Eine Polizistin kniet am Ort einer Mahnwache mit Blumen, Briefen und Kerzen  im Hagley Park, in der Nähe der Al-Nur-Moschee.
In Neuseeland trauern die Menschen weiter um die 50 Menschen, die bei dem Attentat getötet wurden. Bildrechte: dpa

50 Todesopfer Attentäter von Christchurch handelte allein

50 Menschen starben bei dem Angriff auf Moscheen in Neuseeland. Der Täter handelte offenbar allein. Unterdessen wird auch in Deutschland über den Schutz von Moscheen diskutiert.

Eine Polizistin kniet am Ort einer Mahnwache mit Blumen, Briefen und Kerzen  im Hagley Park, in der Nähe der Al-Nur-Moschee.
In Neuseeland trauern die Menschen weiter um die 50 Menschen, die bei dem Attentat getötet wurden. Bildrechte: dpa

Der Attentäter von Christchurch handelte offenbar allein. "Wir glauben, dass diese furchtbare Tat von einer einzelnen Person begangen wurde", sagte Polizeichef Mike Bush am Montag in der neuseeländischen Hauptstadt Wellington. Hinweise, dass der Täter Unterstützung von irgendjemandem erhalten habe, gebe es nicht. Trotzdem schloss der Polizeichef dies nicht vollständig aus.

Attentäter will sich selbst verteidigen

Der 28-Jährige Australier, der bei dem offenbar rechtsextrem motivierten Angriff auf zwei Moscheen 50 Menschen getötet hatte, war bereits am Wochenende einem Richter vorgeführt worden. Der Australier will sich selbst verteidigen. Er habe angegeben, dass er keinen Anwalt wolle, sagte sein Pflichtverteidiger Richard Peters. Spekulationen, wonach der 28-jährige Rechtsextreme nicht zurechnungsfähig sein könnte, wies er zurück: Der Australier habe auf ihn "rational" gewirkt und nicht wie jemand, der an einer mentalen Krankheit leide. "Er schien zu verstehen, was los ist", sagte Peters.

18-Jähriger in Untersuchungshaft

Unterdessen bleibt einem Medienbericht zufolge ein 18-Jähriger im Zusammenhang mit dem Attentat in Untersuchungshaft. Laut dem "New Zealand Herald" werde ihm vorgeworfen, den Livestream der Angriffe im Internet geteilt sowie ein Foto einer der attackierten Moscheen mit der Botschaft "Ziel erfasst" zusammen mit anderen "Aufrufen zu extremer Gewalt" ins Netz gestellt zu haben.

Diskussion über Schutz für Moscheen

Nach dem Angriff in Neuseeland wird auch in Deutschland über den Schutz von Moscheen diskutiert. Auf die Frage, ob Moscheen in der Bundesrepublik künftig ähnlich geschützt werden müssten wie Synagogen, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer der "Bild"-Zeitung , dass auch religiöse Einrichtungen Ziele von Terroristen sein könnten. "Wenn es Anhaltspunkte für Gefahren gibt, wird der Schutz verstärkt.“ Ein "islamfeindliches Klima" gebe es in Deutschland aber nicht. Islamfeindlichen Straftaten und Angriffen auf Moscheen müsse der Rechtsstaat mit aller Härte entgegentreten. 

Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland, begrüßte in der "Heilbronner Stimme", dass mit Seehofer "erstmals ein deutscher Innenminister den Umstand eines erhöhten Sicherheitsrisikos im Zusammenhang von Moscheen erkennt, und zudem sicherheitspolitische Konsequenzen ankündigt". Jedoch habe es bereits vor der Tat in Neuseeland akuten Bedarf gegeben. Der Schutz genüge bisher aber nicht - da es diesen kaum gebe. Bisher gebe es nur dann temporären Schutz von ein bis zwei Wochen, wenn die Einrichtung zuvor attackiert worden sei.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. März 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. März 2019, 08:51 Uhr

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6 Kommentare

19.03.2019 15:31 Klaus 6

@ { 19.03.2019 11:50 Peter }
Man hätte auch "Nationalsozialist" schreiben können, die sind auch alle Irre..

19.03.2019 11:50 Peter 5

@4 REXt: Sie hätten einfach nur schreiben sollen "der Rechtsextremist". Alle Adjektive, die Sie davor gesetzt haben, sind doch wohl Ihrer Phantasie entsprungen.
Jedem Leser ist bekannt sein, warum? Wir kennen solche Ablenkungsmanöver zur Genüge.

18.03.2019 21:36 REXt 4

„Brenton Tarrant, der antiimperialistische, grüne, sozialistische Rechtsextremist“, ein Einzeltäter, ein verworrener Irrer, will sich selbst verteidigen?

18.03.2019 20:09 Halligalli 3

Breijvik Nummer2, heute aus anderer Richtung in Utrecht. Es geht Zahn um Zahn!

18.03.2019 15:32 Fragender Rentner 2

Heute war auch ein Bild in der LVZ wie sie mit den Bürgern trauert.

18.03.2019 12:48 Peter 1

Bestimmte Kreise in unserem Land versuchen schon wieder, von den Gefahren Rechtsradikaler abzulenken.
Bestes Beispiel: der Berliner AfD-Politiker Harald Laatsch. Der "griff sich einfach ein Wort aus dem Text (des Attentäters), das er für passend hielt: "Öko-Faschist". Eine von vielen Selbstcharakterisierungen des Autors. Der damit übrigens meinte, die Welt aus "Umweltschutz" von Migranten, Muslimen und Afrikanern befreien zu müssen. Eine rassistische Drohung, kein Klimaschutz-Bekenntnis. Doch Laatsch behauptete damit einfach das Gegenteil: Es sei bei der Tat um Klimaschutz gegangen, nicht um Rassismus. Die "Klimapanikverbreiter", also alle, die sich wie Greta Thunberg für mehr Klimaschutz und Umweltbewusstsein einsetzen, seien mitverantwortlich für den Anschlag von Christchurch. ... eine bizarre Verdrehung der Wirklichkeit. Aber das Verhalten zeigt eben vor allem: Wer nur Feinde und Schuldige sucht, vergisst die Inhalte." (Zitat Spiegel)