Eine Tablettenverpackung eines Blutdrucksenker mit dem Wirkstoff Valsartan.
Bereits im Juli und September gab es Rückrufaktionen. Bildrechte: dpa

Indischer Pharmahersteller Rückruf für Blutdrucksenker wegen verunreinigten Valsartans

Erneut muss ein Blutdrucksenker wegen Verunreinigung des Wirkstoffs Valsartan zurückgerufen werden. Die Behörden warnen Patienten jedoch, betroffene Arzneimittel einfach abzusetzen.

Eine Tablettenverpackung eines Blutdrucksenker mit dem Wirkstoff Valsartan.
Bereits im Juli und September gab es Rückrufaktionen. Bildrechte: dpa

Der indische Pharmahersteller Mylan muss seinen Blutdrucksenker "Valsartan dura" zurückrufen. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) wies in einigen Chargen die Verunreinigung mit N-Nitrosodiethylamin (NDEA) nach. Die Substanz gilt als potentiell krebserregend. Der Wirkstoff wurde im indischen Hyderabad von Mylan produziert.

Bislang keine Rückrufe in Deutschland

Laut der EMA-Mitteilung haben die nationalen Behörden in der EU bereits begonnen, die betroffenen Chargen zurückzurufen. Weitere Tests sollen das Ausmaß der Kontamination bestimmen. Für Deutschland sind bislang keine Valsartan-Mylan-Rückrufe veröffentlicht. Verantwortlich für Rückrufe sind die Behörden der Bundesländer. Wie in früheren Fällen wird der Rückruf voraussichtlich nur auf Apothekenebene stattfinden; Patienten sollen ihre Medikamente nicht zurückbringen.

Patienten sollen Mittel nicht absetzen

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) betonte, dass für Patienten kein unmittelbares Risiko bestehe. Patienten werde dringend abgeraten, das Mittel abzusetzen. Das gesundheitliche Risiko sei höher als das mögliche Risiko durch die Verunreinigung. Betroffene sollen sich an ihren Arzt oder Apotheker wenden und mit diesem über Alternativen beraten.

Der aktuelle Rückruf ist nicht der erste seiner Art. Seit Juli mussten bereits zahlreiche Hersteller Valsartan-haltige Arzneimittel zurücknehmen. Zuerst wurde in einem Wirkstoff aus chinesischer Produktion N-Nitrosodimethylamin (NDMA) entdeckt, im September dann in weiteren Präparaten die verwandte Substanz NDEA. Die Produkte von Mylan schienen damals noch sicher.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 21. November 2018 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. November 2018, 13:42 Uhr