Das vom Thailand Government Spokesman Bureau zur Verfügung gestellte Bild zeigt drei der aus einer Höhle geretteten Jungen im Krankenhaus
Drei der aus der Höhle geretteten Jungen im Krankenhaus. Bildrechte: dpa

Höhlendrama in Thailand Geretteten Jungen geht es gut

Den zwölf aus der Höhle in Thailand geretteten Jungen und ihrem Fußballtrainer geht es gut. Ihren Ärzten zufolge sind sie körperlich und mental in einem guten Zustand. Ein persönliches Drama hatte derweil einer der heldenhaften Retter zu verkraften.

Das vom Thailand Government Spokesman Bureau zur Verfügung gestellte Bild zeigt drei der aus einer Höhle geretteten Jungen im Krankenhaus
Drei der aus der Höhle geretteten Jungen im Krankenhaus. Bildrechte: dpa

Alle zwölf aus der thailändischen Höhle geretteten Jugend-Fußballspieler und ihr Trainer sind physisch und psychisch wohlauf. Das bestätigten ihre Ärzte bei einer Pressekonferenz am Mittwoch im Krankenhaus in Chiang Rai.

Ein Amtsarzt hob dabei ihren "sehr guten mentalen Zustand" hervor. "Das ist wahrscheinlich deshalb so, weil sie die ganze Zeit gemeinsam als ein Team verbrachten, wo einer dem anderen hilft", sagte er.

Alle von ihnen sind bei guter körperlicher Gesundheit, ohne irgendein Fieber oder schwere Infektionen. Nur drei von ihnen haben leichte Lungenentzündungen.

