Fans von Budissa Bautzen
Die Fans von Budissa Bautzen schwenken selbstgemalte Fahnen. Bildrechte: IMAGO

Trommeln, Fahnen und Co. Was darf ich ins Stadion mitnehmen?

Peter S. ist Fan von Budissa Bautzen. Beim Besuch des Stadions in seiner Heimatstadt hat er sich gefragt, in welchem Umfang Fangruppen eigentlich Trommeln, große Fahnen und andere Fanutensilien mitbringen dürfen? Und wer genehmigt, welche Gegenstände die Fans mitbringen dürfen?

von Ronny Arnold, MDR AKTUELL

Fans von Budissa Bautzen
Die Fans von Budissa Bautzen schwenken selbstgemalte Fahnen. Bildrechte: IMAGO

Lokalderby bei Budissa Bautzen in der Regionalliga. Zu Gast im letzten Heimspiel vor der Winterpause: der Bischofswerdaer FV. Das Wetter: nasskalt, die Stimmung: hitzig – auf dem Platz und auch auf den Rängen. Lautstark feuern Gäste- und Heimfans ihr Team an. Zusätzlich hängen große Fanbanner am Zaun, in den Blöcken werden Fahnen geschwenkt.

Zuschauer halten Fahnen und Transparente
Die Tribüne beim Derby Budissa Bautzen gegen den Bischofswerdaer FV. Bildrechte: Rocci Klein

Stefan ist Fan von Bischofswerda und bei fast jedem Spiel dabei, oft auch auswärts. Was mit ins Stadion darf, erfährt er vom jeweiligen Gastgeber-Verein. "Wir kriegen vor jedem Auswärtsspiel eine Faninfo. Da steht drin, wo der Eingang ist, welchen Ankunftsweg man hat und was man mit reinbringen darf."

In der Faninfo steht detailliert, was erlaubt ist und was nicht: Vom Aussehen der Trommeln, bis zur Fahnengröße ist alles reguliert. Eingangskontrollen seien dagegen sehr unterschiedlich, meint Stefan.

Es gab Kontrollen, da haben sie dich einfach durchgewunken. Und dann gab es Kontrollen, da musstest du dich fast ausziehen.

Stefan, Fan vom Bischofswerdaer FV

Mehr Kontrollen bei Derbys

Was genau erlaubt ist, steht in der jeweiligen Stadionordnung des Gastgebers. Bei Budissa Bautzen ist Roland Fleischer seit Jahren für die Sicherheit im Stadion zuständig. 90 Minuten vor dem Anpfiff schwört er sein 14-köpfiges Sicherheitsteam ein: "Wir werden etwas strenger kontrollieren, weil es ein Lokalderby ist und es beim letzten Spiel in Bischofswerda zu verbalen Auseinandersetzungen kam. Das wollen wir heute vermeiden."

Ein Sicherheitsmitarbeiter kontrolliert Fußballfans vor dem Einlass ins Stadion.
Was rein darf und was nicht, steht in der Hausordnung des jeweiligen Stadions. Bildrechte: dpa

Trotzdem wird zumindest bei den Heimfans nicht jeder kontrolliert. Roland Fleischer vertraut auf das Fingerspitzengefühl seiner Ordner. Ältere Menschen etwa würden nicht durchsucht werden. "Aber Gästefans werden durchsucht, besonders bei Mannschaften, bei denen wir glauben, dass die Fans unerlaubte Dinge mitbringen", erklärt Roland Fleischer.

Regelung von Spiel zu Spiel unterschiedlich

In der Stadionordnung stehen dazu klare Regeln, etwa "dass Fahnenstangen nicht länger als ein Meter sein dürfen und der Durchmesser oder Umfang nicht größer als drei Zentimeter sein darf". Die Trommeln müssen zudem offen sein, damit darin weder potenzielle Wurfgeschosse noch Pyrotechnik geschmuggelt werden können. Sollten Fans mit größeren Bannern oder Stöcken anreisen wollen, müssen sie das im Vorfeld anmelden. Die Genehmigung liegt dann dem Sicherheitschef.

In jedem Verein gebe es einen Sicherheitsbeauftragten und auch einen Fanbeauftragten, erklärt Sicherheitschef Fleischer. Der melde per Telefon an, was die Auswärtsfans mitbringen wollen, und dann entscheide Fleischer, was mit ins Stadion könne und was nicht.

Keine Toleranz bei Pyrotechnik

Rostocker Fans zünden Bengalos nach dem 1:0 durch Julius Perstaller
Pyrotechnik wie hier im Block des FC Magedeburg, ist strikt verboten. Bildrechte: imago/objectivo

Was definitiv nicht rein kann, ist Pyrotechnik. Doch bei Spielen mit mehreren Tausend Zuschauern sind flächendeckende Kontrollen schwierig. Besonders die oberen Ligen kämpfen gegen illegale Böller, Fackeln und Rauchbomben. Für Vereine wie Fans ein heikles Thema, mehrere Anfragen von MDR AKTUELL an Teams der oberen Ligen blieben unbeantwortet oder es wurden Gespräche dazu abgelehnt.

Vor allem Ultragruppen wollen Pyrotechnik im Stadion, zumindest teilweise, erlaubt sehen. Fußballverbände wie der DFB sind strikt dagegen. Immer wieder wurden hohe Strafen verhängt. Für Lutz Mende, beim Sächsischen Fußball-Verband unter anderem für die Sicherheit zuständig, ist das Gefahrenpotenzial zu hoch.

Es ist gefährlich, in einer Menschenmenge 1.000 Grad heiße Bengalos anzuzünden oder Böller zu zünden. Da ist einfach das gesundheitliche Risiko viel zu groß.

Lutz Mende, Sächsischer Fußballverband

Das Spiel in Bautzen endet mit einem 2:0 Heimsieg für Budissa. Und der Sicherheitschef vermeldet keine Probleme mit den Fans - weder auf der Heimtribüne, noch im Auswärtsblock.    

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Januar 2019 | 05:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2019, 05:00 Uhr

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4 Kommentare

17.01.2019 09:20 Och nee 4

Definitiv nicht meine Frau !!!!

16.01.2019 15:30 Frau Amsel 3

die Umweltfanatiker vom Dienst werden solche Ansammlungen eh bald verbieten da dort hohem Maße massengebubst wird .... die Gase wie bei Kühen machen uns alle taub blind und vergesslich

16.01.2019 15:25 Fragender Rentner 2

Bestimmt alles was diesen Sportfreunden freude bereitet.

16.01.2019 08:45 Spottdrossel 1

Am Besten gar nicht erst zum Stadion gehen. Das reine Geldverschwendung! Das Spiel im öffentlichen rechtlichen Rundfunk ansehen, denn dort hat man ohnehin bezahlt.

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