Ein Arzt impft eine Person gegen Grippe.
Das Paul-Ehrlich-Institut beruhigt: Es ist genug Grippe-Impfstoff auf dem Markt. Bildrechte: dpa

Grippe-Impfstoff Experten nicht in Sorge wegen Lieferengpässen

In einigen Regionen in Deutschland fehlt es derzeit an Grippe-Impfstoffen. Impf-Experten sehen darin aber keinen Grund zur Sorge. Die Situation werde sich entspannen. Bundesweit gebe es genug Impfstoff.

Ein Arzt impft eine Person gegen Grippe.
Das Paul-Ehrlich-Institut beruhigt: Es ist genug Grippe-Impfstoff auf dem Markt. Bildrechte: dpa

Das Paul-Ehrlich-Institut sieht trotz der Berichte über Lieferengpässe bei Grippe-Impfstoffen keinen Grund zur Sorge. Eine Sprecherin des deutschen Bundesinstituts für Impfstoffe sagte auf Nachfrage von MDR AKTUELL, man gehe davon aus, dass sich die Situation recht schnell wieder entspanne.

Auch wenn es Meldungen über Versorgungsengpässe gebe, heiße das nicht, dass es keinen Impfstoff mehr gebe. Vielmehr gehe man davon aus, dass genug Impfstoff auf dem Markt sei. Impfwillige sollten in den Praxen um die Beschaffung des Impfstoffs bitten und am Ball bleiben.

Engpässe auch in Thüringen und Sachsen

In einigen Regionen Deutschlands gibt es derzeit Probleme bei der Lieferung von Grippe-Impfstoffen. Engpässe werde unter anderem aus Thüringen, Sachsen, Niedersachsen, Hessen und dem Saarland gemeldet.

Der Vorsitzende des Thüringer Apothekerverbandes, Stefan Fink, sagte, momentan sei nichts mehr bei den Lieferanten zu holen. Eine Sprecherin des sächsischen Apothekerverbandes erklärte, einige Ärzte hätten keinen Impfstoffe, andere aber schon. Derzeit laufe eine Umfrage zur Bestandsaufnahme. Auch ein Sprecher des Sozialministeriums in Dresden teilte mit, man wisse von regionalen Unterschieden bei der Verfügbarkeit der Impfstoffe.

Spahn lockert Vorschriften für Beschaffung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte am Dienstag auf die Lieferengpässe reagiert und die Vorschriften für die Beschaffung der Impfstoffe gelockert. So können die Bundesländer bei Bedarf erlauben, dass sich Apotheken und Arztpraxen untereinander mit Grippe-Impfstoff versorgen. Zudem ist es möglich, dass aus anderen EU-Ländern bezogene Impfstoffe in Apotheken abgegeben werden dürfen.

Das Bundesgesundheitsministerium erklärte, mögliche Ursache für die Engpässe könnte eine höhere Nachfrage sein, aber auch eine verspätete Bestellung der Impfstoffe durch Ärzte und Apotheken, zu große Vorräte in manchen Arztpraxen und Apotheken oder Direktverträge zwischen Krankenkassen und Apothekern.

Dem Ministerium zufolge sind bundesweit 15,7 Millionen Impf-Dosen verfügbar. Das seien rund eine Million mehr als im vergangenen Jahr genutzt worden seien. Gesundheitsminister Spahn sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Klar muss sein: Jeder, der will, muss sich gegen Grippe impfen lassen können."

Grippewelle wird im Januar erwartet

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts werden derzeit bundesweit 60 bis 70 bestätigte Grippe-Erkrankungen pro Woche übermittelt. "Das ist für die Jahreszeit normal", sagte eine Sprecherin des Instituts MDR AKTUELL. Die Grippewelle beginne üblicherweise im Januar, manchmal auch Ende Dezember. Dann gebe es mehrere tausend bestätigte Erkrankungen pro Woche.

Mehr als 60 Grippe-Fälle in Mitteldeutschland

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind seit Oktober mehr als 60 Grippe-Fälle aufgetreten. In Thüringen wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums 31 Fälle gezählt, in Sachsen nach Angaben der Landesuntersuchungsanstalt 30 und in Sachsen-Anhalt sieben.

Das Robert-Koch-Institut rät vor allem Menschen über 60 sowie Schwangeren, chronisch Kranken und medizinischem Personal zu einer Grippe-Impfung.

So funktioniert eine Grippe-Impfung Injektion von abgetöteten bzw. abgeschwächten Grippe-Viren oder Viren-Bestandteilen

Virus-Eiweiße werden von Immunzellen erfasst.

Information über Viren-Oberfläche wird an andere Zellen weitergegeben.

Antikörper gegen das Virus werden produziert.

Nach 7 bis 14 Tagen besteht eine schützende Antikörper-Konzentration im Blut.

Bei einer Infektion greifen die Antikörper die Viren sofort an. Diese können sich nicht vermehren, ein Krankheitsaussbruch bleibt in der Regel aus.

Quelle: dpa, Robert-Koch-Institut

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. November 2018 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. November 2018, 14:14 Uhr