pappbecher, Pappteller oder Bananenschalen zurück, droht in Brandenburg ein Verwarn- bzw. Bußgeld von 15 Euro, in Berlin von 35 Euro, in Sachsen von 10 bis 40 Euro und in Sachsen-Anhalt von 10 Euro.

Was kostet es, mit dem Bollerwagen auf der falschen Fahrbahnrand-Seite zu laufen?

Fußgänger, die außerhalb einer Ortschaft nicht am linken Fahrbahnrand laufen, riskieren eine Verwarnung, die kostet 5 Euro.

Laut Straßenverkehrsordnung gilt allerdings: "Wer zu Fuß geht und Fahrzeuge oder sperrige Gegenstände mitführt, muss die Fahrbahn benutzen, wenn auf dem Gehweg oder auf dem Seitenstreifen andere zu Fuß Gehende erheblich behindert würden.

Benutzen Fußgänger, die Fahrzeuge mitführen, die Fahrbahn, müssen sie am rechten Fahrbahnrand gehen. Vor dem Abbiegen nach links dürfen sie sich nicht links einordnen." Wer einen Bollerwagen zieht, muss also unter Umständen auf die Straße ausweichen und dort dann auf der rechten Seite gehen.

Was kostet es, wenn ich den Verkehr auf der Straße behindere?

Auf der Fahrbahn zu gehen, obwohl ein Gehweg beziehungsweise ein Seitenstreifen vorhanden ist, kann eine Geldstrafe von 10 Euro nach sich ziehen. Wer zu Fuß auf Kraftfahrtstraßen oder der Autobahn unterwegs ist, muss ebenfalls mit 10 Euro rechnen.

Was kostet es, wenn ich mit Polizeibeamten diskutiere?

Wenn ein Fußgänger ein Haltegebot oder Zeichen eines Polizeibeamten nicht beachtet, kann ein Verwarngeld von 5 Euro fällig werden. Bei Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte droht eine höhere Geldstrafe oder sogar eine Freiheitsstrafe.

Eine Polizistin stoppt einen Autofahrer.
Bei Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte droht im schlimmsten Fall eine Freiheitsstrafe. Bildrechte: dpa

Was kostet es, wenn man in der Öffentlichkeit nackt rumläuft?

Als Faustregel gilt: In der Öffentlichkeit oder in der Natur nackt zu sein ist solange erlaubt, bis sich jemand gestört fühlt. Strafrechtliche Konsequenzen drohen zwar nicht, wenn man ohne sexuellen Bezug in der Öffentlichkeit nackt ist. Fühlt sich jemand belästigt, gilt öffentliches Nacktsein aber als "Belästigung der Allgemeinheit". Das kann als Ordnungswidrigkeit gelten. Hier droht ein Bußgeld von maximal 1.000 Euro. In der Praxis bleibt es aber meist bei einem Platzverweis.

Wird es teuer, wenn ich zu laut feiere?

Sonntags und ab 22 Uhr gilt in Deutschland die allgemeine Ruhezeit. In der Hausordnung kann außerdem eine Mittagsruhe festgeschrieben sein. Wer diese Ruhezeiten missachtet, weil er zum Beispiel zu Hause weiterfeiert, riskiert ein Bußgeld von bis zu 5.000 Euro. Außerdem kann der Vermieter einen zu laut feiernden Mieter abmahnen oder kündigen.

Jugendliche feiern
Laut Party feiern: Bis 22 Uhr okay. Bildrechte: Colourbox.de

Gibt es eine Promillegrenze für Fußgänger?

Für Fußgänger gibt es keine Promillegrenzen wie für Autofahrer oder Radler. Passiert aber ein Unfall und stellt ein Gericht fest, dass ein betrunkener Fußgänger daran schuld ist, haftet auch er. 

Was passiert, wenn Minderjährige in der Gruppe auch Alkohol trinken und erwischt werden?

Minderjährige ab 16 Jahren dürfen Wein, Bier oder Sekt trinken. Verkauft ein Laden oder Kiosk ihnen härteren Alkohol, kommt ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen den Verkäufer des Alkohols in Betracht.

Wer Minderjährige mit hochprozentigem Alkohol "abfüllt" und dadurch eine Volltrunkenheit herbeiführt, macht sich unter Umständen der Körperverletzung schuldig. Wann das der Fall ist, hängt allerdings vom Einzelfall ab.

Was passiert, wenn ich betrunken Fahrrad fahre?

Auch Radfahrer drohen Konsequenzen, wenn sie betrunken fahren. Bei einem Alkoholpegel zwischen 0,3 und 1,6 Promille müssen sie mit einem Ermittlungsverfahren rechnen, wenn sie in einen Unfall verwickelt sind.

Wer mit 1,6 Promille oder mehr Fahrrad fährt, begeht eine Straftat. Der Radfahrer muss dann mit einer Geldstrafe von meist einem Nettomonatsgehalt und zwei Punkten in Flensburg rechnen. Radler werden ab dieser Promillegrenze zudem zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) geschickt. Je nach Ergebnis spricht die Straßenverkehrsbehörde ein unbefristetes Radfahrverbot aus oder kassiert den Autoführerschein ein.

Kann Alkoholkonsum in Bus und Bahn auch teuer werden?

Ob Alkoholkonsum in Bus und Bahn verboten ist und ob eine Geldstrafe droht, hängt von der Stadt, dem Land und dem Verkehrsverbund ab. Wer in Berliner Bussen und Bahnen Alkohol trinkt, riskiert zum Beispiel keine Geldstrafe, aber einen Rauswurf aus dem Fahrzeug. In Hamburg beträgt das Bußgeld 40 Euro.

Mit Restalkohol am nächsten Morgen hinters Steuer: Was kann es kosten?

Wenn sich jemand mit Restalkohol im Blut hinters Steuer setzt, kann das dazu führen, dass er nicht mehr sicher fahren kann. Wird er dann in einen Unfall verwickelt, für den der Alkohol mit verantwortlich ist, droht eine Strafe. Ein Autofahrer mit mindestens 0,3 Promille, der den Verkehr gefährdet oder einen Unfall verursacht, riskiert eine Geldstrafe. Ab 0,5 Promille drohen – auch ohne Unfall – eine Geldstrafe von mindestens 500 Euro und zwei Punkte in Flensburg. Außerdem ist der Führerschein für einen Monat weg.

Wer mit einem Alkoholpegel von 1,1 Promille oder mehr unterwegs ist, begeht eine Straftat. Es droht eine Geldstrafe, die sich nach den wirtschaftlichen Verhältnissen des Fahrers richtet. Außerdem wird der Führerschein für eine bestimmte Frist entzogen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Mai 2018 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Mai 2018, 11:59 Uhr