Zwei Wölfe stehen nebeneinander
2017 gab es in Sachsen-Anhalte 214 Wolfsangriffe. Bildrechte: Colourbox.de

Der Wolf in Deutschland Zahl der Wolfsangriffe gestiegen

In Deutschland hat es 2017 wieder mehr Wolfsangriffe auf Nutztiere gegeben. Wie dem Wolf zu begegnen sei, darüber sind sich Bundesagrarministerium und die zuständige Dokumentationsstelle des Bundes uneins.

Zwei Wölfe stehen nebeneinander
2017 gab es in Sachsen-Anhalte 214 Wolfsangriffe. Bildrechte: Colourbox.de

Die Zahl der Wolfsangriffe auf Nutztiere ist 2017 bundesweit gestiegen. Laut der Schadensbilanz der zuständigen Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes stieg die Zahl der Wolfsrisse auf 472 Fälle. Das ist ein Anstieg von 66 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der getöteten, verletzten oder vermissten Tiere stieg um 55 Prozent auf 1.667.

Schäden in Sachsen und Sachsen-Anhalt

Die meisten Nutztierschäden gab es in Niedersachsen. Hier töteten oder verletzten Wölfe 551 Tiere. Verhältnismäßig große Schäden durch den Wolf gab es auch in Sachsen (278 Fälle) und Sachsen-Anhalt (214 Fälle).

Die meisten Wolfsrudel streifen durch Sachsen. Insgesamt 18 Gruppen haben hier ihre Reviere, wobei die Territorien oft grenzübergreifend in mehrere Bundesländer reichen. Über 85 Prozent der getöteten Nutztiere waren Ziegen und Schafe.

Schießen oder Schützen

In der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sprach sich Bundesagrarministerin Julia Klöckner für eine gemäßigte Bestandsregulierung aus. Es müsse rechtssicher ermöglicht werden, einzelne Tiere einem Rudel zu "entnehmen".

Im Bericht der Dokumentationsstelle heißt es dagegen, dass der Abschuss von Wölfen nur kurzfristig helfen könne. Nachhaltige Lösungen könne nur der flächendeckende Schutz von Schafen und Ziegen in Wolfsgebieten sein. Die Nutztierhaltung müsse der Anwesenheit von Wölfen angepasst werden. "In den Gebieten, wo der Wolf bis heute überlebt hat, werden die Herden wie eh und je von Hirten und Herdenschutzhunden bewacht und während der Dunkelheit in Nachtpferchen gehalten."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Februar 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2019, 07:43 Uhr

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19 Kommentare

17.02.2019 22:24 RettetDieNatur 19

Bundesweit kosten die Zäune Milliarden, also Millionen je Wolf. Wer ein Tier zur Herrenrasse erklärt, ist kein Tierfreund, weil er damit BIOtopvernetzung zerstört, extrem viele bedrohte Arten vernichtet, Weidetiere industrialisiert und Existenzen vernichtet.
Die Wolfsvermehrung ist nicht durchzuhalten. Eine Tonne Fleisch je Rudel kann diese übervölkerte Landschaft monatlich nicht re!produzieren. In Sachsen ist die Wolfsdichte schon vielfach höher als in Russland. Eine Selbstregulierung über Hunger führt nur über das Reißen von Menschen. Also muss der Bestand wie in jedem anderen Land auch gekappt werden. Geht aber in keinen grünen Kopf rein, wetten?

17.02.2019 15:02 Hossa 18

@Eulenspiegel Nr.12
Jetzt sind sie wohl auch noch Wolfflüsterer.
Keiner hat den Wolf vermisst.
Was kommt als Nächstes,der Braunbär?

17.02.2019 10:49 Dorfbewohner 17

Vielleicht noch zur Ergänzung zu meiner Nr. 15 “...Rumänien. Dort beobachtet man schon Wölfe in größeren Städten bei Nahrungssuche in Mülltonnen und Kaninchenjagd in städtischen Parks…”:

Ich freue mich jetzt schon auf die dann süßen Kurzhaargedackelten-Mecklenburger-Cocker-Spaniel- Wolfs-Hybriden...wirklich niedliche Wölfe!

