Der Qualm eines Moorbrandes zieht über ein Feld.
Der Moorbrand auf einem Bundeswehrgelände bei Meppen führt zu einer massiven Belastung mit Feinstaub, der vor allem für chronisch Lungenkranke gefährlich ist. Bildrechte: dpa

Lungenärzte warnen Moorbrand bei Meppen gefährdet Gesundheit

Seit mehr als zwei Wochen brennt auf einem Bundeswehrgelände bei Meppen ein Moor. Mess-Stationen registrierten bereits zeitweise höhere Feinstaubwerte. Der ist vor allem für chronisch Lungenkranke gefährlich.

Der Qualm eines Moorbrandes zieht über ein Feld.
Der Moorbrand auf einem Bundeswehrgelände bei Meppen führt zu einer massiven Belastung mit Feinstaub, der vor allem für chronisch Lungenkranke gefährlich ist. Bildrechte: dpa

Der Moorbrand auf einem Bundeswehrgelände bei Meppen gefährdet nach Ansicht von Lungenärzten die Gesundheit von Anwohnern. Grund ist die massive Belastung durch Feinstaub.

Anwohner im verräucherten Raum

Der Sprecher des Bundesverbandes der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner, Michael Barczok, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", die Rauchwolke führe zu einer massiven Feinstaubbelastung und sei eine Gefahr für die Gesundheit.

Je nachdem, wie der Wind gerade stehe, sei es für Anwohner so, als ob sie sich in einen komplett verräucherten Raum setzen. Schleimhäute würden auf die Feinstaubbelastung reagieren. Ein Kratzen im Hals oder ein Hüsteln seien die Folge.

Betroffene sollten zeitweise umziehen

Für junge und gesunde Menschen sei dies unschädlich, für Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen aber ein echtes Problem. Barczok riet Betroffenen, in Absprache mit ihrem Hausarzt ihre Medikamentendosis zu erhöhen. Notfalls sollten sie vorübergehend zu Bekannten in einen anderen Ort ziehen. Anwohner sollten besser Türen und Fenster geschlossen halten.

Höhere Feinstaubwerte gemessen

Barczok widersprach mit seinen Äußerungen der Bundeswehr. Sie hatte erklärt, von dem Brand gehe keine Gefahr aus. Nach Angaben des niedersächsischen Umweltministeriums hat der seit zweieinhalb Wochen schwelende Moorbrand zeitweise zu höheren Feinstaubwerten geführt.

Justiz ermittelt "von Amts wegen"

Der Brand beschäftigt inzwischen die Justiz. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Eine Sprecherin sagte, die Ermittlungen seien "von Amts wegen" aufgenommen worden. In Betracht kämen unter anderem Brandstiftung oder Umweltdelikte, wenn besonders geschützte Gebiete wie Naturschutzgebiete betroffen seien.

Brand breitet sich unterirdisch aus

Der Brand auf dem Übungsgelände war ausgebrochen, als von einem Bundeswehr-Hubschrauber Raketen abgefeuert wurden. Die Feuerwehr versuchte zunächst, die Flammen auch aus der Luft zu löschen, doch der Brand breitete sich unterirdisch aus. Eine Fläche von mehr als 1.000 Fußballfeldern ist betroffen.

Nach Angaben der Bundeswehr ist der Brand inzwischen in Teilen des Gebietes eingedämmt, in anderen nicht. Insgesamt sei das Feuer unter Kontrolle. Es könne sich nicht weiter ausbreiten. Bis der Brand endgültig gelöscht ist, kann es nach Ansicht von Experten noch ein bis zwei Wochen dauern.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. September 2018 | 17:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. September 2018, 20:16 Uhr