Rettungskräfte transportieren einen der Jungen, der in einer Höhle gefangen war, auf einer Liege, um ihn in ein Krankenhaus zu bringen.
Rettungskräfte bringen einen der geretteten Jungen ins Krankenhaus. Bildrechte: dpa

Dritter Taucheinsatz in Thailand Alle Kinder und Trainer aus Höhle gerettet

Sicherheitskräften zufolge konnten alle verbliebenen vier Fußball-Jugendspieler und ihr Trainer sicher aus der Höhle in Thailand gebracht werden. Die dramatische Rettungsaktion hat damit ein glückliches Ende genommen.

Rettungskräfte transportieren einen der Jungen, der in einer Höhle gefangen war, auf einer Liege, um ihn in ein Krankenhaus zu bringen.
Rettungskräfte bringen einen der geretteten Jungen ins Krankenhaus. Bildrechte: dpa

Das Drama um die in einer überschwemmten Höhle eingeschlossene Jugendfußballgruppe in Thailand hat ein glückliches Ende gefunden: Alle zwölf eingeschlossenen Fußball-Jugendspieler und ihr Trainer befinden sich in Sicherheit.

Rettungskräfte begleiteten die verbliebenen vier Jungen und ihren Trainer am Dienstag ins Freie, wie die thailändischen Sicherheitskräfte bekannt gaben. Anschließend wurden die Geretteten ins Krankenhaus gebracht.

An dem mittlerweile dritten Rettungseinsatz waren seit ungefähr 10 Uhr Ortszeit (5 Uhr MEZ) mindestens 19 Spezialtaucher beteiligt, die meisten davon aus dem Ausland. Wegen des angekündigten Regens standen die Retter unter Druck, die verbliebenen Kinder möglichst schnell in Sicherheit zu bringen. Das gelang offenbar - weniger als zehn Stunden nach Beginn der letzten Rettungsaktion waren alle Kinder und der Trainer gerettet, auch das jüngste, erst elfjährige Mannschaftsmitglied.

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Krankenwagen stehen an einem Feld, nahe der Höhle, in der eine Gruppe Jugendlicher und ihr Trainer eingeschlossen waren, neben einem Helikopter.
Krankenwagen stehen an einem Feld, nahe der Höhle, in der eine Gruppe Jugendlicher und ihr Trainer eingeschlossen waren, neben einem Helikopter Bildrechte: dpa

Rettung unter Zeitdruck

Rettungskräfte sind auf dem Weg zur Höhle.
Rettungskräfte machen sich auf dem Weg zur Höhle. Bildrechte: dpa

Die ersten vier Jungen im Alter von zwölf bis 16 Jahren wurden am Sonntag befreit. Am Montag lief die zweite Bergung mit ebenfalls vier Jungen erfolgreich. Die geretteten Jungen befinden sich in einem Krankenhaus und sind wohlauf. Die Kinder sollen aber noch mindestens eine Woche im Krankenhaus bleiben, zwei haben Lungen-Infekte. Nach über zwei Wochen in der Dunkelheit müssen alle zudem Sonnenbrillen tragen. Inzwischen dürfen die ersten Kinder auch Besuch von ihren Angehörigen empfangen – zum Schutz vor Infektionen vorerst allerdings nur durch eine Glasscheibe getrennt.

In der Region im Norden Thailands, an der Grenze zu Myanmar, gab es am Dienstag wieder heftige Regenfälle. Deswegen war der dritte Rettungseinsatz auch ein Wettlauf gegen das Wetter und gegen die Zeit. In Südostasien ist gerade Monsun-Saison.

Höhle in Thailand Die dramatische Rettungsaktion in Bildern

Seit mehr als zwei Wochen sind zwölf Jungen und ihr Trainer in einer thailändischen Höhle eingesperrt. Am Sonntag begann die aufwendige Rettungsaktion, knapp die Hälfte der Gruppe konnte in Sicherheit gebracht werden.