17.02.2019 09:16 Fragen 16

Welchen Nutzen haben wir in unserem dicht besiedelten Land vom Wolf?
Wem und wobei hat Wolf gefehlt, als er hier nicht mehr da war?
Wer trägt die Verantwortung, wenn eines dieser Tiere einen Menschen tötet?

17.02.2019 01:48 Dorfbewohner 15

“Eulenspiegel 12

...Es ist einfach so das wir in Europa schon immer Regionen hatten in denen Tierzucht und Wölfe relativ Problemlos nebeneinander existieren konnte…”

Von was von abgelegenen Gebieten Europas reden Sie jetzt?
Keineswegs jedoch von Industrieländern mit einer Bevölkerungsdichte von knapp 250 Menschen pro km² wie Deutschland oder? Und was bei Mangel von Beutetieren außer Ihrem “Weiterziehen” passiert, las ich bereits über Rumänien. Dort beobachtet man schon Wölfe in größeren Städten bei Nahrungssuche in Mülltonnen und Kaninchenjagd in städtischen Parks.

Aber Achtung, Rumänien hat eine Bevölkerungsdichte von 85 Menschen pro km², etwa ⅓ der hiesigen und hat einen umfassenden ländlichen Charakter, Sie Wolfsexperte!

16.02.2019 23:45 Josef Krause 14

Es wird angenommen das sich vor etwa 20 bis 40000 Jahren die Freundschaft Wolf, Mensch entwickelte. Woraus der Hund entstand. Genau so entwickeln die Wölfe wenn sie Heutzutage mit den Menschen in Kontakt kommen eine langsame Anpassung, verlieren die Angst vor dem Menschen. Freuen sich über das Fressen aus der Selbstbedienung was die Landwirte ihnen servieren. Womit sich das Problem ergibt das wir nach ca. 160 Jahren den Wolf werden wieder ausrotten müssen wie das aus demselben Grund unsere Vorfahren tun mussten. Der Mensch ist leider nur sehr begrenzt lernfähig. Und immer bereit sich das Leben schwer zu machen.

16.02.2019 21:07 Zalman Yanowsky 13

Nun sind sie halt da.

16.02.2019 20:30 Eulenspiegel 12

Hallo Dorfbewohner 4
„Von was ernähren die sich dann eigentlich, wenn ihre Beutetiere deutlich weniger und die Haustiere irgendwann mal alle optimal geschützt sind?“
Die Frage kann ihnen jeder beantworten der ein nur Hauch Ahnung von Wölfen hat. Ganz einfach die Wölfe ziehen weiter.
Es ist einfach so das wir in Europa schon immer Regionen hatten in denen Tierzucht und Wölfe relativ Problemlos nebeneinander existieren konnte.
Bei uns ist das Problem:
Geraten bei uns 20 oder 30 Schafe durch einen defekten Zaun auf die Autobahn und werden dort platt gefahren oder werden bei Nacht und Nebel einfach Schafe von irgendwelchen Leuten mitgenommen so interessierter das niemanden. Aber werde 2 Schafe vom Wolf gerissen so ist dann das Geschrei bei einigen Leuten sehr groß.

16.02.2019 16:05 Sachse43 11

@9: Oder schwule Wölfe züchten. Aber züchten hat was von Rasse, ist verboten und wird mit Zuchthaus bestraft...
Die Mitarbeiter der Wolfsindustrie sollten sich in der Produktion versuchen, Problemwölfe sollten abgeknallt werden, ansonsten alles der Natur überlassen. Was bilden sich Hauptamtliche der Wolfsindustrie ein, sich über die Natur stellen zu wollen?

16.02.2019 15:44 Hans 10

Sachsen Anhalt besitzt zum Glück in Iden/Altmark ein Wolfskompetenzzentrum. Da wird mir jede Angst genommen.