Ein Bauer düngt mit einem Traktor ein Feld bei Löbau.
Falls es in den kommenden Monaten nicht viel regnet rechnen die deutschen Bauern mit Ernteeinbußen. Bildrechte: imago/Robert Michael

Zu wenig Regen Auch dieses Jahr drohen wieder trockene Böden

In den letzten Wochen hat es viel geschneit, und die Talsperren sind mit dem Schmelzwasser, das vom Schnee übrig bleibt, gut gefüllt. Die Trockenheit vom Sommer ist also vorbei, sollte man meinen. Wenn man allerdings ein bisschen tiefer bohrt, sieht das Bild ganz anders aus: Die Böden haben sich noch lange nicht erholt. Das geht aus den Untersuchungen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung hervor.

von Carolin Fröhlich, MDR AKTUELL

Ein Bauer düngt mit einem Traktor ein Feld bei Löbau.
Falls es in den kommenden Monaten nicht viel regnet rechnen die deutschen Bauern mit Ernteeinbußen. Bildrechte: imago/Robert Michael

Der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung, kurz UFZ, zeigt in farblichen Schattierungen von weiß bis dunkelrot auf einer Deutschlandkarte, wie trocken der Boden in den einzelnen Gebieten ist.

Die Karte der tieferen Bodenregionen, also bis zu 1,8 Meter tief, ist im Nordwesten und in der Mitte Deutschlands aktuell fast ausschließlich von Rottönen gezeichnet.

Hier herrschen extreme bis außergewöhnliche Trockenheit, wie Andreas Marx vom Mitteldeutschen Klimabüro des UFZ erklärt. Der Boden sei im letzten Jahr sehr schnell ausgetrocknet, weil es seit Februar 2018 zu wenig Regen gab und da es früh im Jahr schon sehr warm war.

Marx zufolge ist der Niederschlag, der gefallen ist, zu großen Teilen wieder verdunstet, weswegen bis in den November hinein fast kein Wasser in tiefe Bodenschichten gekommen sei.

Erholung im Winter bleibt aus

Erst im Dezember und Januar hätten sich die Niederschläge auf Normalniveau eingepegelt. Das sei aber nicht ausreichend gewesen.

Normalerweise erholen sich die Böden im Winter wieder, das haben wir auch zum Teil im Oberboden gesehen. Eine Ausnahme bildet der Norden Sachsen-Anhalts.

Andreas Marx, Klimaexperte des UFZ

So ist dort selbst der Oberboden auf der Farbkarte tiefrot schattiert - also außergewöhnlich trocken. Laut Deutschem Bauernverband könnten Bauern durch die Umstellung von Anbautechniken in der laufenden Saison zwar Wasser sparen - einen Dürresommer wie 2018 könnte man so allerdings trotzdem nicht ohne Einbußen bewältigen.

Bauern fürchten um Ernte

Wenn es nach Bernhard Krüsken, dem Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes geht, braucht es in den kommenden Monaten sehr viel Regen. Zwar mache sich der Verband keine Sorgen, dass 2019 genauso werde wie 2018.

Falls die Wasserbilanz jedoch bis April weiter so knapp bleibe, gebe es auch in der neuen Saison einen geringeren Wassergehalt im Boden sowie einen kleineren Wasservorrat für die Pflanzen in der neuen Vegetationsperiode.

Einige Regenmonate würden bei der jetzigen Bodensituation auch dem Grundwasser und Flüssen gut tun, sagt Andreas Marx.

Da brauchen wir einige Monatsniederschläge, weil die Böden so trocken sind, dass das Wasser erstmal den Boden auffüllen muss, bevor das Grundwasser wieder aufgefüllt wird.

Andreas Marx, UFZ

Ein Ausbleiben von genug Regen birgt nämlich die Gefahr, dass es im kommenden Frühjahr und Sommer wieder zu Niedrigwasser kommen könnte – mit Einschränkungen für den Schiffsverkehr oder die private Wasserentnahme.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Februar 2019 | 06:25 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Februar 2019, 05:00 Uhr

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12 Kommentare

08.02.2019 01:30 sabrina 12

Ich gehe davon aus, dass dieses Jahr noch weiteres Ungemach droht:
- verregnete Monate
- Hochwasser
- zu kalter Sommer
- zu warmer Frühling
- zu trüber Herbst

Früher sprach man von den 4 größten Feinden der Bahn: Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Jetzt spricht man vom größten Feind des Klimas:
- das Wetter.

07.02.2019 13:06 Eulenspiegel 11

Also ich denke es ist seit Jahrzehnten klar das der Trend zu den Extremwetterlagen geht. Und die Ursache ist auch klar. Das heißt extreme und lange Hitzeperioden und lange andauernde sintflutartig Regenfälle nehmen eindeutig zu. Darauf müssen wir uns einstellen wenn nicht alles den Bach raunte gehen soll. Wir brauchen eine massiven Ausbau der Regenrückhaltebecken und wir benötigen eine ganze Anzahl zusätzlicher Stauseen. Denn betroffen sind nicht nur die Bauern sondern auch die Schiffer und letztlich alle wenn dann das Trinkwasser knapp wird.

