Eine umgestürzte Mauer liegt über einem Auto in dem Viertel Iztacalco in Mexiko-Stadt.
Rettungskräfte suchen in Mexiko-Stadt unter einer umgestürzten Mauer nach Verletzten. Bildrechte: dpa

Schweres Erdbeben Mehr als 60 Todesopfer in Mexiko

Nach dem schweren Erdbeben der Stärke 8,2 vor der Pazifikküste von Mexiko ist die Zahl der Todesopfer im Land auf über 60 gestiegen. Die Behörden gaben eine Tsunami-Warnung heraus, die auch für andere Länder in Mittelamerika galt. Die zunächst befürchteten über vier Meter hohen Wellen blieben aus.

Eine umgestürzte Mauer liegt über einem Auto in dem Viertel Iztacalco in Mexiko-Stadt.
Rettungskräfte suchen in Mexiko-Stadt unter einer umgestürzten Mauer nach Verletzten. Bildrechte: dpa

Nach dem schweren Erdbeben vor der Pazifikküste Mexikos ist die Zahl der Todesopfer auf über 60 gestiegen. Das teilen die Behörden des Landes mit. Die meisten Opfer gab es demnach im südlichen Bundesstaat Oaxaca: Allein dort seien mindestens 45 Tote zu beklagen gewesen. Im Bundesstaat Tabasco starb Gouverneur Arturo Núñez zufolge ein Baby, weil ein Beatmungsgerät in einer Klinik wegen eines Stromausfalls nicht mehr funktioniert habe. Die Behörden rechneten zuletzt auch weiter noch mit einem Anstieg der Opferzahlen.

Extrem viele Nachbeben

Menschen stehen in Mexiko-Stadt auf der Straße nach einem straken Erdbeben.
Menschen in Mexiko-Stadt liefen nach dem schweren Erdbeben auf die Straße. Bildrechte: IMAGO

Staatspräsident Enrique Peña Nieto gab die Stärke des Bebens mit 8,2 an, nachdem das das seismologische Institut des Landes zunächst eine Stärke von 8,4 ermittelt hatte. Beide Werte wären die bisher stärksten jemals in Mexiko gemessenen. Das Zentrum lag südwestlich der Küste des Bundestaats Chiapas im Pazifik. Das Tsunami-Warnzentrum teilte mit, dass es zu gefährlichen Wellen an der Küste kommen könnte.

Die Erdstöße waren am späten Donnerstagabend örtlicher Zeit auch in der Hauptstadt Mexiko-Stadt in der Mitte des Landes sowie in den meisten weiteren Bundesstaaten zu spüren. Allein am Freitag gab es zudem mehr als 40 und bis Samstagmorgen dann insgesamt mehr als 260 Nachbeben.

Stärkste Erschütterungen seit 1932 - kein Tsunami

Das Zentrum des eigentlichen Bebens lag auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, der regelmäßig von Erdstößen erschüttert wird. Für den Südwesten Mittelamerikas gab es eine Tsunami-Warnung - für die Westküsten von Mexiko, Guatemala, von El Salvador, Costa Rica, Nicaragua bis hinab nach Ecuador im Nordwesten von Südamerika. Die zunächst befürchten Wellen mit einer Höhe von bis zu vier Metern blieben aber aus.

Der "Feuerring" im Pazifik In einer hufeisenförmigen Zone um den Pazifik liegt etwa die Hälfte aller aktiven Vulkane weltweit. Das deswegen auch als "Ring of Fire" (Feuerring) bezeichnete Gebiet reicht von der südamerikanischen Westküste über die der USA, die Ostküste von Russland und Japan bis nach Südostasien und Neuseeland. Entlang dieses Rings treffen Erdplatten aufeinander und es kommt zu Verschiebungen. Deren Folge sind Vulkanausbrüche, Erdbeben und Tsunamis. Die Region gilt daher als eine der geologisch gefährlichsten Zonen weltweit. Etwa 90 Prozent aller Erdbeben ereignen sich hier.

Nach Angaben des Präsidenten war das Beben das stärkste in der Region seit 1932, während der Zivilschutz zuvor vom stärksten Beben seit 1985 gesprochen hatte. Damals waren auch große Teile der Hauptstadt Mexiko-Stadt zerstört worden und fast 10.000 Menschen ums Leben gekommen. Danach verschärften die Behörden die Bauvorschriften und führten ein Warnsystem ein.

Dieses Mal erreichen die Schäden ähnliche Ausmaße nicht, obschon vor allem im Süden des Landes viele Gebäude schwer getroffen wurden, insbesondere in der Stadt San Cristóbal de las Casas im Bundesstaat Chiapas sowie in Matías Romero im Bundesstaat Oaxaca. Auch in der Hauptstadt weisen nicht wenige Häuser zumeist leichtere Schäden auf. Hier und in weiten anderen Teilen von Mexiko wurden unter anderem die Schulen geschlossen, um die Bauten zu überprüfen.

Erdbeben vor Mexiko
Das Epizentrum lag etwa 130 Kilometer vor der Küste im Pazifik. Die mexikanische Hauptstadt liegt davon etwa 1.000 Kilometer entfernt. Bildrechte: MDR.DE

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Nachrichtenradio | seit 08.09.2017 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. September 2017, 09:13 Uhr