Der Israeli Rafi Eitan steht neben einer Vitrine während der Eröffnung einer Ausstellung über Eichmanns Gefangennahme in der Knesset.
Rafi Eitan, der die Mossad-Operation zur Gefangennahme von Adolf Eichmann leitete. Bildrechte: dpa

Berühmter Mossad-Agent Eichmann-Jäger Rafi Eitan gestorben

Im Mai 1960 leitete er die berühmte Festnahme des Nazi-Verbrechers Adolf Eichmann. Nun ist der ehemalige Mossad-Agent Rafi Eitan im Alter von 92 Jahren gestorben.

Der Israeli Rafi Eitan steht neben einer Vitrine während der Eröffnung einer Ausstellung über Eichmanns Gefangennahme in der Knesset.
Rafi Eitan, der die Mossad-Operation zur Gefangennahme von Adolf Eichmann leitete. Bildrechte: dpa

Der frühere Mossad-Agent Rafi Eitan ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Eitan galt als "Jäger" des NS-Verbrechers Adolf Eichmann. Er hatte 1960 die Kommandoaktion für dessen Festnahme befehligt.

Wie der israelische Rundfunk meldete, starb Eitan am Samstag in einem Krankenhaus in Tel Aviv. Dort war er zuletzt behandelt worden.

Regierungschef Benjamin Netanjahu würdigte den Agenten als "einen der Helden des Geheimdienstes des Staates Israel", der sich in zahlreichen Fällen um die Sicherheit des Landes verdient gemacht habe. "Wir betrauern sein Ableben", hieß es in einer Erklärung des Ministerpräsidenten. Niemand habe es mit seiner Intelligenz, seinem Witz und seiner endlosen Hingabe an das Volk Israels und unser Land aufnehmen können.

Leiter der "Operation Finale"

Eitan wurde 1926 im Kibbuz En Charod geboren. In den 1950er Jahren wurde er Spion des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad. Dort stieg er zum Chef der Kommandoaktionen auf. Im Mai 1960 leitete Eitan die "Operation Finale", die zur Gefangennahme Eichmanns führte.

Der einstige SS-Obersturmbannführer Eichmann war ab 1939 im Reichssicherheitshauptamt mit verantwortlich für die Deportation der europäischen Juden in die NS-Vernichtungslager. Nach dem Krieg war Eichmann zunächst die Flucht aus einem US-Gefangenenlager gelungen. Der Mossad spürte ihn schließlich in Buenos Aires auf und brachte ihn nach Israel. Dort wurde er nach einem neunmonatigen Prozess im Mai 1962 hingerichtet.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Mossad war Eitan unter anderem Berater und politisch aktiv. Unter anderem wurde der Vater von drei Kindern im Jahr 2006 als Vorsitzender der Rentner-Partei in die Knesset gewählt. Im Rahmen einer AfD-Veranstaltung forderte Eitan im Februar 2018 per Videobotschaft die deutsche Regierung auf, die nach seiner Meinung „muslimische Masseneinwanderung“ nach Europa zu stoppen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. März 2019 | 21:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. März 2019, 21:41 Uhr