Wegen einem Stromausfall brennt kein elektrisches Licht in der Altstadt von Berlin-Köpenick
Aufgrund einer fehlerhaften Bohrung bei Arbeiten am Stromnetz wurde Berlin Köpenick lahmgelegt. Bildrechte: dpa

Berlin Stromausfall in Köpenick ein Einzelfall

Am Dienstagnachmittag gingen in Berlin Köpenick die Lichter aus – und erst 31 Stunden später wieder an. Bei Bauarbeiten wurden Kabel durchtrennt, sodass 30.000 Berliner ohne Strom auskommen mussten. Kann das überall passieren oder war das die Ausnahme?

von Constanze Hertel, MDR AKTUELL

Wegen einem Stromausfall brennt kein elektrisches Licht in der Altstadt von Berlin-Köpenick
Aufgrund einer fehlerhaften Bohrung bei Arbeiten am Stromnetz wurde Berlin Köpenick lahmgelegt. Bildrechte: dpa

Keine Tram fuhr mehr, in Krankenhäusern wurden Patienten von der Intensivstation verlegt, Schulen und Geschäfte blieben geschlossen. Das öffentliche Leben in Köpenick war durch den Stromausfall am Mittwoch eingeschränkt. Der Grund: Bei Bohrungen wurde ein Starkstromkabel durchtrennt.

Absicherung im Falle eines Ausfalls

Grundsätzlich ist das nicht ungewöhnlich. Auch in Dresden verursachen Baustellen viele Stromausfälle – die würden aber nicht so lange andauern, erklärt Gerlinde Ostmann von der DREWAG, den Dresdner Stadtwerken. Es gebe immer eine zweite Versorgungsmöglichkeit zur Absicherung, erklärt Ostmann. In der Regel würde dann die Versorgung über ein benachbartes Umspannwerk geprüft und gesichert.

Lagepläne sollen Stromausfälle verhindern

Tatsächlich wird deshalb grundsätzlich ein Ersatzkabel verbaut. Im Berliner Fall wurde das aber mit durchtrennt, denn die Baufirma hatte keine Pläne, die zeigten, wo welche Kabel entlangführen. Dabei hätte sie die Pläne im Voraus anfordern müssen. Das ist bei allen Versorgungsleitungen - also Strom, Wasser, Gas und auch Telefonkabeln - Pflicht, weiß auch Ives Stelzig. Er ist Geschäftsführer der Sachsen Tiefbau GmbH.

Er war 2017 beim Kabelausbau in Magdeburg beteiligt. Bohrungen mussten 14 Tage vorher angemeldet werden. Er berichtet: "Am Tag der Bohrung kam der Meister raus und hat genau angesprüht, wo liegt in welcher Tiefe die Leitung. Und während der Bohrung wurde die Leitung abgeschaltet und das Stromnetz wurde umgeleitet."

Genaue Pläne dank GPS

Wer sich an die Vorschriften hält, bei dem kann eigentlich kaum noch was schiefgehen, setzt Stelzig nach. Dank GPS-Messungen entstünden sehr genaue Leitungspläne. Es gebe aber auch Fälle, bei denen diese Pläne nicht stimmen, schränkt Stelzig ein.

"Letztes Jahr hatten wir eine Baugrube ausgehoben und hatten die Fremdleitungspläne von den Stadtwerken eingeholt und wir hatten dann direkt in der Baugrube eine Hochdruckgasleitung gefunden", erzählt Stelzig. "Gott sei Dank" sei die Leitung stillgelegt gewesen, aber sie sei eben nicht im Leitungsplan eingezeichnet gewesen. Das könne schon immer mal vorkommen.

Fall in Berlin Köpenick ist Ausnahme

Ein Starkstromkabel an einer Stelle, wo es nicht eingezeichnet war, hat Stelzig allerdings noch nie gefunden. Dass durch Bohrungen zufällig also gleich zwei Starkstromkabel gekappt werden, die ein ganzes Viertel versorgen - das scheint also doch die Ausnahme gewesen zu sein.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. Februar 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2019, 05:00 Uhr