Makaken-Männchen Naruto, aufgenommen auf der indonesischen Insel Sulawesi
Das Makaken-Männchen Naruto, aufgenommen auf der indonesischen Insel Sulawesi. Bildrechte: dpa

Außergerichtliche Einigung Selfie mit Affen – Gerichtsstreit beigelegt

Der Affe ist um die Welt gegangen – oder vielmehr das Selfie, das der Makake Naruto mit der Kamera von dem Naturfotografen David Slater geschossen hat. Dem ist das Lachen längst vergangen, denn die Tierrechtsorganisation Peta hat ihn wegen des Selfies vor Gericht zitiert. Sie wollte klären lassen, ob den Affen das Recht am eigenen Bild gehört und hat damit auch selbst bei Anhängern für Kopfschütteln gesorgt.

Makaken-Männchen Naruto, aufgenommen auf der indonesischen Insel Sulawesi
Das Makaken-Männchen Naruto, aufgenommen auf der indonesischen Insel Sulawesi. Bildrechte: dpa

Die Tierschutzorganisation Peta und der Naturfotograf David Slater haben Gerichtsstreit über das Recht am Bild eines Affen-Selfies außergerichtlich beigelegt. Das geht aus einer gemeinsamen Erklärung von Peta und dem Fotografen hervor.

Der Mitteilung zufolge wird Slater ein Viertel seiner künftigen Einnahmen von den Selfie-Bildern gemeinnützigen Organisationen stiften. Dabei soll es sich um Organisationen handeln, die sich für den Schutz von Naruto und seinen Artgenossen in Indonesien einsetzten. Außerdem wird festgestellt, der gerichtliche Streit habe wichtige Fragen aufgeworfen, die die rechtlichen Interessen von "nicht-menschlichen Tieren" beträfen.

Hat ein Affe das Recht am eigenen Bild?

Der Streit drehte sich um die Rechte am Bild eines Affen, bei dem dieser auf der indonesischen Insel Sulawesi im Jahr 2011 selbst den Auslöser gedrückt hatte. Das Selfie des sechsjährigen Naruto, später im Fotoband "Wildlife Personalities" veröffentlicht, ging um die Welt, Naruto wurde eine Facebook- und Twitter-Berühmtheit.

Streit brachte Fotografen offenbar vor Ruin

2015 klagte dann Peta im Namen des Affen auf die Rechte und ging seither durch mehrere Instanzen. Zuletzt hatte Slater erklärt, er wünschte, er hätte "die verdammten Fotos nie gemacht". Der "Süddeutschen Zeitung"  sagte er, die Bilder hätten ihn finanziell und emotional ruiniert. Er könne seiner Tochter kein Fahrrad mehr kaufen, auch Reisen zu Wildtieren seien nicht mehr möglich. Doch auch Peta, die nach eigenen Angaben weltgrößte Tierrechtsorganisation, kam nicht unbeschadet aus dem Streit, sie erntete in den sozialen Netzwerken viel Kopfschütteln.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im : Radio | 12.09.2017 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. September 2017, 12:50 Uhr

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6 Kommentare

13.09.2017 23:46 part 6

Da haben wir sie wieder, die Abmahnindustrie oder die Ausläufer, dien nun auch unbedeutenden Organisationen eine warmen Geldhauch beschert, dank Gerichtsurteilen und in Ermangelung entsprechender Gesetze. Was ist dann aber mit den ganzen Bildern im Netz, die die Nutzer von öffentlichen Netzwerken von ihren Lieblingen veröffentlichen oder zu Pannenshows im Rundfunk zur Verfügung stellen? Würden sich einige Organisationen besser um die Induvidien kümmern, die der eigenen Art am Allerwertesten vorbei gehen, wäre allen schon etwas geholfen.

13.09.2017 04:39 Falko 5

PETA ist einfach nur noch übel. Mit Tierschutz hat das nichts mehr zu tun. Kommerzieller Aktionismus ohne Sinn und Verstand.

12.09.2017 23:13 Ureinwohner 4

Peta muß eine Erfindung von Eulenspiegel sein.

12.09.2017 16:42 schelm 3

PETA ist einfach nur peinlich. Was hier abging hat nichts mit Tierschutz zu tun.

12.09.2017 14:37 Markus 2

M.E. um Rechte auf Foto zu haben, muss Tier auch bürgerliche Rechte überhaupt haben, z.B. deutsche Bürgerschaft. D.h. die Affe sollte Einbürgerungsurkunde vorlegen. Wenn das stimmt, gehören die Rechte für Foto bestimmt dem Tier. Außerdem sollte Peta nachweisen, dass die Affe Peta beauftragt hat, ihre Rechte zu verteidigen. Z.B. schriftliche Vollmacht, von der Affe unterschrieben. Sonst hat Peta hier nichts zu suchen.

12.09.2017 14:27 Morchelchen 1

Vielleicht sollten diese Tierrechtler von Peta erst einen Nachweis erbringen, dass der Affe sie damit beauftragt hat, Beschwerde gegen den Fotografen einzulegen. Ehe die nicht vorliegt, würde ich jegliche Beschuldigung kategorisch ablehnen...

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