Ärztliches Attest für Flüchtlinge
Die Zeiten der Zettelwirtschaft sollen nach dem Willen der TK bald vorbei sein. Bildrechte: IMAGO

Digitalisierung TK startet elektronische Patientenakte

Die Zeiten, als die Patientendaten verstreut bei Ärzten und Kliniken lagen, sollen nach dem Willen der Techniker Krankenkasse bald vorbei sei. Eine elektronische Akte soll alle Daten zusammenführen und die Zettelwirtschaft ablösen. Patienten sollen jederzeit und überall darauf zugreifen können.

Ärztliches Attest für Flüchtlinge
Die Zeiten der Zettelwirtschaft sollen nach dem Willen der TK bald vorbei sein. Bildrechte: IMAGO

Als erste gesetzliche Krankenkasse führt die TK eine elektronische Patientenakte ein. Gespeichert werden medizinische Daten, Impfungen, Rezepte und Arzneien sowie Röntgenbilder, Arztbriefe und Diagnosen. Wie die Techniker Krankenkasse mitteilte, sollen die Versicherten überall und jederzeit mit ihrem Smartphone auf die Daten zugreifen können.

Geplant ist zunächst ein Anwendertest, für den sich TK-Versicherte anmelden können. Der Testbetrieb soll nach TK-Angaben bereits erfolgreich laufen.

Ein Smartphone und eine App

TK-Chef Jens Baas versicherte, es sei ausschließlich die Sache der Versicherten, was in der elektronischen Akte abgelegt werde und wer Zugriff auf die Informationen erhalte. Die Daten sollen auf Servern in Deutschland gespeichert und dreifach gesichert werden.

Um die Daten nutzen zu können, müssen Versicherte ihr Smartphone registrieren lassen. Außerdem benötigen sie eine App der Krankenkasse und ein persönliches Passwort. Bei einem Kassenwechsel sollen die Daten beim Patienten bleiben.

Doppelmedikation vermeiden

Bislang liegen medizinische Daten eines Patienten häufig verstreut bei Ärzten und Krankenhäusern, Therapeuten und Krankenkassen. Die elektronische Akte soll helfen, unnötige Doppeluntersuchungen oder Medikamenten-Wechselwirkungen zu vermeiden.

Die Bundesregierung plant den Aufbau einer elektronischen Patientenakte bis 2021. Gesundheitsminister Jens Spahn spricht von einer "Schlüsselfunktion". Er will auch die elektronische Gesundheitskarte massiv vorantreiben, die eigentlich schon vor zehn Jahren zur Verfügung stehen sollte.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. April 2018 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. April 2018, 12:32 Uhr

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5 Kommentare

25.04.2018 10:58 Mediator 5

Medizinische Daten an einem Ort zusammen zu fassen ist sicher eine gute Idee um behandelnden Ärzten möglichst schnell und effektiv zu vermitteln welcher Patient da vor ihnen sitzt und welche Behandlungen und Medikationen dieser hat.

Eine Papierakte ist schlicht und ergreifend nicht mehr Stand der Zeit und verhindert, dass die Behandlung von Patienten optimiert abläuft, weil jeder Arzt alle benötigten Informationen hat.

Wer schon ein paar mal umgezogen ist, der hatte entsprechend viele Hausärzte, von denen er oft nicht einmal mehr den Namen kennt.

Technisch ist es sicher kein Problem, dass man den Zugriff auf die Daten beim Arztbesuch autorisieren muss und über Profile festlegt, wer was sehen darf.

@Leopold Breuer(3): Im Zweifelsfall sollte der Orthopäde das mit ihrem Asthma oder anderes wissen. Manches angeblich orthopädische Problem hat z.B. psychosomatische Ursachen. Wie soll da der Orthopäde helfen, wenn er von anderen wichtigen Dingen keine Kenntnis hat?

24.04.2018 21:56 nachdenker 4

Es wird sinnlose Neu-Untersuchungen verhindern.
Die Zukunft lässt sich nicht aufhalten.
Schutz der Daten natürlich vorausgesetzt, doch da hapert es wohl gewaltig.
Gute Idee, wenn die Sicherheit gewährleitet wird.

24.04.2018 14:00 Leopold Breuer 3

Und wer schützt unser Daten? Wer garantiert, dass diese nicht in falsche Hände kommen? Muss der Orthopäde wirklich wissen, dass ich an Asthma leide? Kann man nicht einfach eine Kundenkarte in einer Apotheke haben, dort wird nämlich schon heute ganz genau darauf geachtet, dass keine Doppelmedikation entsteht! Und hier bleiben die Daten im Haus und werden nicht weitergegeben. Die STruktur ist da, der Patient muss sie nutzen.

24.04.2018 13:13 Mensch 2

Fehlt nur noch der Chip im Hirn, eingepflanzt bei Geburt. Wer nicht spurt, wird abgeschaltet. Schöne neue Welt.

24.04.2018 12:42 Markus 1

"sollen die Versicherten überall und jederzeit mit ihrem Smartphone" - heißt das, jeder Versicherte sollte Smartphone kaufen? Oder wird Smartphone von Krankenkasse bezahlt? Oder geht das auch mit Computer?