Das Vorstaubecken des Bautzener Stausees
Das gestaute Wasser der Bautzner Talsperre ist auch ein beliebter Badeort. Bildrechte: dpa

Folgen des Hitzesommers Talsperren haben noch viel Platz

Die Auswirkungen des Hitzesommers 2018 sind noch zu spüren: In den Talsperren waren die Pegelstände im Sommer extrem niedrig. Inzwischen steigt der Wasserstand wieder, doch es bleibt noch viel Platz für ein mögliches Hochwasser. Ein Lagebericht von der Talsperre Bautzen.

von Lennart Banholzer, MDR AKTUELL

Das Vorstaubecken des Bautzener Stausees
Das gestaute Wasser der Bautzner Talsperre ist auch ein beliebter Badeort. Bildrechte: dpa

Der kalte Wind spült kleine Wellen an den Rand des Stausees der Talsperre Bautzen. Über dem See hängen graue Wolken. An den Hitzesommer erinnert hier am Sandstrand auf den ersten Blick nichts mehr. Ganz normalisiert habe sich die Lage aber noch nicht, berichtet Sebastian Fritze. Er ist bei der Landestalsperrenverwaltung Sachsen für den Betrieb in Bautzen verantwortlich.

Immer noch wenig Wasser

Fritze steht auf der anderen Seite der Talsperre am Durchfluss, der das Wasser aus dem Stausee an die Spree abgibt. An den Wänden des Kanals zeigt eine schwarze Verfärbung deutlich, dass das Wasser hier sonst höher fließt. Immer mittwochs stellen die Mitarbeiter ein, wie viel durch die Talsperre kommt. Zurzeit sind es achthundert Liter pro Sekunde. Möglich sind bis zu fünftausend.

"Im Moment führen wir kein Wasser zu", erklärt Fritze. Nach dem trockenen Sommer sei die Landestalsperrenverwaltung erst mal damit beschäftigt, die Talsperre wieder auf das vorgesehene Wasserniveau zu bringen: Sie hätten die Niederschläge der vergangenen Wochen genutzt, um den Stauraum der Talsperre von Minus 4,5 Meter auf Minus 2,2 Meter aufzufüllen. Deshalb würden sie gerade nur die ökologische Mindestabgabe von Wasser in die Spree lassen.

Vollständige Normalisierung erst im Frühjahr

Bis sich die Lage an der Talsperre wieder ganz normalisiert hat, wird es noch bis zum Frühjahr dauern - vorausgesetzt, es regnet und schneit genug. Danach sehe es aber zurzeit aus, sagt Eckehard Bielitz, Fachbereichsleiter Wasserwirtschaft bei der Landestalsperrenverwaltung.

Seit Mitte Dezember hätten sich Regen- und Schneemengen normalisiert. Bielitz sagt, dadurch füllten sich die Stauräume in den sächsischen Talsperren seit dem Jahreswechsel langsam wieder auf.

Das heißt auch, dass wir derzeit genug Platz in den Talsperren haben, um eventuelle Hochwasser aufzunehmen.

Eckehard Bielitz von der Talsperrenverwaltung

Aktuell kein Grund zur Sorge

Jede Talsperre könne auf reichlich Regen oder Schnee reagieren: Für plötzlich auftretendes Hochwasser würde immer Platz bereitgehalten. Dadurch, dass die Talsperren gerade verhältnismäßig leer seien, dauere es aber, bis dieser Platz gebraucht würde. Bielitz findet, die aktuelle Wetterlage lasse nicht erkennen, dass es schnell warm werde. Es sei einfach Winter, schneie und regne ab und zu mal. Das sei eigentlich alles in Ordnung.

Dass sich die Talsperren in der nächsten Zeit wieder füllen ist wichtig. Der Wasserhaushalt wird aufs ganze Jahr geplant. Im Winter und Frühjahr wird Wasser aufgestaut, im Sommer, wenn es weniger regnet, wieder abgelassen. Wie viel die Bautzener abgeben, kann sich auf den Pegelstand der Spree bis nach Berlin auswirken.

Zurzeit fließe der Fluss dort aber normal, obwohl nur wenig Wasser aus Bautzen kommt. Das liege daran, so Sebastian Fritze, dass in Brandenburg zurzeit viel Grubenwasser in die Spree geleitet wird.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Januar 2019 | 06:08 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Januar 2019, 07:17 Uhr

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2 Kommentare

20.01.2019 23:35 NRW-18 2

Der Sommer war super und der Winter ist noch lang. Es wird bis zum hoffentlich kommenden tollen Sommer 2019 noch einige Regentage geben und auch der in D, A und CH gefallene Schnee wird irgendwann zu Wasser.
Keine Panik, denn die Natur gleicht sich schon seit Millionen Jahren selber aus. Ob wir kleinen Menschlein hier herumhopsen, interessiert sie nicht die Bohne. Das Gegenteil zu glauben, erfordert aus meiner Sicht eine gehörige Portion Größenwahn.
Natur ist Natur und selbst mit der aus unserer Sicht gigantischen "MSC Zoe" hat die Natur in der Nordsee wie mit einem Quitsche-Entchen in de Wanne gespielt, als die Container über Bord gingen.

20.01.2019 11:05 Fragender Rentner 1

Da wollen wir hoffen dass sie gefüllt werden und es auch zu keinen starken Überschmemmungen im Vorfeld kommt.