Europäische Länder sind verpflichtet, für eine stabile Stromfrequenz von 50 Hertz zu sorgen.
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Nach Stromschwankungen Uhren ticken bald wieder richtig

Ging Ihr Radiowecker zuletzt auch oft nach - oder vielleicht Ihre Mikrowellen-Uhr? Das dürfte sich jetzt wieder einspielen. Denn der "Verursacher" im Kosovo hat sich nach Angaben des serbischen Netzbetreibers wieder an die europaweiten Standards angepasst. Seit Mitte Januar war das nicht der Fall gewesen, was Elektro-Uhren bis zu sechs Minuten nachgehen ließ.

Europäische Länder sind verpflichtet, für eine stabile Stromfrequenz von 50 Hertz zu sorgen.
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Backofenuhren und Radiowecker in Europa dürften schon bald wieder die richtige Zeit anzeigen. Wie der serbische Netzbetreiber Elektromreza Srbije (EMS) mitteilte, hält das Kosovo die vereinbarten Standards seit fünf Tagen wieder ein. Der dortige Netzbetreiber KOSTT habe auf den international wachsenden Druck reagiert und gleiche nun auftretende Schwankungen wie vereinbart wieder aus.

Den Srbije-Angaben zufolge hatte KOSTT seit etwa drei Wochen die gemeinsamen Standards für die europäischen Übertragungsnetze nicht mehr eingehalten. Hintergrund war ein politischer Streit zwischen Serbien und dem Kosovo.

Europa-Standards für konstante 50 Hertz

Mit den Standards wird sichergestellt, dass die Stromfrequenz konstant auf 50 Hertz gehalten wird. Kommt es zu stärkeren Frequenzabweichungen durch höheren oder niedrigeren Stromverbrauch, gleichen die Versorger das etwa durch höhere oder niedrigere Einspeisungen aus. Die Netzbetreiber in Europa sind deshalb verpflichtet, eine bestimmte Energieleistung dafür vorzuhalten.

Einfache Synchronuhren, wie in Mikrowelle oder Backofen, nutzen die Frequenz von 50 Hertz als Taktgeber. Kommt es zu größeren Frequenz-Schwankungen gehen die Uhren vor oder nach.

Bis zu sechs Minuten "Verspätung"

Nach Angaben des Verbandes Europäischer Übertragungsnetzbetreiber (Entso-e) vom Dienstag lag die durchschnittliche Frequenz längere Zeit bei nur 49,996 Hertz. Kurzfristig seien solche Schwankungen kein Problem, doch habe die Störung so lange angehalten, dass elektrische Uhren fast sechs Minuten "Verspätung" hatten und haben. Betroffen waren neben Deutschland weitere 24 europäische Staaten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. März 2018 | 16:48 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. März 2018, 08:25 Uhr