07.02.2019 09:23 Denkschnecke 10

@7 W. Merseburger:
Vielleicht lesen Sie die Erläuterung des Mitarbeiters am UFZ erst noch mal aufmerksam durch, bevor Sie sich über die Kollegen Wissenschaftler lustig machen: "Marx zufolge ist ... bis in den November hinein fast kein Wasser in tiefe Bodenschichten gekommen..." Das ist das Problem. Da helfen die von Ihnen beobachteten kurzfristigen intensiven Niederschläge nur begrenzt.

06.02.2019 20:04 W. Merseburger 9

An @8 Expertin,
auch wenn sie mich nicht angesprochen haben, könnte ich mir vorstellen, dass sie mich meinen! Sie schreiben: Tun sie mal Schnee in einen Behälter und tauen ihn auf. Einfache Antwort, es entsteht Wasser in flüssiger Form. Wenn sie sich die extremen Schneehöhen sowohl in den Nordalpen als auch in den Höhenlagen der Mittelgebirge ansehen und zur Kenntnis nehmen, dass dieser Schnee mit 60 bis 120 cm Höhe durch Temperaturschwankung extrem verfestigt ist, dann können sie vielleicht erahnen, welche gewaltige Wassermenge bei Temperaturanstieg langsam und meist sehr langsam abgegeben wird. Die von mir in @7 genannten Gebirge speisen z.B. Rhein, Donau ,Main, Eger, Moldau, Elbe Saale, beide Mulden bis hin zur Oder. Bevor man auf andere "einkloppt" wäre etwas Sachkenntnis von Nutzen.

06.02.2019 17:25 Expertin 8

Um Niederschläge im Winter beurteilen zu können,
tun Sie mal Schnee in einen Behälter und lassen Sie ihn tauen. Außerdem kloppen Sie wohl gern auf Frauen rum.- Die Bauern müssten eine Winter-
Einsaat machen, um Bodenwasser zu halten. Der Winter ist in Deutschland die wasserärmste Zeit.

06.02.2019 15:41 W. Merseburger 7

Ich möchte der Autorin des Artikels hier keinen Vorwurf machen, da sie ja Experten des UFZ gefragt hat und diese Meinung nun darlegt. Nach den außergewöhnlich intensiven Niederschlägen besonders am Alpennordrand, im Bayrischen Wald, Im Böhmischen Wald, in den Sudeten, im Harz und in anderen ostdeutschen Mittelgebirgen mutet obiger Artikel schon ein wenig humoristisch an. Fazit: Wenn es in den nächsten Monaten keine Niederschläge geben sollte, würde auch das Jahr 2019 ein Dürrejahr. Welch geniale Schlussfolgerung meine Herren "Wissenschaftler"!

06.02.2019 14:57 C.T. 6

Am Besten den Bauern schon jetzt proforma die Hilfsmillionen in den Ar*** blasen. Damit bleibt uns das Gejammer im Sommer erspart ;-)

06.02.2019 14:10 Sr.Raul 5

Hier geht es nicht um "Hilfe es wird Sommer", @1 ("Lang Lebender, wo auch immer"), sondern um einen sich verstetigenden Trend in bestimmten Regionen hinsichtlich zu geringer Niederschlagsmengen im allgemeinen und deren absehbare Folgen. Es gab vor ca.15 Jahren, veröffentlicht in der "MZ" bereits eine Klimastudie für den Raum HAL-MER-EIL und die beinhaltete zum Sommer genau Das, was in 2018 erstmals so extrem eintrat. Hoffnung gab hier noch die Prognose milde feuchte Winter, doch damit sieht es aktuell eher mau aus.

06.02.2019 13:52 Ekkehard Kohfeld 4

@ whocares_ 3
Nur mal so zu bedenken: der Winter ist noch nicht vorbei. Es wäre doch ganz sinnvoll, die Talsperren nicht schon jetzt bis zum Anschlag zu füllen, damit dann zur finalen möglichen Schneeschmelze keine Reserven mehr vorhanden sind?##

Mein Kommentar darauf "In den letzten Wochen hat es viel geschneit, und die Talsperren sind mit dem Schmelzwasser, das vom Schnee übrig bleibt, gut gefüllt."

Und das trifft nun mal nicht zu,zumindest im Sauerland nicht.Nicht abschweifen.

06.02.2019 11:01 whocares_ 3

@2 Ekkehard Kohlfeld

Nur mal so zu bedenken: der Winter ist noch nicht vorbei. Es wäre doch ganz sinnvoll, die Talsperren nicht schon jetzt bis zum Anschlag zu füllen, damit dann zur finalen möglichen Schneeschmelze keine Reserven mehr vorhanden sind?