Eine Schneefräse vom Winterdienst verfrachtet den Schnee an den Straßen auf einen Lkw.
Eine Schneefräse vom Winterdienst verfrachtet den Schnee an den Straßen auf einen Lkw in Friesenried (Ostallgäu). Bildrechte: dpa

Starke Schneefälle Bayerischer Landkreis ruft Katastrophenfall aus

Wegen der starken Schneemassen hat ein erster bayerischer Landkreis den Katastrophenfall ausgerufen, um die Einsatzkräfte besser zu koordinieren. Schulen sind geschlossen, die Bahn kämpft, um die Strecken zu räumen. Der Deutsche Wetterdienst sagt für die nächsten Tage neue Schneefälle voraus.

Eine Schneefräse vom Winterdienst verfrachtet den Schnee an den Straßen auf einen Lkw.
Eine Schneefräse vom Winterdienst verfrachtet den Schnee an den Straßen auf einen Lkw in Friesenried (Ostallgäu). Bildrechte: dpa

Der südbayerische Landkreis Miesbach hat den Katastrophenfall ausgerufen. Eine Sprecherin sagte, das sei nötig, um die Einsatzkräfte besser zu koordinieren. Landrat Wolfgang Rzehak erklärte, der Unterricht falle an allen Schulen im Landkreis bis Ende der Woche aus. Die Räumdienste könnten vorerst nur die Straßen räumen, eine flächendeckende Räumung von Gehwegen sei nicht mehr möglich.

Im angrenzenden Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sieht die Lage ähnlich aus, auch dort bleiben die staatlichen Schulen bis Wochenende geschlossen. In den auch bei Touristen beliebten beiden Landkreisen im bayerischen Oberland, wo unter anderem der Tegernsee liegt, sind derzeit zahlreiche Straßen nicht befahrbar.

Behinderungen bei der Bahn

Vor allem in den Bergen Bayerns sind zudem zahlreiche Bundes- und Staatsstraßen gesperrt. Auch bei der Bahn und im öffentlichen Nahverkehr kommt es weiter zu Behinderungen. Die Bayerische Oberlandbahn konnte am Montag südlich von Holzkirchen wegen der Schneemassen nicht fahren.

Ski-Region Hochkar geschlossen

In Österreich ist die Lage noch angespannter. Die Ski-Region Hochkar wurde wegen der anhaltenden Schneefälle bis auf Weiteres geschlossen. Touristen und Bewohner sollen die Region noch heute verlassen. Grund sind Lawinengefahr und Lawinensprengungen. Die Hochkar-Alpenstraße ist ebenfalls geschlossen.

Graphik zu den Schneemassen in Bayern und Österreich
Im Überblick: Die bayerischen Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen (links) sowie das österreichische Skigebiet Hochkar (rechts). Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mehrere Tote durch Schneemassen

Seit dem Wochenende gab es in Bayern und Österreich bereits mehrere Tote infolge des Winterwetters. Am Sonntag starben zwei deutsche Skifahrer im österreichischen Voralberg. Sie waren durch Schneemassen verschüttet worden. Die Rettungskräfte konnte sie nur noch tot bergen.

In Bayern wurde ein Skifahrer bei Bad Tölz von einem Baum erschlagen. Im oberbayerischen Berchtesgardener Land kam am Samstag am Teisenberg eine junge Frau bei einer Lawine ums Leben.  

Lawinengefahr und neue Schneefälle

In den deutschen Alpen herrscht durchgängig die zweithöchste Lawinenwarnstufe. Für die nächsten Tage sind weitere Schneefälle angekündigt. Laut Deutschem Wetterdienst kommt neben Neuschnee ab Dienstag auch starker Wind dazu. Es kann deswegen zu erheblichen Schneeverwehungen kommen. In der Nacht zu Mittwoch sinkt die Schneefallgrenze demnach auf 300 Meter.

Im österreichischen Tirol bereiten sich die Behörden auf die höchste Lawinenwarnstufe vor. Dort wird bis Donnerstag zwischen 50 und 120 Zentimeter Neuschnee erwartet. Der Leiter des Lawinenwarndienstes Tirol, Rudi Mair, sagte, das verschärfe die Lawinensituation immens. Alpin-Soldaten wurden in Bereitschaft versetzt, die auf die Suche nach Verschütteten spezialisiert sind.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Januar 2019 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Januar 2019, 18:31 Uhr