Amtsarzt Thongchai Lertvilairattanapong

Die dramatische Rettungsaktion in Bildern

Ein Rettungswagen entfernt sich von dem Einsatzgebiet einer Höhle, in der derzeit die Rettungsaktion, der zwölf eingeschlossenen Jugendlichen und ihrem Trainer, laufen.
Ein Rettungswagen wird auf dem Weg zur Tham-Luang-Höhle eingewiesen. Am Sonntagmorgen hat die Bergung der zwölf Jungen einer Fußballmannschaft, die mit ihrem Trainer seit 15 Tagen in der Höhle feststeckten, begonnen. Am Sonntagnachmittag konnten erste Jungen die Höhle wohlbehalten verlassen. (Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Juli 2018 | 15:00 Uhr) Bildrechte: dpa
Retter stehen knietief im Wasser in einer Höhle in Thailand, fotografiert im Gegenlicht.
Schon am Eingang der Höhle standen die Retter knietief im Wasser. Die Jungen waren mit ihrem Trainer nach einer Trainingseinheit in die Höhle eingestiegen, dort wurden sie von einer Sturzflut überrascht. Um sich vor dem steigenden Wasser in Sicherheit zu bringen, drangen sie immer weiter in die Höhle ein. Bildrechte: dpa
Rettungskräfte besprechen ihr weiteres Vorgehen
Rettungskräfte wurden unterrichtet, wie die Rettungsaktion ablaufen soll. Bildrechte: dpa
Thailändische Soldaten legen Schläuche mit deren Hilfe Wasser aus einer Höhle fließen soll, in der zwölf Jugendliche und ihr Trainer eingeschlossen sind.
Literweise wurde das Wasser aus der Höhle gepumpt, um den Jugendlichen den Weg nach draußen zu vereinfachen. Bildrechte: dpa
Eine Suchmannschaft betritt eine Höhle, in der eine Gruppe Jugendfußballer und ihre Trainer gefangen waren
So gab es Abschnitte auf der Strecke, die weiterhin vollständig unter Wasser lagen, verwinkelte Kurven erschwerten die Rettung. Das Bild zeigt eine Suchmannschaft auf dem Weg in die Höhle. Bildrechte: dpa
Ein Rettungswagen entfernt sich von dem Einsatzgebiet einer Höhle, in der derzeit die Rettungsaktion, der zwölf eingeschlossenen Jugendlichen und ihrem Trainer, laufen.
Ein Rettungswagen wird auf dem Weg zur Tham-Luang-Höhle eingewiesen. Am Sonntagmorgen hat die Bergung der zwölf Jungen einer Fußballmannschaft, die mit ihrem Trainer seit 15 Tagen in der Höhle feststeckten, begonnen. Am Sonntagnachmittag konnten erste Jungen die Höhle wohlbehalten verlassen. (Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Juli 2018 | 15:00 Uhr) Bildrechte: dpa
Soldaten tragen eine Pumpe mit Hilfe derer Wasser aus einer Höhle, in der zwölf Jugendliche und ihr Trainer eingeschlossen sind, gepumpt werden soll.
In den Tagen vor und während der Rettungsmission wurden Wasserpumpen in die Höhle gelegt. Bildrechte: dpa
Höhle Thailand Grafik
Kompliziert blieb die Rettung trotzdem: Ein Querschnitt der Höhle zeigt den kilometerlangen Höhlenweg, den die Eingeschlossenen zurückzulegen hatten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Taucher eines Internationalen Rettungsteams treffen, vor dem Eingang einer Höhle, in dem Jugendliche und ihr Trainer seit fast zwei Wochen eingeschossen sind, Vorkehrungen.
Das Rettungsteam war international aufgestellt: Fünf der 19 Taucher stammten aus Thailand, der Rest aus dem Ausland. Bildrechte: dpa
Ein Jugendlicher wird von einem Navy Seal versorgt .
Nachdem sie neun Tage in der Höhle eingeschlossen waren, waren die Jungen und ihr Trainer von Rettungstauchern entdeckt worden. Marinesoldaten der Tha Navy Seals versorgten die bis dato Vermissten mit dem Nötigsten. Bildrechte: dpa
Drei Krankenwagen stehen an einem Feld, nahe der Höhle, in der eine Gruppe Jugendlicher und ihr Trainer eingeschlossen waren, von dem ein Helikopter abhebt.
Mit Hubschraubern und Krankenwagen wurden die geretteten Jugendlichen direkt ins Krankenhaus nach Chiang Rai geflogen. Bildrechte: dpa
Thailand, Chiang Rai, Mae Sai: Dieses von der Royal Thai Navy am 10.07.2018 zur Verfügung gestellte Foto zeigt die letzten vier Rettungstaucher nach dem Verlassen der Höhle.
Diese vier Taucher waren die letzten in der Höhle verbliebenen Retter. Sie waren zu den eingeschlossenen Jungen getaucht, um sie mit Nahrung und Medikamenten zu versorgen und sie auf die Rettung vorzubereiten. Mit ihrem Verlassen der Höhle war die Mission offiziell abgeschlossen. Bildrechte: dpa
Schüler der Mae-Sai-Prasitsart-Schule in Nordthailand beten vor Schulbeginn für sechs ihrer Schulkameraden.
Ein ganzes Land fieberte in den Tagen der Mission mit den Eingeschlossenen mit. Anfang Juli beteten Mitschüler für die zu diesem Zeitpunkt noch Vermissten. Bildrechte: dpa
Eine der  Thai Navy Seals zur Verfügung gestellte Aufnahme zeigt die vermissten Jugendfuߟballer und ihren Trainer, nachdem sie in einer Höhle entdeckt wurden.
Der Trainer übermittelte per Botschaft, dass es ihm leid tue, die Kinder in die Höhle geführt zu haben. Der 25-Jährige wurde nach den Jungen als Letzter gerettet. (Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Juli 2018 | 15:00 Uhr) Bildrechte: dpa
Alle (13) Bilder anzeigen

Die ganze Gruppe - zwölf Jungen im Alter zwischen elf und 16 Jahren und ihr 25-jähriger Trainer - würden bis zu eine Woche im Krankenhaus bleiben, um ihre weitere Behandlung sicherzustellen.

