Frost hat ein Wegekreuz überzogen
Nach einer Missbrauchsstudie der katholischen Kirche wurden nun Strafanzeigen gegen Unbekannt gestellt. Bildrechte: dpa

Missbrauchsfälle in katholischer Kirche Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt

Juristen haben nach der Missbrauchsstudie der katholischen Kirche Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Berichten zufolge wurden diese an Staatsanwaltschaften im Bezirk aller 27 katholischen Diözesen eingereicht. Die Studie hatte 1.670 Klerikern den Missbrauch von 3.677 Kindern und Jugendlichen zugeordnet.

Frost hat ein Wegekreuz überzogen
Nach einer Missbrauchsstudie der katholischen Kirche wurden nun Strafanzeigen gegen Unbekannt gestellt. Bildrechte: dpa

Juristen haben wegen der fast 3.700 juristisch nicht aufgearbeiteten Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche Strafanzeigen gegen unbekannt gestellt. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet, gingen diese bei Staatsanwaltschaften im Bezirk aller 27 katholischen Diözesen ein. Darin heiße es unter anderem, "es gibt kein Recht der Kirche, ihre Institution von strafrechtlichen Eingriffen freizuhalten".

Strafrechtler: Anhaltspunkte für Straftaten ausreichend

Diese Studie, so argumentierten Professoren um den Passauer Strafrechtler Holm Putzke, habe ausreichende tatsächliche Anhaltspunkte für Straftaten geliefert. Daher hätten die Behörden die unbedingte Pflicht, die Akten der Kirche sicherzustellen.

Die Fakten der Studie rechtfertigen eine Durchsuchung sämtlicher Diözesen.

Strafrechtler im "Spiegel"

Fünf Staatsanwaltschaften prüfen

Dem "Spiegel" zufolge prüfen derzeit fünf Staatsanwaltschaften Ermittlungen. Auch Bundesjustizministerin Katarina Barley dränge auf juristische Aufklärung: Wo ein Verdacht bestehe, müssten alle nötigen Ermittlungen erfolgen. Die Kirche könne sich einer juristischen Aufklärung nicht verweigern.

Fast 3.700 Missbrauchsfälle, Hinweise auf 1.670 Kleriker

Hintergrund ist eine Studie zu Missbrauchsfällen in der Katholischen Kirche. Dafür hatten Forscher im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz mehr als 38.000 Personal- und Handakten der 27 Diözesen aus den Jahren 1946 bis 2014 durchsucht. Bei 1.670 Klerikern entdeckten sie Hinweise auf Beschuldigungen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger. Ihnen konnten die Forscher 3.677 Kinder und Jugendliche zuordnen.

Studienleiter Harald Dreßing hatte nach der Veröffentlichung einen mangelnden Aufklärungswillen in weiten Teilen der Kirche beklagt. Das Ausmaß des Missbrauchs als auch der Umgang der Verantwortlichen damit sei erschütternd gewesen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 25. September 2018 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Oktober 2018, 13:47 Uhr

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13 Kommentare

28.10.2018 18:43 paul 13

Laut Verfassung sind vor dem Gesetz alle gleich. Diese Kinderschänder werden aber nicht strafrechtlich zur Verantwortung gezogen, dank der "Vertuscher" und Heuchler. Das ist eine Schande!!! Der "normale Pädophiele" wird verurteilt und im Knast durch die Mitgefangenen auch entsprechend behandelt.
Hier versagt wieder einmal der "Rechtsstaat".

