Die Mars-Sonde schweigt Wie geht es "Schiaparelli"?

Die europäische Weltraumagentur ESA hat die Mars-Landung der Testsonde "Schiaparelli" als teilweise geglückt bezeichnet. Obwohl die Experten nicht genau wissen, was mit der Sonde beim Aufsetzen auf den Nachbarplaneten passierte, werden Daten an die Schwestersonde TGO gesendet, was für die Experten ein großer Erfolg ist. Die ESA will damit nach Spuren von Leben auf dem Mars suchen.

Die mit Spannung erwartete Landung der Mars-Sonde "Schiaparelli" auf dem Nachbarplaneten ist nur teilweise erfolgreich gewesen. Auf einer Pressekonferenz in Darmstadt sagte Andrea Accomazzo von der Europäsichen Raumfahrtagentur (ESA): "Der Lander hat sich nicht verhalten, wie wir erwartet haben." Dennoch habe die Testsonde "Schiaparelli" Daten gesammelt. Das sei das Wichtigste.

Verbindung brach kurz vor dem Aufsetzen ab

Ob "Schiaparelli" auf dem Mars zerschellt oder unbeschädigt ist, konnten die Experten allerdings weiterhin nicht sagen. Von dem Modul selbst kommen nämlich keine Daten. Wie Accomazzo erklärte, ist unklar, was im letzten Teil des Sinkfluges - etwa 50 Sekunden vor dem geplanten Aufsetzen der Sonde - geschehen sei. Die Daten, die kurz nach dem Abwurf der Fallschirme gesendet wurden, hätten nicht den Erwartungen entsprochen. Es könne sein, dass der Lander zu schnell war, als er sich der Marsoberfläche näherte. Die Signale würden weiter ausgewertet. Am Mittwochabend hatte die ESA die Landung "Schiaparellis" auf dem Mars bestätigt. Nach der programmierten Ankunftszeit am Mittwochnachmittag gab es jedoch stundenlang keine Signale.

Lange Reise

"Schiaparelli" und der Satellit "Trace Gas Orbiter" ( TGO ) waren vor sieben Monaten als erster Teil des ExoMars-Projekts vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet. Mit gut 21.000 Stundenkilometern sollte die etwa 600 Kilogramm schwere Testsonde "Schiaparelli" am Mittwochnachmittag in etwa 121 Kilometern über der Oberfläche in die Mars-Atmosphäre stoßen, um nach einem "Höllenritt", dem Abbremsen auf zehn Stundenkilometer wenige Minuten später aufzusetzen - eine gewaltige Belastung für die mit Fallschirm und Schutzschild ausgerüstete Sonde. Die letzten zwei Meter sollte sie im freien Fall zurücklegen und in der Nähe des fast 13 Jahre alten NASA-Rovers "Opportunity" der USA landen.

Schwieriges Manöver

Zuvor hatte sich "Schiaparelli" von ihrer Atmosphären-Raumsonde TGO getrennt, mit der sie bis Sonntag huckepack zum Mars gereist war. Da ihre Signale mit 9,5 Minuten Verzögerung auf der Erde eintreffen und zurück dieselbe Zeit benötigen, war "Schiaparelli" bei Abstieg und Landung auf sich allein gestellt.

Ein Eingreifen der Bodenstation am Raumflugkontrollzentrum der ESA in Darmstadt war nicht möglich. Auch darum zählte das Aufsetzen auf der Oberfläche des Roten Planten nach dem Flug durch seine dünne, kohlendioxidhaltige Atmosphäre zu den schwierigsten Manövern in der Raumfahrt überhaupt. Bisher war es nur den USA gelungen, funktionierende Forschungs-Rover auf dem Mars zu platzieren.

Suche nach Leben auf dem Mars

"Schiaparelli" ist noch kein hochgerüsteter Rover, eher ein Testlandegerät. Die ESA will damit Technologien ausprobieren, die sie für die spätere Landung eines ersten, voll ausgestatteten ESA- Rovers benötigt. Diesen will die europäische Weltraumagentur in vier Jahren auf dem Mars absetzen. Ein erster Versuch mit dem Mini-Landegerät "Beagle 2" war vor 13 Jahren missglückt.

"Schiaparelli" ist allerdings doch auch mit einer kleinen Wetterstation ausgerüstet, die neben Temperatur, Druck und Windgeschwindigkeit auch elektrische Felder auf der Mars-Oberfläche messen soll. Die Batterie der Sonde lässt sich nicht aufladen, weshalb ihre Mission schon nach wenigen Tagen beendet sein wird. Da sie ihre Daten nicht direkt zur Erde funken kann, müssen sie von der Schwestersonde TGO aufgefangen werden, die in eine Umlaufbahn um den Mars eingeschwenkt war.

Dieser Trace Gas Orbiter wird noch eine Weile länger aktiv sein. Er soll Gase in der Mars-Atmosphäre auf Spuren einfachen Lebens untersuchen, was auch das Ziel der weiteren Mars-Missionen der ESA ist.

