Video-Snapshot zeigt verletztes Kind in einem Krankenaus
29 Kinder sollen bei dem Angriff auf einen Bus im Jemen ums Leben gekommen sein. Bildrechte: IMAGO

Rotes Kreuz Mindestens 29 Kinder bei Angriff auf Bus im Jemen getötet

Im Jemen sind nach Angaben des Roten Kreuzes bei einem Angriff auf einen Bus mindestens 29 Kinder getötet worden. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition spricht von Vergeltung gegen die Huthi-Rebellen.

Video-Snapshot zeigt verletztes Kind in einem Krankenaus
29 Kinder sollen bei dem Angriff auf einen Bus im Jemen ums Leben gekommen sein. Bildrechte: IMAGO

Bei dem Angriff auf einen Bus im Norden des Jemen sind nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) mindestens 29 Kinder getötet worden. 48 weitere Menschen, unter ihnen 30 Kinder, seien verletzt worden.

Die Huthi-Rebellen, die die betroffene Region Saada kontrollieren, hatten zuvor mitgeteilt, bei dem Angriff am Donnerstagmorgen seien 43 Menschen getötet und 63 verletzt worden, "die meisten davon Kinder".

Immer wieder Bombardements

Das saudi-arabisch geführte Militärbündnis übernahm inzwischen die Verantwortung und sprach von einem "legitimen Militäreinsatz". Die Bombardements hätten den Huthi-Rebellen gegolten und seien die Vergeltung für einen Raketenangriff auf die saudi-arabische Stadt Dschisan am Vortag. Saudi-Arabien und seine Verbündeten unterstützen Jemens Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi im Kampf gegen die Huthi.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres forderte eine unabhängige Untersuchung des Luftangriffs. Alle Konfliktparteien müssten zivile Opfer vermeiden.

10.000 Tote im Jemen-Konflikt

Die Huthi kontrollieren weite Teile im Norden des Landes sowie die Hauptstadt Sanaa. Sie werden vom Iran unterstützt.

Der Konflikt zwischen der Regierung und den schiitischen Huthi-Rebellen tobt seit Jahren. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO kamen fast 10.000 Menschen ums Leben, mehr als 55.000 wurden verletzt.

Hoffnung auf Friedensgespräche

Erst vor einer Woche hatte der UN-Sondergesandte für den Jemen, Martin Griffiths, die ersten Friedensgesprächen seit zwei Jahren angekündigt. Er wolle die Konfliktparteien zum 6. September nach Genf einladen, sagte Griffiths.

Der Jemen ist eines der ärmsten Länder der Welt. Hilfsorganisationen bezeichnen die dortige Lage als derzeit größte humanitäre Krise weltweit.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. August 2018 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. August 2018, 20:43 Uhr