Verzweifelte Eltern und Angehörige warten auf Nachrichten von der Marjory Stoneman Douglas High School
Nach den Schüssen an einer Schule in Parkland halten Eltern ihre Kinder im Arm. Bildrechte: dpa

USA 17 Tote bei Schulmassaker in Florida

An einer Schule im US-Bundesstaat Florida sind tödliche Schüsse gefallen. Wie der zuständige Sheriff erklärte, hat es 17 Tote und viele Verletzte gegeben. Der Täter wurde gefasst und inzwischen angeklagt. Es handelt sich um einen ehemaligen Schüler, der aus disziplinarischen Gründen der Schule verwiesen wurde.

Verzweifelte Eltern und Angehörige warten auf Nachrichten von der Marjory Stoneman Douglas High School
Nach den Schüssen an einer Schule in Parkland halten Eltern ihre Kinder im Arm. Bildrechte: dpa

An einer Schule in Parkland im US-Bundesstaat Florida hat ein ehemaliger Schüler um sich geschossen und 17 Menschen getötet. Das teilte der Sheriff des Broward Countys, Scott Israel, mit. Mindestens zwölf Menschen seien zum Teil schwer verletzt worden. Sie würden in Krankenhäusern behandelt. Nach Krankenhausangaben befinden sich drei Verletzte in kritischem Zustand.

Mutmaßlicher Schütze angeklagt

Rettungskräfte versorgen ein Opfer, nachdem an der Marjory Stoneman Douglas High School tödliche Schüsse gefallen sind.
Drei Schwerverletzte sind noch in kritischem Zustand. Bildrechte: dpa

Der mutmaßliche Schütze wurde inzwischen angeklagt. Die Staatsanwaltschaft erklärte, der 19-Jährige müsse sich wegen Mordes in 17 Fällen verantworten. Er war nach der Bluttat in nahegelegenen Coral Springs festgenommen worden. Dem Sheriff zufolge ließ er sich ohne Widerstand festnehmen.

Der Jugendliche soll an der Schule den Feueralarm ausgelöst haben, um die Schüler aus den Klassenräumen zu locken. Dann eröffnete er mit einer halbautomatischen Waffe das Feuer. Nach Angaben von Sheriff Israel hatte er zahlreiche Magazine bei sich.

Lockdown-Drill mit Feueralarm umgangen

Mit Auslösung des Feueralarms setzte der Schütze die Verhaltensregeln an US-Schulen bei einem Überfall außer Kraft. Regelmäßig trainieren alle Schüler ihre Reaktion auf eine Überfall. Dabei werden die Klassenräume verschlossen und verdunkelt, alle müssen still sein. Dank dieser sogenannten Lockdown-Drills wurden zuletzt mehrfach Massaker verhindert oder deren Folgen minimiert.

Wegen des Feueralarms verließen die Schüler die Klassenräume, obwohl sich einige wunderten. Denn es war bereits der zweite Feueralarm an diesem Valentinstag. Der erste war eine Übung.

"Beunruhigende Einträge" in sozialen Netzwerken

Nach bisherigen Ermittlungen war der 19-Jährige vor der Bluttat aus disziplinarischen Gründen der Schule verwiesen worden. Die Sicherheitsbehörden hätten begonnen, die Online-Aktivitäten des jungen Mannes zu überprüfen. Sheriff Israel sagte, auf seiner Website und den Beiträgen in sozialen Netzwerken gebe es einige "sehr, sehr beunruhigende" Einträge. Weitere Verdächtige gebe es nicht. Wie verschiedene Medien berichten, hatte die Polizei in der Stadt Parkland stundenlang nach dem mutmaßlichen Schützen gesucht.

Trump verspricht Schutz

US-Präsident Donald Trump ordnete am Donnerstag eine landesweite Trauerbeflaggung an. In einer Fernsehansprache sagte er, er spreche zu einer Nation in Trauer. Er versprach den Opfern und Hinterbliebenen jede Hilfe und fügte hinzu, kein Kind und kein Lehrer sollte jemals an einer amerikanischen Schule in Gefahr sein. Noch im Februar wolle er Gouverneure und Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten treffen, um über Sicherheit an Schulen zu sprechen.

Wir werden alles tun, Euch zu schützen.

US-Präsident Donald Trump

Waffen-Erwerb von psychisch Kranken wieder erlaubt

Ohne ins Detail zu gehen, sagte der US-Präsident, man wolle sich des Themas psychischer Erkrankungen annehmen. Er reagierte damit auf Medienberichte, wonach der mutmaßliche Schütze von Parkland in psychiatrischer Behandlung gewesen sei, diese aber angeblich nicht fortgesetzt haben soll.

Trump hatte allerdings vor einem Jahr ein Gesetz unterzeichnet, das psychisch Kranken den Erwerb von Waffen wieder erlaubt. Er machte damals eine Regulierung seines Vorgängers Barack Obama rückgängig.

19. Schießerei an US-Schule in diesem Jahr

Der Vorfall an der Schule in Parkland ist bereits der 19. dieser Art seit Beginn des Jahres in den USA. Erst vor drei Wochen waren in Kentucky zwei Schüler bei einer Schießerei getötet worden. In den USA gibt es immer wieder Forderungen, die Waffengesetze zu verschärfen. Regierung und Parlament haben das bisher abgelehnt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Februar 2018 | 02:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Februar 2018, 18:50 Uhr