Die Sonde - technische Details:

EXO-Marsmission
Bildrechte: European Space Agency (esa)

Der Name der Sonde: "Schiaparelli" Benannt ist die ESA-Sonde nach dem italienischen Astronomen Giovanni Virginio Schiaparelli (1835-1910), der von 1864 bis 1900 Direktor der Brera-Sternwarte von Mailand war und einer der führenden Forscher seiner Zeit. Er wurde vor allem durch seine Beobachtungen der Planeten Merkur, Venus und Mars bekannt, auf dem er 1877 die "Marskanäle" entdeckte.

Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2016, 12:13 Uhr

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18 Kommentare

20.10.2016 21:12 marlene 18

Was wird sein? Das wird kein Mensch, der heute lebt lösen. Mal ehrlich, das "Universum" und was daraus wird ist doch mit unserem kleinen menschlichen Verstand nicht fassbar. Ich freue mich jedenfalls, dass es diesen Planeten gibt. Und ich glaube das der Mars keine unerhebliche Rolle dabei spielt.

20.10.2016 16:58 Fragender Rentner 17

Sehr schade wenn es nicht klappt, hoffendlich kommen noch Signale von dem Lander.

20.10.2016 16:06 Fazzo 16

@14 Biene - liebe Biene - für ein Insekt eine grossartige Leistung ...Hut ab dafür aber vielleicht sollten Sie uns Ihren Beitrag zur Sicherheit dann doch lieber noch einmal in der Ihnen und Ihren ArtgenossinInnen so unnachahmlichen Art & Weise vortanzen damit auch noch die letzten klitze-kleinen Zweifel über den eigentlichen Sinn Ihrer Aussage beseitigt sein sollten - summ summ :D

20.10.2016 14:03 Martinator 15

Schade, hat wohl nicht geklappt. Hätte man doch auf Angela Merkel gehört. "Wir schaffen das."

20.10.2016 13:36 Biene 14

also, wenn man bedenkt was z.Zt. auf unserer Erde los ist und wie wir mit dieser einmaligen tollen Pflanzen und Tierwelt umgehen, da kann man nur allen anderen Planten vor uns warten !!!

20.10.2016 13:02 Wir alle haben etwas davon. Auch wenn man es nicht essen kann. 13

@19.10.2016 18:53 Anfrage (3 Welche Länder haben einen nutzen davon ,sicher keine afrikanischen Staaten.? Sollte das Geld nicht erst einmal auf der Erde eingesetzt werden ,um Hunger , Armut usw. zu beseitigen.)

Wie soll das genau aussehen, das "Beseitigen"?
Wenn Sie diese Frage sinnvoll und widerspruchsfrei beantworten können, kann man weitersehen. Sie werden daran scheitern: Die Armut auf diesem Globus ist sowohl Vorbedingung als auch Folge dessen, was heute zu Recht Kapitalismus genannt wird. Ohne Ungleichheit kein Markt - ohne Schulden kein Kapitalismus - ohne Armut kein Reichtum usf..

Einfach Geld aus der Forschung abzuziehen, um "Brot für die Armen zu kaufen", wird das Problem, das Sie bekämpfen wollen, nur massivst verschärfen. Das lässt sich nur lösen durch eine andere Art Marktlogik und -verhalten. Und die bekommen Sie sicher nicht mit den Merkels dieser Welt.

20.10.2016 12:46 Sollten Sie tatsächlich.... 12

@20.10.2016 07:32 Ilona Heyden
(alle diese Leistungen zu bündeln und zu beweisen, wie edel, hilfreich und gut wir Erdlinge sein können...)

Äh, wem genau gegenüber beweisen?

20.10.2016 12:00 Eura 11

Mit Spanunung verfolge ich Curiosity, genauso ging es mir jetzt mit Schiaparelli. Schade das die Sonde scheinbar einen unglücklichen Ort für die Landung erwischt hat.

20.10.2016 11:31 Sollten Sie tatsächlich.... 10

@20.10.2016 07:32 Ilona Heyden
(alle diese Leistungen zu bündeln und zu beweisen, wie edel, hilfreich und gut wir Erdlinge sein können...)

Äh, wem genau gegenüber beweisen?

20.10.2016 11:13 Interessiert 9

Viele kleine Meinungen doch kein großes Wissen hier in den Kommentaren.
Die Erforschung anderer Planeten hat sehr wohl nutzen für die Erde und >alle< Menschen die auf ihr Leben. Wir müllen den Mars auch nicht zu nur weil eine Hand voll Sonden auf ihr stehen. Jeder der gegen fortschritt ist ist ein rückschritt.

Der Name "Schiaparelli"

Der Name "Schiaparelli"

Benannt nach dem Italiener Giovanni Virginio Schiaparelli (1835-1910), trägt die ESA-Sonde den Namen eines der führenden Astronomen seiner Zeit, des Entdeckers der "Marskanäle" auf dem nächsten Nachbarn der Erde.

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