28.10.2018 17:53 Markus 12

Bereits 2010 war absehbar, dass der Umfang von mißbrauchten Kindern (86% Jungen unter 16 Jahren) innerhalb der Kirche unglaublich hoch sein muss. Kein Staatsanwalt reagierte oder begann nachzuforschen oder ernsthaften Anfangsverdachten nachzugehen.
Heute 8 Jahre später sind viele Fälle strafrechtlich nicht mehr relevant. Was hier läuft ist einfach unglaublich. - Eine Wohlstandsgesellschaft, denen das seelische Wohl seiner Kinder nichts bedeutet, hat aus meiner Sicht verspielt.
Das erzwungene Projekt zur Aufarbeitung des Mißbrauchs in der kath. Kirche bildet nur die Spitze eines Eisbergs ab. Der selbst ernannte Aufklärer Schulleiter Mertes (Canisius-Kolleg, Berlin) wurde durch die Briefe der Opfer (z.B. von Herr Katsch) mit den Anzeigen und schriftlichen Mitteilungen an die Staatsanwaltschaft zum Jagen getragen.
In keinem Land Europas ist die Subventionierung der katholischen Kirche durch den Staat so massiv und so undurchschaubar wie in Deutschland!
Das muss endlich aufhören.

28.10.2018 11:59 kerstin schneider 11

@H.E.
Da irren Sie leider zum Teil. Auch Nicht-Kirchenmitglieder finanzieren Über ihre Steuern die Kirchen und zwar über die 500.000.000 € an Staatsleistungen, die der Staat jährlich an die Kirchen zahlt. Dieses Geld stammt aus den allgemeinen Steuereinnahmen von uns allen. Überrascht? Einfach mal "Staatsleistungen" googeln!

28.10.2018 05:51 H.E. 10

@9 Harth
Der Mißbrauch muß unbedingt aufgeklärt werden, ohne wenn und aber!
Und nun zu Ihrer weiteren Anmerkung:
Wir finanzieren nicht zwangsweise mit unseren Steuern die Kirche, dies ist eine freiwillige Angelenheit eines jeden Kirchenmitgliedes der evang. und kath. Kirche. Jeder, der möchte, kann auch aus der Kirche austreten.
Es wird immer wieder erwähnt, daß der Staat diesen Steuereinzug auch noch für die Kirchen macht. Ja, das ist richtig, aber der Staat läßt sich dies vergüten und nicht zu knapp.
Immerhin behält unser Staat dafür 3 Prozent der Kirchensteuer für seine entstandenen Unkosten ein. Ich würde sagen, es ist eine win-win-Situation, unser Staat profitiert durch den Einzug der Steuern, weil er die Infrastruktur hat und die Kirchen müssen keine extra Infrastruktur für den Einzug der Kirchensteuern aufbauen.

27.10.2018 21:28 Harth 9

Diese Kriminellen gehören allesamt hinter Gitter. Es ist schlimm, dass wir mit unseren Steuern die Kirchen zwangsweise finanzieren müssen.

27.10.2018 19:55 Huber 8

@2 Ihre Argumentation klingt nur logisch - ist es aber nur bedingt, denn schließlich hatt nicht Gott den Mißbrauch verübt. Deshalb ist auch der Stellvertreter nicht belangbar.

27.10.2018 19:50 paul 7

Die Bischöfe, in dessen Diözesen Missbrauch statt fand , sind doch auch bekannt. Also unbekannt ist nicht ganz zutrteffend.

27.10.2018 19:40 paul 6

Dieser Schritt ist längst überfällig. Der Sumpf der Kleriker muss endlich ausgetrocknet werden. Das ist nur ein Skandal von den vielen Skandalen des Klerus. Einach nur schamlos.
Aber wieso "unbekannt" es gibt doch konkrete Hausnummern und Mitwisser bzw. "Vertuscher" wie z. B. Bischoff Xram, Ra etc..

27.10.2018 19:19 noch 45 Tage (UNO-Migrationspakt) 5

Ich empfehle die ZDF Mediathek:
"Das Schweigen der Hirten"

da bekommt man mal einen kleinen Eindruck über Missbrauch und Vertuschung in der Kirche.

27.10.2018 17:35 Pfingstrose 4

So predigen diese Schwarzkittel katholischen Kirche von der Kanzel herunter und dann werden unschuldige Minderjährige von 1946 bis 2014 von diesen Schwarzkitteln sexuell missbraucht 3x pfui. Diesen Schwarzkitteln sollte man die Fühler und vieles mehr kürzen. Es ist eine Schande was hier an die Öffentlichkeit kommt.