Trottellummen bevölkern 2008 den so genannten "Lummenfelsen".
Bis zu 20.000 verendete Trottellummen sind an der niederländischen Nordseeküste angespült worden. Bildrechte: dpa

Experten ratlos Mysteriöses Vogelsterben an der Nordsee

In Deutschland und den Niederlanden rätseln Wissenschaftler über den Tod von zahlreichen Seevögeln in der Nordsee. Merkwürdig sei besonders die unterschiedliche Anzahl an Kadavern in beiden Ländern.

Trottellummen bevölkern 2008 den so genannten "Lummenfelsen".
Bis zu 20.000 verendete Trottellummen sind an der niederländischen Nordseeküste angespült worden. Bildrechte: dpa

Das Sterben der Trottellummen in der Nordsee gibt deutschen und niederländischen Forschern Rätsel auf. In den Niederlanden haben Wissenschaftler von der Universität Utrecht begonnen, 100 Kadaver zu untersuchen. Die Wissenschaftler suchen auch eine Erklärung, warum mehr Tiere an der niederländischen als an der deutschen Küste verendet sind.

Wohl kein Zusammenhang zu havarierten Containerschiff

Die toten Trottellummen seien Jungtiere mit wenig Jagderfahrung. Möglicherweise hätten die Tiere zu wenig Nahrung gefunden, mutmaßen die Wissenschaftler. Über Ursachen wollten sie sich nicht äußern. Eine Vergiftung gilt als unwahrscheinlich, da mit den Trottellummen-Art bisher nur eine Vogelart betroffen ist.

Hinweise auf einen Zusammenhang mit der Havarie des Containerschiffs "MSC Zoe" liegen laut den niederländischen Eperten bislang nicht vor. Anfang Januar hatte das Schiff 345 Container in der Nordsee verloren. Danach wurden Plastikmüll und Frachtgut an die Küste gespült, zwei Container mit Gefahrengut sind immer noch verschwunden.

Schlechter Ernährungszustand

In den Niederlanden wurden Schätzungen zufolge 20.000 tote Vögel angespült. Auf den ostfriesischen Inseln waren es bislang nur 77 Kadaver. 13 Tiere werden derzeit in einem Veterinärinstitut des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Oldenburg untersucht. Die toten Trottellummen hätten kaum Fettreserven, entzündete Mägen und eine eingefallene Muskulatur aufgewiesen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. Januar 2019 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2019, 12:06 Uhr

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2 Kommentare

16.02.2019 12:46 Morchelchen 2

Von diesem Massensterben der Lummen wurde schon letzte Woche im NDR-Text berichtet. Es ist eine echte Tragödie, deren Ursache angeblich im Dunklen liegt. Zuerst wurde ein Zusammenhang vermutet wegen der kürzlich bei einem Sturm ins Meer geschwemmten nicht fest vertäuten umweltschädlichen Ladung eines Containerschiffes. Doch soll es das angeblich nicht gewesen sein. Mich ängstigt sowas wirklich. Ich finde es makaber - in Schweden und neuerdings Deutschland wird Panik verbreitet hinsichtlich mieser Luft in etlichen Jahren. Und jetzt verenden europaweit Unmengen Vögel, aber darüber gibt es kaum Meldungen, oder gar ein großes Aufsehen bei Schülern und Jugendlichen...

16.02.2019 12:12 Montana 1

Die Tiere merken zuerst das mit dieser Welt was nicht stimmt. Das dürfte jeden Wissenschaftler klar sein.