Staubsauer in einem Elektromarkt
Staubsauer dürfen vorerst wieder ohne Label zur Stromeffizienz verkauft werden. Bildrechte: dpa

EU muss nachbessern Staubsauger wieder ohne Energielabel

Beim Kauf von Elektrogeräten achten die meisten Kunden auf das EU-Energielabel. Die Werte A bis G geben an, wie effizient das Gerät ist. Doch für Staubsauger gibt es nun erstmal kein Label – ein Hersteller setzte sich im Streit um die Testmethode gegen die EU durch.

Staubsauer in einem Elektromarkt
Staubsauer dürfen vorerst wieder ohne Label zur Stromeffizienz verkauft werden. Bildrechte: dpa

Staubsauger dürfen ab sofort EU-weit ohne Energie-Label verkauft werden. Die bisher geltende Regelung, wonach jedes Gerät mit einem Etikett zur  Stromeffizienz versehen werden muss – wie etwa auch bei Kühlschränken oder Waschmaschinen – ist hinfällig.

Weil die EU-Kommission keine Rechtsmittel gegen ein Gerichtsurteil eingelegt hat, sind die entsprechenden EU-Regeln für Staubsauger seit 18. Januar ungültig.

Stromverbrauch ohne Beutel getestet

Vorausgegangen war ein Urteil des EU-Gerichts. Das hatte im November entschieden, dass die Energie-Effizienz von Staubsaugern nicht mit leeren Staubbehältern getestet werden darf, weil das nicht den realen Bedingungen entspricht. (Rechtssache T-544/13)

Das EU-Gericht gab einer Klage des Herstellers Dyson statt, der beutellose Staubsauger verkauft. Das britische Unternehmen hatte argumentiert, die Verordnung sei irreführend. Der Stromverbrauch von Staubsaugern steige, je voller der Beutel werde. Die EU-Verordnung sah keine Tests mit vollem Beutel vor.

EU prüft Neuregelung

Die EU-Kommission hatte nach dem Urteil rund zwei Monate Zeit, Rechtsmittel einzulegen - entschied sich jedoch dagegen. Nun prüfen die Regulierer, wie sie am besten verfahren. Derzeit würden ohnehin die Energieeffizienz-Anforderungen an Haushaltsgeräte überarbeitet, sagte eine Sprecherin in Brüssel. Es kann also noch Monate dauern, bis für Staubsauger ein neues Label zu Stromeffizienz kommt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Juli 2018 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Januar 2019, 09:02 Uhr

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8 Kommentare

22.01.2019 20:02 Baldur von Ascanien 8

Dann kann man auch gleich den Verbrauchstest von Autos auf einer Bühne ohne Radkontakt machen. In Brüssel sind wohl die Minderbemittelten in der Mehrzahl? Es können doch nicht alle doof sein......

22.01.2019 16:53 Carolus Nappus 7

Da scheint es wohl nicht nur bei PKW an realitätsnahen Testbedingungen zu fehlen. Kann man ja nachbessern. Interessiert mich schon, wieviel Leistung vorne anliegt und nicht primär, wieviel Strom das Gerät zieht.
Wird man also wohl mal in Zukunft mit gefülltem Beutel testen müssen. Und bei PKW wird eben mit breiten Schlappen, allen erdenklichen Extras (und diese auch noch in Betrieb) bei echten Wetter auf echten Straßen getestet. Kann doch nicht so schwer sein.

22.01.2019 16:30 astrodon 6

@22.01.2019 12:38 Atheist
klar, Energie verschleudern was das Zeug hält und dann über den Strompreis jammern :-( Dann aber auch Atom- und Kohlestrom nutzen ... Und nein, es handelt sich nicht um einen "verordneten Stomsparhype", denn ca. 85% der Verbraucher achten auf den Stromverbrauch ihrer Geräte.
Aber klar, es müssen ja auch 320 PS, 3 Tonnen Gewicht und
230 km/h auf der Autobahn sein - Neanderthaler-Mentalität.

22.01.2019 12:38 Atheist aus Mangel an Beweisen 5

„Beim Kauf von Elektrogeräten achten die meisten Kunden auf das EU-Energielabel.“
Da gehöre ich nicht zu den meisten.
Waschmaschinen und Spülmaschinen die die doppelte Zeit brauchen, Kühlschränke die einen nervigen Alarmton geben wenn ich zu lange reinschaue, Kaffemaschienen die nicht mehr ich sondern sich einfach selbst abschalten ob ich noch eine zweite Tasse trinken möchte ...
Wenn ich schon vor einem neuen AAA Gerät stehe bekomme ich inzwischen Zustände.
Nein, ich will diese vorgeschriebene Stromsparhyp nicht!

22.01.2019 12:38 Hani 4

Da ich immer JEDEN Tag 8 Stunden lang Staub sauge und mir jeden Tag 2 Stunden lang 2 Schnitzel brate habe ich aus Energie-Effizienz- gründen beschlossen mir nur noch ein Schnitzel zu braten und die Saugzeit EU -konform nun bei halber Leistung eben zu verdoppeln, also auf 16 Stunden. Wer' s noch nicht glaubt : Die EU in seinem jetzigen Konstrukt muss weg oder von Grund auf renoviert werden - 50 % der Beamten müssen umgeschult werden: zum Altenpfleger - Herr Spahn kann
25 000 gut gebrauchen. Instinktiv haben die Briten das längst erfasst- auch wenns schwer fällt, da müssen sie halt durch. Vielleicht müssen unsere Politiker ihre Grundschulzeit nachholen. Nicht mal DREISATZ können Sie. Begriffen ?

22.01.2019 11:04 Fragender Rentner 3

Nanu war wohl doch keine so gute Idee von Brüssel? :-)

22.01.2019 09:38 Lilly 2

"achten die meisten Kunden auf das EU-Energielabel."

vielleicht bei Kühlschränken, vielleicht auch noch bei W Maschinen, aber doch nicht bei Staubsaugern, da achten die Kunden darauf das der saugt.

so ein dummer Beitrag!

22.01.2019 09:31 Querdenker 1

Auf diesem Label stehen ja noch weitere Daten (Staubemission, Staubaufnahme auf Teppich oder Hartboden, Lautstärke). Könnte die Presse mal recherchieren, ob das ganze Label betroffen ist.

Ich würde keinen Staubsauger ohne Daten dazu kaufen.