Ein Rettungswagen entfernt sich von dem Einsatzgebiet einer Höhle, in der derzeit die Rettungsaktion, der zwölf eingeschlossenen Jugendlichen und ihrem Trainer, laufen.
Ein Rettungswagen wird auf dem Weg zur Tham-Luang-Höhle eingewiesen. Am Sonntagmorgen hat die Bergung der zwölf Jungen einer Fußballmannschaft, die mit ihrem Trainer seit 15 Tagen in der Höhle feststeckten, begonnen. Am Sonntagnachmittag konnten erste Jungen die Höhle wohlbehalten verlassen. (Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Juli 2018 | 15:00 Uhr) Bildrechte: dpa
Retter stehen knietief im Wasser in einer Höhle in Thailand, fotografiert im Gegenlicht.
Schon am Eingang der Höhle standen die Retter knietief im Wasser. Die Jungen waren mit ihrem Trainer nach einer Trainingseinheit in die Höhle eingestiegen, dort wurden sie von einer Sturzflut überrascht. Um sich vor dem steigenden Wasser in Sicherheit zu bringen, drangen sie immer weiter in die Höhle ein. Bildrechte: dpa
Rettungskräfte besprechen ihr weiteres Vorgehen
Rettungskräfte wurden unterrichtet, wie die Rettungsaktion ablaufen soll. Bildrechte: dpa
Thailändische Soldaten legen Schläuche mit deren Hilfe Wasser aus einer Höhle fließen soll, in der zwölf Jugendliche und ihr Trainer eingeschlossen sind.
Literweise wurde das Wasser aus der Höhle gepumpt, um den Jugendlichen den Weg nach draußen zu vereinfachen. Bildrechte: dpa
Eine Suchmannschaft betritt eine Höhle, in der eine Gruppe Jugendfußballer und ihre Trainer gefangen waren
So gab es Abschnitte auf der Strecke, die weiterhin vollständig unter Wasser lagen, verwinkelte Kurven erschwerten die Rettung. Das Bild zeigt eine Suchmannschaft auf dem Weg in die Höhle. Bildrechte: dpa
Ein Rettungswagen entfernt sich von dem Einsatzgebiet einer Höhle, in der derzeit die Rettungsaktion, der zwölf eingeschlossenen Jugendlichen und ihrem Trainer, laufen.
Ein Rettungswagen wird auf dem Weg zur Tham-Luang-Höhle eingewiesen. Am Sonntagmorgen hat die Bergung der zwölf Jungen einer Fußballmannschaft, die mit ihrem Trainer seit 15 Tagen in der Höhle feststeckten, begonnen. Am Sonntagnachmittag konnten erste Jungen die Höhle wohlbehalten verlassen. (Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Juli 2018 | 15:00 Uhr) Bildrechte: dpa
Soldaten tragen eine Pumpe mit Hilfe derer Wasser aus einer Höhle, in der zwölf Jugendliche und ihr Trainer eingeschlossen sind, gepumpt werden soll.
In den Tagen vor und während der Rettungsmission wurden Wasserpumpen in die Höhle gelegt. Bildrechte: dpa
Höhle Thailand Grafik
Kompliziert blieb die Rettung trotzdem: Ein Querschnitt der Höhle zeigt den kilometerlangen Höhlenweg, den die Eingeschlossenen zurückzulegen hatten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Taucher eines Internationalen Rettungsteams treffen, vor dem Eingang einer Höhle, in dem Jugendliche und ihr Trainer seit fast zwei Wochen eingeschossen sind, Vorkehrungen.
Das Rettungsteam war international aufgestellt: Fünf der 19 Taucher stammten aus Thailand, der Rest aus dem Ausland. Bildrechte: dpa
Ein Jugendlicher wird von einem Navy Seal versorgt .
Nachdem sie neun Tage in der Höhle eingeschlossen waren, waren die Jungen und ihr Trainer von Rettungstauchern entdeckt worden. Marinesoldaten der Tha Navy Seals versorgten die bis dato Vermissten mit dem Nötigsten. Bildrechte: dpa
Drei Krankenwagen stehen an einem Feld, nahe der Höhle, in der eine Gruppe Jugendlicher und ihr Trainer eingeschlossen waren, von dem ein Helikopter abhebt.
Mit Hubschraubern und Krankenwagen wurden die geretteten Jugendlichen direkt ins Krankenhaus nach Chiang Rai geflogen. Bildrechte: dpa
Thailand, Chiang Rai, Mae Sai: Dieses von der Royal Thai Navy am 10.07.2018 zur Verfügung gestellte Foto zeigt die letzten vier Rettungstaucher nach dem Verlassen der Höhle.
Diese vier Taucher waren die letzten in der Höhle verbliebenen Retter. Sie waren zu den eingeschlossenen Jungen getaucht, um sie mit Nahrung und Medikamenten zu versorgen und sie auf die Rettung vorzubereiten. Mit ihrem Verlassen der Höhle war die Mission offiziell abgeschlossen. Bildrechte: dpa
Schüler der Mae-Sai-Prasitsart-Schule in Nordthailand beten vor Schulbeginn für sechs ihrer Schulkameraden.
Ein ganzes Land fieberte in den Tagen der Mission mit den Eingeschlossenen mit. Anfang Juli beteten Mitschüler für die zu diesem Zeitpunkt noch Vermissten. Bildrechte: dpa
Eine der  Thai Navy Seals zur Verfügung gestellte Aufnahme zeigt die vermissten Jugendfuߟballer und ihren Trainer, nachdem sie in einer Höhle entdeckt wurden.
Der Trainer übermittelte per Botschaft, dass es ihm leid tue, die Kinder in die Höhle geführt zu haben. Der 25-Jährige wurde nach den Jungen als Letzter gerettet. (Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Juli 2018 | 15:00 Uhr) Bildrechte: dpa
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Seit mehr als zwei Wochen eingeschlossen

Das Jugend-Fußballteam und ihr Trainer saßen seit dem 23. Juni in der Tham-Luang-Höhle fest. Die Mannschaft war bei einem Ausflug in die Tropfsteinhöhle von einer Sturzflut überrascht worden. Um sich vor den Wassermassen zu schützen, waren sie immer tiefer in die Höhle vorgedrungen, konnten wegen der anhaltenden Regenfälle aber nicht mehr zurück.

