Sturmtief Burglind lässt Baum auf Haus in Ratingen NRW stürzen
In Ratingen in Nordrhein-Westfalen ließ "Burglind" diesen Baum auf ein Haus krachen. Bildrechte: dpa

Sturmtief "Burglind" wütet über Deutschland - Drei Tote in Frankreich und Spanien

Das erste Sturmtief des Jahres 2018 ist mit brachialer Gewalt über Westeuropa und Deutschland hinweg gefegt. In Frankreich und Spanien starben insgesamt drei Menschen. In Deutschland gab es Behinderungen auf Straßen und Schienen. An der Nordsee wurden Fährverbindungen gekappt. In Bayern fiel mancherorts der Strom aus.

Sturmtief Burglind lässt Baum auf Haus in Ratingen NRW stürzen
In Ratingen in Nordrhein-Westfalen ließ "Burglind" diesen Baum auf ein Haus krachen. Bildrechte: dpa

Mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 120 Kilometern pro Stunde ist Sturmtief "Burglind" am Mittwoch in Deutschland eingefallen. Umgestürzte Bäume und heftiger Regen behinderten vor allem in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern den Straßen- und Bahnverkehr. Auch in Nord- und Süd-Thüringen sorgten abgebrochene Baumkronen und überflutete Straßen für Behinderungen und kleinere Unfälle.

Mehrere Bahnstrecken gesperrt

Vor allem im Westen der Republik musste die Bahn mehrere Strecken im Regional- und Fernverkehr sperren. Im Fernverkehr gab es Einschränkungen auf den Strecken Köln-Bonn, Köln-Aachen, Aachen-Krefeld, Kaiserslautern-Ludwigshafen und Köln-Niederlahnstein.

Ein Regionalzug steht am 03.01.2018 in Selm (Nordrhein-Westfalen) neben den Schienen. Im südlichen Münsterland ist er gegen einen entwurzelten Baum geprallt.
In NRW prallte ein Zug gegen einen umgestürzten Baum und entgleiste. Bildrechte: dpa

In Selm im südlichen Münsterland prallte ein Regionalzug gegen einen entwurzelten Baum und sprang teilweise aus den Schienen. Verletzt wurde niemand. Bei Limburg in Hessen fiel ein Baum auf eine Oberleitung und bremste Züge auf der Strecke Limburg-Frankfurt aus.

Auch im Flugverkehr gab es Beeinträchtigungen. So wurde eine Verbindung von Frankfurt nach Dresden gestrichen.

Unfälle und Behinderungen auf Autobahnen

 Feuerwehrleute stehen auf einer Wiese neben einem ungestürztem 40-Tonner-LKW.
Bei Immenstadt in Bayern kippte "Burglind" diesen 40-Tonner um. Bildrechte: dpa

Auf der A9 in Thüringen zwischen dem Parkplatz Himmelsteiche bei Schleiz und Bad Lobenstein krachte es innerhalb weniger Minuten am Nachmittag sechsmal. Auch auf den Autobahnen 44 zwischen Jülich und Aldenhoven und auf der A59 bei Duisburg kam es zu größeren Behinderungen aufgrund von Sturmschäden. Auf der A44 stürzte ein Hochsitz auf die Fahrbahn.

Die Polizei appellierte deutschlandweit an Autofahrer, besonders vorsichtig zu fahren. Für die A71 zwischen Ilmenau und Gräfenrodea in Richtung Erfurt bestand eine Verkehrswarnung. Vor allem Last- und Wohnwagen sollten den Abschnitt meiden, da vor allem auf den Brücken die Gefahr des Umkippens bestünde.

Fährverkehr an Nordsee eingestellt

Nachdem Sturmtief «Burglind» durchgezogen ist, liegen Teile eines Daches am 03.01.2018 in Stuttgart (Baden-Württemberg) auf der Straße und auf den Schienen der Stadtbahn.
In Stuttgart stoppten Trümmer die Straßenbahn. Bildrechte: dpa

In Schleswig-Holstein behinderten orkanartige Böen am Mittwoch auch den Schiffsverkehr. So musste der Fährverkehr zwischen Helgoland und dem Festland komplett eingestellt werden. Auf der ostfriesischen Insel Wangerooge fielen zwei Fährverbindungen wegen Hochwassers aus.

Deutschlandweit blieben mehrere Zoos und Tierparks geschlossen, so auch in Thüringens Landeshauptstadt Erfurt. Auf Deutschlands höchstem Gipfel, der Zugspitze, fuhr die Zahnradbahn nicht. In den Alpen wurden viele Skilifte gestoppt. In Bayern fiel in rund 10.500 Haushalten der Strom aus.

Skifahrer von Baum erschlagen

Polizisten beseitigen am 03.01.2018 in Köln (Nordrhein-Westfalen) einen umgestürzten Baum von einer Straße.
Polizisten in Köln räumt einen umgestürzten Baum von der Straße. Bildrechte: dpa

Noch härter traf es Deutschlands westlichen Nachbarn Frankreich. Im Norden des Landes waren zeitweise über 220.000 Haushalte ohne Strom. In Morillon in den französischen Alpen tötete das Sturmtief, das im übrigen Europa als "Eleanor" daherkam, einen Skifahrer. Der Mann wurde nach Polizeiangaben auf einer Piste von einem Baum erschlagen. Weitere 15 Menschen wurden nach Angaben des französischen Zivilschutzes durch umfallende Bäume und herabfallende Gegenstände verletzt, vier von ihnen schwer.

Paar von Monsterwelle von Deich gespült

Im Norden Spaniens kamen zwei Menschen ums Leben. Das Paar war im Baskenland auf einem Deich von einer riesigen Welle erfasst worden. Wegen der Sturmböen galt eine Unwetterwarnung für die nordspanische Küste, wo die Wellen eine Höhe von fünf bis sechs Metern erreichten.

Auch in England, Irland, der Schweiz, Belgien und den Niederlanden versuchte "Eleanor" gewaltige Schäden. In den niederländischen Küstengebieten fielen Intercitys aus, Deiche und Brücken wurden für den Autoverkehr gesperrt. Zum ersten Mal in der Geschichte der Niederlande wurden alle fünf Sturmflutwehre geschlossen.

 

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Januar 2018 | 08:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Januar 2018, 09:57 Uhr

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3 Kommentare

04.01.2018 08:16 Schwejk 3

Und nun steht als Text zu dem Polizeiräumdienst (neue Abteilung?) auch noch das es die Feuerwehr ist...bitte MDR...mehr davon :-DDD

03.01.2018 14:19 Na so was 2

1@ Chris: Wieso "entsteht der Eindruck, dass es zuwenige Polizisten gibt" ? Fakt ist, es gibt zuwenige Polizisten, und wenn mal irgendwo welche dringend gebraucht werden, dann stehen unter Garantie keine zur Verfügung.

03.01.2018 10:50 Chris 1

Wichtig ist das die Polizei Äste wegräumt. Kein Wunder, dass der Eindruck entsteht es gibt zu wenig Polizisten.