Keine Reise zum WM-Finale

Thailand, Chiang Rai: Thongchai Lertwilairatanapong (l), Inspektor für Öffentliche Gesundheit, spricht auf einer Pressekonferenz in einem Krankenhaus.
Ärzte und der thailändische Inspektor für Öffentliche Gesundheit bei der Pressekonferenz im Krankenhaus in Chiang Rai. Bildrechte: dpa

Sie können deshalb auch nicht zum WM-Finale am Sonntag in Moskau reisen, zu dem sie Fifa-Präsident Gianni Infantino eingeladen hatte. Die Ärze versicherten aber, dass sie das Spiel im Fernsehen sehen könnten.

Die Gruppe war am 23. Juni in der Tropfsteinhöhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non rund 1.000 Kilometer nördlich von Bangkok unterwegs, als Wassermassen ihnen den Rückweg abschnitten. Sie wurden in drei Gruppen am Sonntag, Montag und Dienstag aus der Höhle ans Tageslicht gebracht.

Australischer Arzt wird als "Held gefeiert"

Ein tragische Geschichte spielt sich um den australischen Arzt Richard Harris ab. Er wird nach dem Höhlendrama in Thailand als Held gefeiert, musste kurz nach dem Ende der Mission aber ein persönliches Drama verkraften. Denn kaum dass die Rettung der Jugendlichen geglückt war und auch Harris wieder sicher aus der Höhle gelangt war, starb in seiner australischen Heimat sein Vater.

Jeden Tag hatte der 53-jährige Anästhesist aus Adelaide zuletzt den gefährlichen, vier Kilometer langen unterirdischen Weg zurückgelegt, um den Gesundheitszustand der zwölf jungen Fußballer und ihres Trainers zu untersuchen. Seine 30-jährige Erfahrung im Höhlentauchen machte das möglich.

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Krankenwagen stehen an einem Feld, nahe der Höhle, in der eine Gruppe Jugendlicher und ihr Trainer eingeschlossen waren, neben einem Helikopter.
Krankenwagen stehen an einem Feld, nahe der Höhle, in der eine Gruppe Jugendlicher und ihr Trainer eingeschlossen waren, neben einem Helikopter Bildrechte: dpa

"Unentbehrlicher" Beitrag zur Rettung

Die Behörden bezeichneten den Beitrag des Spezialisten als "unentbehrlich" für die Rettungsaktion. Am Dienstag dann starb Harris' Vater - unmittelbar nach dem umjubelten Ende der Mission, wie der Chef des Südaustralischen Rettungsdienstes via Twitter mitteilte.

Harris werde jetzt heimreisen und eine wohlverdiente Auszeit bei seiner Familie bekommen. Der australische Regierungschef Malcolm Turnbull lobte den Mut der australischen und aller übrigen Rettungskräfte. "Es ist eine der heldenhaftesten und beeindruckendsten Ereignisse unserer Zeit", sagte er. Arzt Harris habe so eine bedeutende Rolle dabei gespielt - "das ist wirklich eine Inspiration."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Juli 2018 | 22:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2018, 20:30 Uhr

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1 Kommentar

11.07.2018 15:50 Atze 1

Die Freude ist gross. Ist klar.
Solche Experimente müssten aber in Zukunft verboten werden, es ist immerhin ein Mensch ums Leben gekommen. Das hätte alles ganz anders ausgehen können. MfG

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Krankenwagen stehen an einem Feld, nahe der Höhle, in der eine Gruppe Jugendlicher und ihr Trainer eingeschlossen waren, neben einem Helikopter.
Krankenwagen stehen an einem Feld, nahe der Höhle, in der eine Gruppe Jugendlicher und ihr Trainer eingeschlossen waren, neben einem Helikopter Bildrechte: dpa

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Krankenwagen stehen an einem Feld, nahe der Höhle, in der eine Gruppe Jugendlicher und ihr Trainer eingeschlossen waren, neben einem Helikopter.
Krankenwagen stehen an einem Feld, nahe der Höhle, in der eine Gruppe Jugendlicher und ihr Trainer eingeschlossen waren, neben einem Helikopter Bildrechte: dpa