Der Weg nach draußen war fast vier Kilometer lang und äußerst kompliziert. Um herauszukommen, mussten immer wieder enge Passagen tauchend überwunden werden. Selbst erfahrene Taucher brauchten für die Strecke mehrere Stunden. Mehrere Jungen konnten nicht schwimmen, zudem waren sie körperlich geschwächt.

Höhle Thailand Grafik
Der Querschnitt der Tham-Luang-Höhle zeigt den Weg, den die Jungen zurücklegen müssen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Über 1.000 Retter beteiligt

Die Rettung der Fußball-Jugendmannschaft "Wildschweine" hatte für große internationale Aufmerksamkeit gesorgt. Experten hatten es allerdings kaum für möglich gehalten, dass alle Jungen wohlbehalten aus der Höhle gerettet werden können. Zwischenzeitlich wurde auch darüber nachgedacht, Tunnel in die Tiefe zu bohren und die Jungen durch diese zu bergen.

Insgesamt waren an der Aktion mehr als 1.000 Retter beteiligt. Über das Schicksal von vier Tauchern, die zu den Jungen und ihrem Trainer in die Höhle gekommen waren, herrschte am Dienstagnachmittag noch Unklarheit. Ein Taucher war bei der Rettungsaktion gestorben.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Juli 2018 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Juli 2018, 20:41 Uhr

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13 Kommentare

10.07.2018 21:53 MDler 13

Auf allen Medien wird von einem "glücklichen Ende oder einem "vollen Erfolg" der Rettungsmission gesprochen.

Das ist es nicht!

Die Opfer sind alle wohlauf, worüber wir froh sind.

...aber ein Retter ist gestorben.

Mir ist unverständlich wie man sowas als Erfolg betiteln kann.

10.07.2018 19:58 Maria A. 12

Ein landesweites Aufatmen wird die Folge sein! Ja, wir haben mit gebangt, das waren echt belastende Tage...

10.07.2018 18:01 Tinnitus 11

Glückwunsch zur Rettung der Eingeschlossenen und Hochachtung vor den Rettungskräften.
Nun kommt aber die Zeit der Frage, wie ein Trainer gestrickt sein muss, wenn er mit den ihm anvertrauten Kindern in so eine Höhle einsteigt?
Für mich unfassbar.

10.07.2018 16:38 SGDHarzer66 10

Welch schöne Nachricht und dazu noch ein Beispiel zu welchen Leistungen Menschen fähig sein können.
Alles Gute allen daran Beteiligten und eine tiefe Verneigung vor dem Taucher, welcher sein Leben gab!

10.07.2018 16:16 Na so was 9

Glückwunsch und ein großes Danke an die vielen Helfer. Ihr habt eine tolle Arbeit geleistet. Ihr Jungs und Trainer, ihr werdet bestimmt noch eine Weile brauchen, um das Alles zu verarbeiten. Vergeßt aber auch nicht, an den Taucher zu denken, der bei eurer Rettungsaktion tödlich verunglückt ist.

10.07.2018 15:59 mathias müller 8

Die beste Nachricht seit monaten

10.07.2018 15:28 Speerspitze 7

Meinen Glückwunsch ! Auch wenn "Wachtmeister Dimpfeldingsbums" wie immer was zu meckern hat, Respekt vor der Risikobereitschaft und dem Mut des Rettungs-Teams und gerade deswegen eine Super-Leistung, weil sie mit einem Menschenleben sehr teuer bezahlt werden mußte !

10.07.2018 14:29 Wachtmeister Dimpfelmoser 6

Ob man die Rettung aller Mannschaftsmitglieder und ihres Trainers unter Inkaufnahme eines toten Rettungstauchers noch unter "glückliches Ende" abhaken darf, möchte ich bezweifeln.

10.07.2018 14:19 Beobachter 5

Glückwunsch, eine großartige Leistung der Taucher und des gesamten Rettungsteams!
Alles Gute für die Kinder und den Lehrer.

10.07.2018 14:15 Bürger der früheren DDR 4

Erleichterung und Trauer.Leider hat es einen toten Taucher gegeben und an den sollte auch gedacht werden. So glücklich ist das Ende eben nicht.

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